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4) Shakti:

 


Foto: Franz Rickinger

a) "Shakti" als Gurini:

Zu Shakti gibt es zB in "Große Welt des Tantra" von Mookerjee, O.W.Barth Verlag auf S.211 einen Auszug aus der Guru-Puja, wobei Shakti als "Guru" bezeichnet ist; es findet sich im Kapitel über "symbolische Vergegenwärtigung des Guru" (Jenes dort beschriebene Initiationsritual hat mit "TM" nichts zu tun; aber Guru-Puja ist Guru-Puja und es findet sich darin eben ein kleiner Teil derselben und zwar dem Thema "Shakti" gewidmet.

 

In diesem Buch,  "Die Welt des Tantra in Bild und Deutung", Mookerjee Ajit/ Madhu Khanna, O.W.Barth Verlag, 1978, ungekürzte Lizenzausgabe für den Buchclub Ex Libris Zürich, findet sich auf Seite 211 - durchaus abgewandelter -  Auszug aus der Guru-Puja, wobei anscheinend Shakti als "Guru" bezeichnet wird.

Auf Seite 206 liest man:

...Dann grüßt er seinen Guru...."

 

Siehe auch S. 211 "Die symbolische Vergegenwärtigung des Guru"

 

Auf Seite 207 geht es andererseits um eine "Gottheit", die separat vom, zuvor benutzten, Begriff "Guru" vorkommt; es geht um "Schutz"; im Beispiel dieses Textes wird die erwählte Gottheit - in diesem Falle - "Kāli" vielfach um etwas gebeten.

 

In der Beschreibung dazu wird ersichtlich, daß es sich im Zusammenhang mit "Shakti als Guru" um eine symbolische Vergegenwärtigung eines Gurus handelt und um keine GöttInnenverehrung odgl.

(Deshalb gehe ich hier darauf ein.)

 

In jener tantrischen Initiationszeremonie als Ganzem - die ich nicht als "jugendfrei" bezeichnen würde - kommt durchaus auch, wie erwähnt (Seite 207/208), eine Göttin, nämlich Kāli, vor, die separat verehrt wird und was als das dann auch gekennzeichnet ist.

Insofern kommt hier eindeutig zum Ausdruck kommt, daß es sich bei der "Guru-Puja" um keine religiöse Zeremonie handelt und deshalb hielt ich es für wichtig, dieses Zitat genauer anzugeben. Shakti wird hier eindeutig als "Guru" bezeichnet und nicht als GöttIn!

Auf Seite 209, wird in jenem Initiationsfalle - was nicht TM-Initiation ist und nicht übertragen werden kann - über eine "Verwandlung" geschrieben und daß die angerufene Göttin "einen Einblick in die absolute Wirklichkeit" verleihe.

 


In Analogie zur jener bei einer TM-Initiation ausgeführten Puja werden hier (siehe Seite 211) Blume, Räucherstäbchen, Kerze, Früchte, Betelblatt der Gurini Shakti angeboten/dargelegt.

In der vorvorletzten Zeile obigen Textes geht es um sowas wie die Darbietung/Darreichung/Hingeben einer Kerze an die Gurini Shakti.


Die vorletzte Zeile des obigen Textes heißt vermutlich/eventuell/anscheinend sowas wie "Früchte werden der Gurini Shakti hingelegt/gegeben/angeboten.


Die letzte Zeile im obigen Text heißt vermutlich/eventuell sowas wie "ein Betelblatt wird der Gurini Shakti hingelegt/gegeben/dargereicht.

 


Das kann man auch als symbolische Handlungen begreifen. Wenn jemand auf eine Privat-Schule oder auch private Universität geht, so ist es da durchaus üblich - ja normal - daß man dafür etwas zu bezahlen hat. Niemand bezeichnet das hierzulande als "religiösen" Akt. Letztendlich aber haben die SchülerInnen/StudentInnen die Dinge zum Unterricht mitzubringen, die der/die LehrerIn braucht, um Ihnen besser oder auch überhaupt erklären zu können, was sie ihnen nunmal zu sagen haben/lehren sollen. Die Privatschule/private Universiät finanziert sich ja nunmal aus den Gebühren; also alle dort benutzten Lehrmittel haben SchülerInnen/StudentInnen oder auch deren Eltern/Pflegeeltern/StipendiumgeberInnen bezahlt und zu bezahlen gehabt.

 

Wenn man das alles zusammen betrachtet:

Einerseits ist es eine - eventuell etwas sehr mißverstandene - tantrische Zeremonie, es geht um eine rituelle sexuelle Vereinigung.

Dabei finden allerlei "Projektionen" statt und gewisse "Vorstellungen" spielen eine Rolle.

Die zu initiierende, einfach menschliche Person wird einerseits als "Shakti" verehrt und teils als "Eins" damit betrachtet; dann wiederum wird sie als "ganz Gott/Göttin" betrachtet bzw damit ansatzweise verglichen, uä.

Insgesamt hat man da, wenn man mal mit der TM-Meditationsmethode und dem TM-Weg ansatzweise vergleicht, Folgendes:

  • Jemand findet duch korrekte Meditation in den Zustand des Samadhi, jenes Turiya, jene Vierte jenseits von Wachen, Träumen und Schlafen.
  •  
  • Durch regelmäßige Meditationsausübung wird der Zustand des Turiya sich während dieser 2-mal täglichen ca 30 Minuten Meditationsausübung früher einstellen, zB schon nach 5 bis 10 Minuten und das in einer Weise, daß er während der restlichen Meditation soweit erhalten bleibet, daß er coxistiert mit dem fortgesetzten/fortlaufenden Meditationsvorgang.
  •  
  • So findet ein Verfeinerungsprozeß der Sinne nun statt. Irgendwann ist jener Prozeß soweit zur Vollkommenheit gelangt, daß der Meditierende (egal welchen Geschlechts oder auch geschlechtslos) erkennt, daß jenes "reine Bewußtsein" im Gegenüber (ob Ton, Person, gezwitschwert habender Vogel, usw) - ohne es sich einzubilden, einfach rein unparteiisch, wahr, objektiv-korrekt - wahrgenommen wird un dies dasselbe "reine Bewußtsein" ist, daß er in den Zuständen momentanen Samdhis, des Turiya von sich selber her kennt.
  •  
  • Es dämmert, daß dieses reine Bewußtsein ein aus sich selber heraus existentes "reines Bewußtsein" ist; es ist die einzig korrekt-mögliche Schlußfolgerung. Selbstverständlich kann man nicht der/die/Das Gegenüber sein und so wird man eben zu einem aus sich selbst hraus existenten, körperlosen Wesen, das in dieser Welt aus reinem Bewußtsein zuhause ist.
  •  
  • Allmählich kann dann das Gesamtgefüge verstanden werden - Schriften wie Mandukya-Upanishade und Gaudapad's Kommentar können dabei helfen  -, daß es eben nicht so ist daß man der Andere oder etwa gar Alles andere ist, sondern  daß jenes "ich bin Das, Du bist Das, all dies ist Das" dahingehend zu verstehen ist/verstanden werden kann, daß es ist wie bei einem Ozean, der auch Wellen hat. Jede Welle kann wissen, daß sie Wasser ist und daß der Ozean, alle anderen Wellen auch "Wasser" sind und jene das auch so erkennen können. Allerdings wird die Welle niemals der Ozean sein. Der Ozean besteht aus Wasser, die Wellen bestehen aus Wasser, die Welle, worauf man gerad eblickt besteht aus Wasser, usw. Das ist alles. Aber die Welle hat eben - im Vergleich - dann Anteil an der Endlosigkeit und Ewigkeit des Ozeans und endet ebenso wenig je wie er.

 

Solcherart sind wohl jene "Identifikationen" und "Projektionen" zu begreifen, die in jenem Buch begrifflich angesprochen werden, welche aber für einen, der den Weg beginnt, nicht wirklich sein können, da so eine Person dann ja den Weg nicht mehr zu gehen bräuchte. Es wird eben angesprochen.

 

Daß es in jener tantrischen Zeremonie an irgendeinen Stelle dann auch um die Thematik der Identifizierung der Guruni mit einer Göttin geht, vermag einen insofern nicht zu verwundern, wenn man berücksichtigt, daß es ja auch um "Täuschung und Wirklichkeit" und um die "Überwindung" von Täuschung, das nicht mehr Verhaftetsein in Illusion, Täuschung udgl geht.

Diese Problematik bzw Thematik findet sich auch in den Übersetzungen klassischen Literatur wieder:

Da wird zB Kali als "Vernichterin" der Zeit  ("Hrn, o Zerstörerin der Zeit") bisweilen dargestellt bzw entsprechende Textstellen werden so übersetzt. Die Erfahrung, daß eie Zeit endlos lange, schier gar nicht vergehen mag, ist auch allgemein bekannt und insofern heißt auch "Srn, o Schreckliche!" . Aber richtiger damit umgegangen, kann man mit der Zeit auch etwas - in Harmonie mit der Welt und den Geschöpfen derselben - erreichen und so findet sich auch: "Krn, Du bist freigibig" ; siehe Buch "Tantra-Asana" von Ajit Mookerjee, Anton Schroll&co-Verlag Wien und München, ISBN 3 85560 029 5 heißt es zB auf Seite 115, übersetzt aus dem Mahanirvana-Tantra.

Es fällt auf, daß diese Sanskrit-Worte, die sich wenn man die richtige Schreibweise beachtet durchaus sehr ähnlich bis eben als das in der Liste der TM-Mantren wiederfinden lassen, wie sie zB Auf Seite 64 in "Zauberformel TM", Michael Mildenberger/Albrecht Schöll, 1977, Aussaat Verlag BmbH, Wuppertal, ISBN 3 7615 0243 5 angegeben wird; oder auch auf Seite 11 in "Transzendentale Meditation", Friedrich-Wilhelm Haak, Münchner Reihe, 2. Auflage, 1977, Verlag: Evangelischer Presseverband für Bayern, 8000 München 19, Abteilung: Schriftenmission.

Allerdings zeigt der Gebrauch  dieser Sanskritworte in obigem Auszug aus dem Mahanirvana-Tantra in deutschssprachiger Übrsetzung - auch an anderen Stellen -, daß sie da eher wie "Interjektionen" gebraucht werden, dh ähnlch wie "igitt", "auweia", "ojemine", "soso", "okeee", "Nundenn" , "nunja". In der Englischen Sprache geben solche vorangestellten Worte oder kurze Sätze, den Tenor des folgenden Satzes wiedr, also zB "In my opinion,..." weist darauf hin, daß in dem Satz eine "eigene Meinung" geäußert wird. Wird der Satz mit "In fact, ..." begonnen, so ist damit klargemacht, daß der Satz eine oder auch mehrere "Tatsachen" zum Ausdruck bringen wird und der Autor den Anspruch erhebt, daß das Folgende "Fakten" sein werden und nicht blos eine eigene Meinung. Wird mit "Unfortunately,..." begonnen, so wird von Anfang an klar gemacht, daß der Satz etwas ausrückt und ausdrücken soll, was zu bedauern ist.

So wie es in der Englischen Sprache da eben die Option gibt, ganze kleiner Sätze als Interjektion an den Anfang zu stellen und sich da eine sehr große Vielfalt an Möglichkeiten bietet und die Vielfalt im Deutschen auch nicht gerade gering ist, so ist es im Sanskrit eben evtl dem ähnlich.

Was hat sich Buddha gedacht, als er sich damals unter jenen Baum setze und dann dort tatsächlich die gesuchte Antwort auf "gibt es Erleuchtung oder doch nicht?" fand indem er die Erleuchtung erlangte?

Bekanntlich sagte er sich: "ok, laß es mich ein  letztes mal versuchen" und dieser ehrliche Gedanke hatte ihn anscheinend geleitet.

Insofern scheint es ja nicht gerade abwegig, wenn man bei Meditation ein "Mantra" benutzt. Man ist nunmal betreffs "Erleuchtung ja-nein" im Zustand der "Finsternis der Unwissenheit" und wieso sollte man da also nicht als "Mantra" benutzen: "ok, ehrlicherweise weiß ich es nicht, es ist für mich Suchen in Finsternis, um mich herum ist da Finsternis, ich weiß es nicht" und insofern könnte eben - va bei vorgerücktem Alter, dann doch "shyama" eine passabel passend "Interjektion" sein, die knapp und präzise die Situation beschreibt und gleichzeitig Führung bietet im Sinne, daß es um Wahrheit geht und nicht um Ein-Sich-was-vormachen, es nicht um ein sich in irgendwelche-Stimmungen versetzen geht und erst recht um ein sich-in-etwas-hineinsteigern, sondern daß man im Rahmen der Möglichkeiten der Dunkelheit "zur Ruhe" kommt,....

 

(Das Mahanirvana-Tantra findet man in deutscher Übersetzung zB bei www.pushpak.de.)

 

Nunja, "Turiya" (vgl. Shiva-Sutras) jenseits von Wachen, Träumen und Schlafen, jener Zustand absoluten, reinen Bewußtseins ist auch jenseits von Zeit bzw es ist das "eigentliche Wesen", "die eigentliche Natur" der Zeit.

Insofern ist eine richtige, wirkliche, echte Meditations-Methode etwas, was ermöglicht jenseits von Zeit zu gelangen.

(Schon Einstein hat festgestellt, daß man es sich mit dem Phänomen Zeit nicht zu einfach machen darf.).

Dort, jenseits der Zeit, angelangt, ist die Zeit gleichsam "abgeschafft", "vernichtet", "überwunden worden" und das hängt aber eben sehr vom subjektiven Blickwinkel ab.

Wer unter der "Zeit" zu leiden meinte, der wird evtl dann übersetzen, daß die Zeit vernichtet worden sei, man sie endlich mal los sei.

Allerdings wird man damit der Thematik nicht wirklich gerecht, da man es dann nunmal nur aus 1 Blickwinkel heraus betrachtete und dann in Widerspruch zu dem Anspruch des "allgemein-wahr sein sollen" jenes Textes gelangt.

Wenn es um Initiation, um "Tantra-Asana", also den Anspruch von "Yoga-Zustand-Erlangen/~Erreichen/~Gewinnen" geht, dann spielt da auch die Thematik von momentanem "Samadhi" und "ewigem Samadhi" (....Letzteres dann also "Erleuchtung"; jemand - Er war wohl 1971/1972 Jugendschützer in Zivil für die TM-Scene in München - meinte mal zu mir, daß das so sei wie im Buddhismus mit "kleinem und großem Satori" ....) herein und im "Ewigen Samadhi" ("nitya-samadhi" - siehe Patanajali Yogasutras) wäre dann also insofern die "Zeit" endgültig "überwunden" und bei entsprechender - unpäßlicher und problematischer, wie ich meine - Ausgangsbetrachtung "vernichtet" worden, weil ja "Unsterblichkeit" und damit ein "nicht-mehr-von-der Zeit zerstört werden können" erlangt worden sei.

Die Unpäßlichkeit des Denkens im Begriffen von Zerstörung im Zusammenhang mit Wissen und Wissenserlangung zeigt sich in den zahlreichen häßlichen Handlungsweisen aus zB dem religiösen, aber auch psychiatrischen Lager, die immer wieder versuche unternahmen sich lästiger "Andersdenkender", "Andersseiender", etc per Ermordung, dh Vernichtung oder auch per Folter und insofern eben Persönlichkeitszerstörungsversuchen zu entledigen.

Solche Denkschemata und Begriffe dann auf "die Zeit", welche nunmal für diese Welt ein bedeutende Rolle spielt, anzuwenden, sobald es um "Unsterblichkeit-Erlangen" ,"Erleuchtungerlangen" wollen geht ist ebenso unpäßlich und unanangebracht; wer dann noch mein "Tieropfer" oder auch Menschenopfer unterschiedlichster Un-Arten, inklusive Vergewaltigungsritualen, Zwangsinitiationen udgl einer Göttin Kali oder Durga darbieten zu sollen, der verhöhnt jene Göttinnen - wenn es jene nunmal geben sollte - einfach nur. Denkt man jedoch in falschen Begriffswelten wie "Vernichterin der Zeit" wird man dann allzuleicht auch anderweitig geistig-sprachlich fehlgeleitet, was dann in absurden Handlungsweisen resultiert bzw all zu leicht resultieren kann.


Also wieso sollte man jene Täuschungsproblematiken ausklammern müssen - nur weil irgendwelche Fanatiker aus Kirchen- oder auch Psychiatrie-Kreisen odgl systematisches Nicht-verstehenwollen an den Tag legen bzw legten und man sich doch mit diesen Themen auch vernünftig bzw zumindest unmissverständlich genug befassen kann?

 

Insgesamt betrachtet, ist es offenbar ein Mißverständnis, wenn Guru/Gurini (egal welchen Geschlechts oder auch geschlechtslos), MeditationsschülerIn (egal welchen Geschlechts oder auch geschlechtslos) und Gott/Göttin (egal welchen Geschlechts oder auch geschlechtslos) nicht sorgsam auseinandergehalten werden.

Es ist wie wenn jemand argumentieren/meinen würde, daß aus "Ich bin Das, Du bist Das, all dies ist Das" folgen täte, daß - um jenes erwähnte Besipiel nochmals aufzugreifen - eine Welle wahrheitsgemäß zum Ergebnis kommen könne, sie sei wirklich der Ozean und nicht nur über das "Erkannthaben ihres Wasserseins" ein untrennbarer Teil des Ozeans, welcher damit die Erkenntnis erlangt hat, welche ihr "den Tod überwunden" bescherte.

"TM-Puja" als GöttInnenverehrung oä zu bezeichnen, ist eben nichts anders als es einfach nicht verstanden haben.

 

Zum Thema obiger tantrischen Initiations-Ritual ist aber noch anzumerken, daß es, wie ich darstellte um eine gewisse "Vorstellungswelt" geht und es mir doch reichlich absurd und abwegig erscheint solches konkret zu praktizieren. Schließlich ginge man das Risiko von Schwangerschaften ein; argumentiert man dagegen  per "aber es gibt doch die Pille", so hätte man aber gleich wieder das Leid der Tiere in den Versuchslaboren, die deswegen geopfert wurden und werden sowie das Leid jener Frauen, die infolge von "Die Pille" an Brustkrebs erkrankten, Herzinfarkte erlitten, usw. Letzteres (Tieropfer, usw) widerspricht eben den "yogischen Lebensprinzipien" und insofern wird's so mit Erleuchtung nunmal nichts werden, was in Indien auch von Dichtern so dargestellt wird wie ich etwas später noch zitiere. Hinzu kommt auch noch die Problematik von Krankheiten.


b) Shakti als "Tochter von Rishi Vasishta":

 

 


In manchen Quellen wird Shakti als Sohn des Rishi Vasishta bezeichnet (etwa im Abschnitt über Vasishta bereits erwähnten Aufsatz von Theodor Aufrecht titels  "Vasistha-Samhitā (yoga) in 8 adhyāyah", wo es um einen "Dialog zwischen Vasistha und seinem Sohn Šakti" geht. 

Es gab einen Sohn namens Shaktri, der aber wie, auch die anderen 99 Söhne ermordet wurde/worden sein soll:


Dazu heißt es bei "Kapitel 178 - Shaktri verflucht Kalmashapada, Buch 1 des Mahabharata" Folgendes:


Kurze Vorgeschichte:

>>

...

Schlimmster aller Könige, da du wie ein Rakshasa einen Asketen verletzt, sollst du von heute an ein kannibalischer Rakshasa sein. Geh fort, du übler König! Du sollst über die Erde wandern und von menschlichem Fleisch leben.“ So verfluchte der mächtige Rishi Shaktri den König Kalmashapada.

In diesem Moment näherte sich Vishvamitra dem Ort, wo der Monarch und Vasishtas Sohn miteinander stritten, denn auch zwischen ihm und Vasishta gab es unterschiedliche Ansichten über die geistige Führung des Monarchen. Nachdem der Fluch ausgesprochen war, erkannte Vishvamitra, daß Vasishtas Söhne ihrem Vater an geistiger Energie gleichkamen. Doch weil er eigene Absichten verfolgte, blieb er den beiden verborgen, indem er sich unsichtbar machte. Der verfluchte König war mittlerweile zur Besinnung gekommen und machte Shaktri demütig den Hof, um ihn wieder milde zu stimmen. Doch als Vishvamitra die Absicht des Königs erkannte, befahl er einem Rakshasa, in den Körper des Königs einzutreten. Der Rakshasa Kinkara folgte gehorsam Shaktris Fluch und Vishvamitras Befehl, nahm vom König Besitz, und Vishvamitra verließ wieder den Ort des Geschehens.

...

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und dann weiter:


>>

...

Tod der Söhne Vasishtas und seine Trauer

Einige Zeit später begegnete der vom Rakshasa aller Vernunft beraubte König dem Brahmanen Shaktri, der ihn verflucht hatte. Er sprach zu ihm: „Weil du mich mit diesem außergewöhnlichen Fluch belegt hast, werde ich mein Leben als Menschenfresser beginnen, indem ich dich verschlinge.“ Sogleich erschlug der König Shaktri und aß ihn auf wie ein Tiger seine bevorzugte Nahrung verschlingt. Als Vishvamitra vom Tod des Shaktri erfuhr, lenkte er den Rakshasa im Monarchen auch auf die anderen Söhnen Vasishtas. Und wie ein wütender Löwe kleine Tiere verschlingt, so verzehrte der Rakshasa bald darauf die anderen Söhne des ruhmreichen Vasishta, welche jünger als Shaktri waren. Vasishta erfuhr natürlich, daß alle seine Söhne von Vishvamitra getötet worden waren, und ertrug geduldig seine Trauer, wie der Große Berg die Erde trägt. Dieser Beste und Klügste der Munis wollte lieber sein eigenes Leben als Opfer aufgeben, um zu verhindern, daß sein Zorn das Geschlecht des Kausika auslöschte. So warf sich der ruhmreiche Rishi vom Gipfel des Berges Meru, doch er landete auf dem steinigen Boden wie auf einem Berg aus Watte. Als er durch den Fall keinen Tod fand, entzündete er ein riesiges Feuer im Wald und übergab sich bereitwillig den Flammen. Doch das hell lodernde Feuer verschlang ihn nicht, sondern schien ihn kühl zu umfächeln. Voller Trauer begab sich der große Muni an das Meer, band sich einen schweren Stein um den Hals und warf sich in die Fluten. Doch die Wellen trugen ihn an den Strand zurück. Schließlich, als es dem Muni der strengen Gelübde mit allen Mitteln nicht gelang, sich selbst zu töten, kehrte er mit schwerem Herzen in seine Einsiedelei zurück.

...

 <<

 

(Kapitel 178 - Shaktri verflucht Kalmashapada, Buch 1 des Mahabharata; siehe: http://www.mahabharata.pushpak.de/buch1/mahabharata_b01k178.html)


Angesichts dieser Informationen scheint es eher kaum zutreffend zu sein, daß mit "Shakti" ein Sohn des Rishi Vasishta gemeint ist, auch wenn so manche Autoren das behaupten.

Nun weiter zum Thema dieses Kapitelchens:

Im

>> Kapitel 179 - Vasishta erlöst König Kalmashapada << heißt es dann u.a.:

>>

...

Vasishta erfährt von seinem Enkelsohn

Auf seinem Heimweg durch viele Länder und über so manchen Berg, da bemerkte er kurz vor dem Ziel jemandem, der ihm folgte. Es war seine Schwiegertochter Adhrishyanti. Als sie sich ihm näherte, hörte der Rishi, wie jemand die Veden auf höchst kluge Weise und mit den sechs Juwelen der Redekunst aufsagte. Da fragte der Rishi: „Wer folgt mir?“ Seine Schwiegertochter antwortete ihm: „Ich bin Adhrishyanti, die Gattin von Shaktri. Ich bin ohne Schutz, obwohl ich mich der Askese verschrieben habe.“ Da fragte Vasishta: „Oh Tochter, wessen Stimme ist das, welche die Veden nebst den Angas aufsagt, und mich an die Stimme von Shaktri erinnert?“ Adhrishyanti sprach: „Ich trage ein Kind in mir von deinem Sohn Shaktri, schon für volle zwölf Jahre. Es ist seine Stimme, die du die Veden aufsagen hörst.“ Da freute sich der ruhmreiche Vasishta sehr und sprach: „Oh, es gibt ein Kind!“, und nahm davon Abstand, sich selbst auszulöschen. So kehrte der Sündenlose mit seiner Schwiegertochter in seine Einsiedelei zurück.

...

<<

(http://www.mahabharata.pushpak.de/buch1/mahabharata_b01k179.html)

 

 

 

 

 


Außerdem wird berichtet:


>>

...
Kapitel 180 - Geburt und Zorn von Parasara
Der Gandharva sprach:
Auch Adhrishyanti brachte in der Einsiedelei des Vasishta einen Sohn zur Welt, der Shaktris Linie fortführte und in allen Dingen ein zweiter Shaktri war. Vasishta selbst führte alle üblichen Riten für seinen neugeborenen Enkelsohn aus. Und weil Vasishta davon abließ, seinem Leben ein Ende zu bereiten, als er von diesem Enkelsohn erfuhr, wurde er Parasara genannt (das Tote belebt). Vom Tage seiner Geburt meinte der tugendhafte Parasara, daß Vasishta sein Vater wäre und benahm sich ihm gegenüber so. Und eines Tages nannte das Kind in Anwesenheit seiner Mutter den Ersten der Brahmanen, Vasishta, auch „Vater“. Als seine Mutter das liebe Wort von ihrem Sohn vernahm, da sprach sie mit tränenfeuchten Augen zu ihm: „Ach Kind, sag doch nicht Vater zu deinem Großvater. Dein Vater, mein Sohn, wurde fern ab von hier von einem Rakshasa verschlungen. Oh Unschuldiger, du denkst, er ist dein Vater, aber das ist er nicht. Der Verehrte hier ist der Vater deines gefeierten Vaters.“ Da wurde ihr Sohn, dieser wahrhafte Rishi, zuerst sehr traurig und flammte dann entschlossen auf, um die ganze Schöpfung zu vernichten. Da wandte sich der ruhmreiche und große Asket Vasishta, Sohn des Mitra Varuna, dieser Beste von allen Brahma Wissenden, der mit heilsamer Wahrheit angefüllte Rishi, an seinen Enkelsohn, der sein Herz daran gesetzt hatte, die Welt zu zerstören. Höre, oh Arjuna, mit welchen Argumenten es Vasishta schaffte, den zerstörerischen Entschluß aus dem Geist seines Enkels zu vertreiben.

...

<<

(http://www.mahabharata.pushpak.de/buch1/mahabharata_b01k180.html)

Die zu findenden Informationen ergeben insofern Widersprüchliches, als "Shakti" und "Shaktri" nunmal zwei Paar Stiefel sind. Außerdem ist die Geschichte doch sehr "mythologisch". So niedergeschrieben bzw verfaßt habe sie wiederum der Sohn von Rishi Vasishta's Enkel Parashar, nämlich Vyasa.


Dem Namen "Shakti" nach wäre jener Parashar nicht ein Sohn jenes Shaktri und, weil alle Söhne von Rishi Vasishta tot gewesen sein wollen, allenfalls ein Sohn einer Tochter Shakti des Rishi Vasishta.


Nun, nachdem ich nicht dabei war und Überlieferungsketten - insbesondere bei Werken solcher Länge - auch so ihre Probleme haben, bliebe eigentlich das "Schlußfolgern" und "auf die Reihe bringen" als Lösung und insofern, daß es sich um eine Tochter von Shakti handelt. Oder will man mit jener Guru-Puja aussagen, daß nur Männer fähige, zuverlässige Gurus sein könnten?

Solches zwischen den Zeilen, per der Puja, zum Ausdruck zu bringen, wäre abzulehnen.


Hier zeigt sich, daß es nicht wirklich hilfreich sein muß, im Zusammenhang mit "Transzendentale Meditation", die so wie sie bis ca 1976 weltweit von Mr. Mahesh und Tausenden TM-Lehrerinzwis gelehrt wurde in der Regel gemeinnützig und besonders förderungswürdig war bzw zumindest ohne weitere staatliche Widerstandleistungen geduldet worden war, sich um irgendwelche grundlegende Änderungen bemüht zu haben, wie es ab 1976 im Zusammenhang mit dem 1%-Effekt geschah.

Aber darauf gehe ich in diesem Kapitel "Seil und Schlange", Irrtum und Wahrheit" von www.franz-rickinger-91-19i.de dann erst zum Abschluß noch ein.

 


 


c) Einige Informationen zu "Shakti".


google-Suche nach Shakti ergab am 14.11.2020, daß Shakti ein weiblicher Vorname ist, der gelegentlich als Zweitname für Jungens verwendet werde.

Weiteres zum Namen "Shakti" ist zB zu finden bei: "Familienbande24"


https://www.familienbande24.de/vornamen/maedchen/Shakti/index.html

 

 


Wikipedia schreibt einiges, was bei der Klärung der Bedeutung des Wortes "Shakti" helfen könnte. (Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Shakti ).

Es heißt dort u.a., daß "Shakti" wörtlich "Kraft", "Energie" bedeute und die indischen Göttinen alles Formen von Shakti seien. Insofern wird "Shakti" wird hier ähnlich benutzt wie im Vergleich "Ozean-Welle", wo alles  Formen von Wasser sind.

Geht man von einer erleuchteten Dame namens Shakti, einer Gurini aus, so ist das wohl als Ausdruck derer "Erleuchtung" zu verstehen und sie mag eben dorthin gefunden haben, indem sie erstmal in einer anderen Frau ebenfalls jenes "Transzendentale Bewußtsein" erblickte, von da zur Erkenntnis gelangte, daß das "Transzendentale Bewußtsein" ein aus sich selbst heraus existentes Etwas ist, usw und schließlich die Fähigkeit erlangte, das auch in einer Weise zu lehren, die ohne unerfreuliche oder gar belästigende Assoziationen auskommen kann.
Im  Band I von Winternitz's "Geschichte der Indischen Litteratur" findet man auch ein wenig.

Zum Thema Shaktismus findet man dann auch bei Winternitz einiges.



Bei Prof. Winternitz findet man zu den "tantrischen Shakti-Kulten" etwa Folgendes:

 

       >>
    

 ... Bedeutender und orgineller ist aber die Karpūramañjarī, eines der besten Lustspiele der indischen Litteratur. Es ist das einzige uns erhaltene drama, das ganz in Prākrit abgefaßt ist 1).

...

Volkstümlich ist der manchmal etwas derbere Humor und der Charakter des Singspiels, der sich in den vielen Liedern zeigt.

   Witzig, aber auch etwas derb ist im I. Akt der Dialog zwischen den Vidūṣaka, der sich rühmt, auch ein Gelehrter zu sein, weil seines Schwiegervaters Schwiegervater Bücher ins Haus des Nachbarn zu tragen pflegte, und der dichterisch veranlagten Zofe, die vor dem königlichen Paar ihre Gedichte hersagt und von diesem belobt wird, was den Brahmanen sehr ärgerlich und eifersüchtig macht. Mit derben Humor ist ist auch das Auftreten des Zauberers und tantrischen Priesters Bhairavānada geschildert, der die Religion der Šāktas mit ihre wüsten Orgien sehr gut karikiert. Ein wenig betrunken, besingt er in gereimten Vierzeilern die herrliche Religion der Kaulas, bei der weder Buch, noch Soruch noch Geistesversenkung nötig ist, um zur Erlösung zu gelangen, sondern nur Wein, Weib und Fleisch. Dann rühmt er sich großsprecherisch seiner Zauberkunst, durch die er den Mond auf die Erde herabbringen, den Sonnenwagen anhalten, Götter erscheinen lassen könne usw. Der König spricht den Wunsch aus, daß er ein schönes Weib erscheinen lasse. Und zum Entzücken des Königs erscheint alsbald ein wunderschönes Mädchen - Karpūramañjarī, die Heldin des Stückes, in die sich der König sofort verliebt. Die weitere Handlung verläuft dann allerdings zumiest nach der Schablone des Mālavikāgnimitra. Neu ist jedoch im II.Akt, daß die Gelegenheit für den König, die Geliebte wiederzusehen, ein volkstümliches Schaukelfest zu Ehren der Gaurī ist, bei dem die schöne Maid vor dem Bild der Göttin schaukelt, Die Lieder, in denen das Schaukeln der schönen Jungfrau beschreiben wird, sind wahre Meisterstücke der Silbermalerei mit Alliteration und Innenreimen, die ausgezeichnet das Hin- und Herschwingen des Mädchens in der Schaukel zum Ausdruck bringen. Auch im IV. Akt wird ein volkstümliches Fest, das der Vaṭasāvitrī, gefeiert, und die Schilderung der dabei stattfindenden Maskentänze ist ebenso anmutig wie interessant.

...

 

     <<
   

siehe Seite 240/241 in "Geschichte der Indischen Litteratur" von Dr. M. Winternitz, o. Professor an der Deutschen Universität in Prag, dritter Band, Leipzig/ C.F. Amelangs Verlag. 

 

Man findet im selben Buch von Prof. Winternitz auf den Seiten 122/123 Hinweise auf Hymnen, die bei den Śāktas Bdeutung haben.

Diese Hymnen sind der Devi, d.h. der >>Göttin par excellance<< oder der >>Mutter<<  gewidmet, wie sie bei den Śāktas  verehrt wird. Indem Zusammenhang wird auch das "Bhavanishatakam" erwähnt und eine Quelle für eine Übersetzung ins Deutsche angegeben: A. Hoefer, Indische Gedichte Bd. II. Dieses Gedicht, das doch sehr deutlich an einen "Tempel zum unbekannten Gott" erinnert, drückt die Situation eines "nach Erleuchtung Suchenden" aus, der dies nicht weiß und jenes nicht weiß, der auch Gott nicht kennt und doch hofft, usw", es drückt die Situation aus in welcher man - mathematisch gesehen - ein strategische Entscheidung" gemäß Entscheidungsthorie, Spieltheorie, Vektoroptimierung udgl zu treffen sich bemühen kann bzw sich fragen kann, ob es mit diesen Mittel eine passable Entscheidung finden läßt.

(Dazu habe ich das Bhavani-Ashatakam in www.klassische-indische-texte-91-19i.de  aufgenommen; dort findet man auch den Link zur Onlinelesbarkeit bei der Bay. Staatsbibliothek München.).

Prof. Winternitz weist auch darauf hin, daß etliche dieser Hymnen - so wie übrigens auch das Bhavani-Ashatakam - dem Shankara zugeschrieben werden.

Genauer schreibt Prof. Winternitz dazu:

 

 

       >>

 

- 122 -

...

    

Zahlreiche Hmynen an Šiva, an die Devī oder Göttermutter und auch an Viṣṇu werden dem großen Philosophen Šaṅkara zugeschrieben ²). Wahrscheinlich sind manche dieser Hymnen wirklch sein Eigentum, während wohl die größere Mehrheit ihm mit Unrecht zugeschrieben sein dürfte. Einige dieser Hymnen sind der Devī, d.h. der »Göttin« par excellence oder der »Mutter« gewidmet, wie sie bei Šaktas  verehrt wird. Im Kult dieser Sekte wird nämlich das göttliche Prinzip nicht männlich, sondern weiblch aufgefaßt; und die Šaktas glaube nicht durch Wort »Vater«, sondern durch das Wort »Mutter« das erhabenste schöpferische Prinzip am besten ausdrücken zu können. Alle weiblichen mythologischen Gestalten werden von dieser Sekte als göttliche »Mutter« verehrt, vor allem die Gemahlin des Gottes Šiva, die unter unzähligen Namen, wie Umā, Pārvatī, Durgā, Caḍi, Devī usw., als »Mutter der Welt« (Jaganmātā gepriesen und angebetet wird ³). Es ist begreiflich, daß die indischen Dichter ganz besondrs innige Herzenstöne fanden, wenn sie von der Gottheit als ihrer »Mutter« sprachen. Daher finden sich gerade unter den Hymnen an die Devī manche der besten Erzeugnisse religiöser Lyrik. Als Beispiel seien einige Verse aus dem dem Šaṅkara zugeschriebenen Devyaparādakṣamāpaṇa, »Bitte an Devī um Verzeihung der Sünden«, hier übersetzt:

--------------------

...

²) Eine Sammlung von achten solcher Hymnen mit englischer Übersetzung enthält S. Venkataramanan, Select Works of Sir Sankaracharya, Madras, s.a.

³) Vgl. über diese Sekte Winternitz. Die Tantras und die Religion der Šaktas, Ostasiatische Zeitschrift  IV, 1916, S. 153ff.. Eine Sammlung von Hymnen an die Devī ist ins Englische übersetzt von Arthur und Ellen Avalon, Hmyns to the Goddess, London 1913

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siehe Seite 122 in "Geschichte der Indischen Litteratur" von Dr. M. Winternitz, o. Professor an der Deutschen Universität in Prag, dritter Band, Leipzig/ C.F. Amelangs Verlag. 

 

 

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- 123 -

 

      

War's Unkenntnis deiner Befehle,

War es Armut oder Trägheit

Daß ich die Kraf nicht fand, zu tun, was ich sollte,

Daß ich versäumte, deine Füße zu ehren,

Gütige Mutter, die du alle von Schuld befreist,

Mir auch wirst du vergeben;

       Ward doch ein schlechter Sohn schon manchmal geboren, 

    

Eine schlechte Mutter gibt es nicht.

 
Mutter! Viele würdige Söhne hast du auf Erden,

Aber ich, dein Sohn, bin ohne Wert,

Dennoch darfst du, Gute, mich nicht verlassen:

       Ward doch ein schlechter Sohn schon manchmal geboren, 

    

Eine schlechte Mutter gibt es nicht.

Mutter! Weltenmutter! Deine Füße hab'ich

Nicht geehrt, dir reiche Gaben nicht gespendet;

Denoch hast du Liebe mir bezeigt ohn' Ende:

...

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siehe Seite 123 in "Geschichte der Indischen Litteratur" von Dr. M. Winternitz, o. Professor an der Deutschen Universität in Prag, dritter Band, Leipzig/ C.F. Amelangs Verlag. 

 

 

 

       >>

 

- 123 -

...

    

Von anderen Hymnen, die Šaṅkara zugeschrieben werden und an Devī  gerichtet sind, seien erwähnt: Bhavānyaṭaka, »Acht Strophen an (die Göttin unter dem Namen) Bhavānī« mit dem Refrain  »Meine Zuflucht bist du, meine Zuflucht du allein, Bhavānī!« 1); und Ānandalaharī »Woge der Seligkeit«  in 20 Šikariīstrophen ²).

  Ein Zeitgenosse des Šaṅkara soll Mūka gewesen sein, der die Devī in nicht weniger als 500 Versen in seiner Pañcašatī ³) besungen hat. Ānandavardhana schrieb auch ein

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...

1) Herausgegeben und übersetzt von A. Hoefer, Sanskrit-Lesebuch, Berlin 1849, S. 93ff; Ind. Gedichte II. 157ff.

²) Herausgegeben und ins Französische übersetzt von A. Troyer, JA 1841, s. 3, t. XII, 273ff, 401ff. Text auch in Haeberlin 246 ff.; ins Englische übersetzt von Avalon, Hymns to the Goddess, 62 ff. Andere Hymnen an die Devī sind herausgegeben in Km. Part IX, 1893, 114ff., 140ff.; Part CI, 1895, 1ff.; das Ambāṣṭaka»acht Strophen an die Mutter«  mit Kommentar in Km.,Part II, 1886, 154 ff.; die Pañcaštavī (fünf Hymnen auf Durgā von unbekannten Verfassern; in  Km., Part III, pp. 9-31. An Šiva gerichtete, dem Šaṅkara zugeschriebene Hymnen sind herausgegeben bei Haeberlin 496ff., und in Km., Part VI, 1890, 1ff.; ein Hymnus an Viṣṇu in Km., Part II, 1896, 1ff.

³) Herausgegeben in Km., Part V, 1888,1ff., wo Muka für einen modernen Dichter erklärt wird. Nach Krishnamacharya 119 erklärt ihn die Überlieferung für einen Zeitgenossen des Šaṅkara und berichtet, daß er in der Jugend ein  Idiot (mūka) gewesen und duch plötzliche Inspiration ein großr Dichtr gworden sein soll.

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siehe Seite 123 in "Geschichte der Indischen Litteratur" von Dr. M. Winternitz, o. Professor an der Deutschen Universität in Prag, dritter Band, Leipzig/ C.F. Amelangs Verlag. 

 

 



 

Hier nun erst noch das, von Winternitz, erwähnte "Bhavani-Ashatakam" in der Übersetzung von A. Hoefer:

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Acht Strophen an die Bhavânî

1.

Nicht Mutter, nicht Vater,

Verwandte, noch Rather,

Nicht Sohn auch, nicht Tochter,

Nicht Diener, noch Herrscher,

Nicht Gattin, noch Reichthum,

Nicht Nahrung ich hab mehr: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

2.

Ich weiß nicht von Gaben,

An Andacht mich laben.

Zu beten ich brenn' nicht,

Und Hymnen ich kenn' nicht,

Nicht kenn' ich Verehrung,

Vertrauen, das Netz, nicht: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

3.

Im Weltmeer, das grenzlos,

Das leidvoll und schreckvoll,

Freiwillig noch wandl' ich,

Begiervoll und rauschvoll,

Verblendet, ein Abscheu,

Und bös auch so bin ich: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

4.

Ich weiß nichts von Waschung,

Ich weiß nichts von Reinheit,

ich weiß nichts von Zuflucht

Der Sel'gen, ― was ist das?

Ich weiß nichts von Glauben

Und Demuth, o Mutter! ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

5.

Ich thu' schlecht mit Schlechten,

Ich denk' schlecht und dien' schlecht,

Gerechte vermeid' ich,

An Schlechten ich weid' mich,

Ich seh schlecht, ich sprech schlecht,

So bin ich stets und bleib' ich: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

6.

Den Großherrn der Schöpfung,

Der Karmî, der Götter,

Der Schaaren, der Tagszeit,

Der Nachtzeit ich kenn' nicht,

Und nicht kenn' ich Zuflucht

Noch andre auf ewig: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

7.

In Streit und Prozessen,

Daheim, in der Ferne,

Im Wasser, im Feuer,

Auf Bergen, bei Feinden,

Im Walde, wenn schutzlos,

Bist du ja mein Schutz bloß: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

8.

In Armuth und schutzlos,

In Mühsal und Krankheit,

Gebrochen, im Elend,

Und stumpf schon vor Kälte,

ich such' mir, unglücklich,

Bei dir nur noch Zuflucht: ―

  Mein Heil du, mein Heil du,

  Du einzig Bhavânî!

 

 
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Siehe Seite 157 bis 160 in "Indische Gedichte in deutschen Nachbildungen", Bd II, Albert Hoefer, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1844.

 

 

Quelle: Siehe https://opacplus.bsb-muenchen.de/metaopac/search?&query=Indische%20Gedichte%20in%20deutschen%20Nachbildungen

Dort findet man auch die Nutzungsbedingungen; angegeben war am 15.8.2022: http://rightsstatements.org/page/NoC-NC/1.0/?language=de

Im Menüpunkt - am linken Rand - "Im Dokument blättern" gibt es ein Feld "Scan"; dort muß man "165" eingeben; dann kommt man zur Startseite dieses Ashatakams. (Seiten 157 bis 160 im Buch.

Man muß evtl die Seite von www.bsb-muenchen.de "per Hand" aufrufen und findet dann die betreffende Seite zum Buch per Suchbegriff "Indische Gedichte in deutschen Nachbildungen" im "Katalog OAPC Plus". Dann kann man "Online lesen" anclicken und findet problemlos hin. Dann läßt sich jene Seitenzahl "165" angeben, usw. Die Angabe eins direkten Links ist anscheinend nicht  möglich und wird offenbar bewußt blockiert.

(Insgesamt ist die Menüführun dort anfänglich lediglich etwas gewöhnungsbedürftig.)

 

siehe auch etwa:

https://books.google.de/books?id=nXIHAAAAQAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

 

oder auch Seite 158, Seite 159 in https://archive.org/details/indischegedicht00hoefgoog



Es gibt da auch die Die Mūrti-Pūjā oder auch "Sakti-gita", welche Pater Josef Abs in seinem Buch "Halle aller Religionen" - erschienen 1923 - übersetzte.

Da wird Shakti ganz als Göttin verstanden.

So hat man hier, das was im Zusammenhang mit jener tantrischen Initiationszeremonie aus dem Buch "Tantra in Bild und Deutung" von Mookerje/Khanna bereits besprochen wurde.

Man muß eben die verscheidenen Vorstellungen wie "SchülerIn", "Gurini Shakti" und  Göttin "Shakti" sorgsam auseinanderhalten. Die obigen Erläuterungen von Prof. Winternitz betreffs jener Sakta-Sekte sollten da wohl auch hilfreich sein.

Man muß eben da keine Sekte daraus machen; manche machten es nunmal.

Nur weil man darauf hinweist, wird man noch lange nicht zu einem Anhänger jener Sekte, weil dei Richter, die "TM als Sekte" bezeichneten und sich also damit befassten, dann ja auch Anhänger jener Sekte geworden wären, was sie zu recht wohl weit von sich weisen würden.

 

Im Anhang zu seinem Kommentar zu den ersten sechs Kapiteln der Bhagavad Gita (Penguin Taschenbuch; In deutscher Sprache zuerst bei SRM publications 1972 erschienen) findet man eine kurze Darstellung zu Vedanta.

Darin heißt es sinn gemäß: "Unter dem Einfluß von Unwissenheit erscheint Atman als Jiva; unter dem Einfluß von Maya erscheint brahman als persönlicher Gott".

Nunja, wer eben sich mit Vedanata befaßt um zu seinem persönlichen Gott zu finden, der macht eine Sekte daraus; wer es studiert und die entsprechende Meditationspraxis benutzt, gelangt zur Erkenntnis und zum Verständnis von brahman, was philosophisch-wissenschaftlich dann ist und war.

Shankaracharya Shantananda bezeichnet, lt. Paul Mason, TM als einen "Universalschlüssel des Vedanata" (siehe auch Wikipedia betreffs Shankaracharya Swami Shantanand Saraswati).

 

Das sollte dann betreffs "Shakti, Tochter des Vasishta" dann derweil genügen. Sie war ein Mensch, der eben jenes Wissen stduierte, erwarb und in ihrr Zeit zu lehren/weiter zu geben fähig gewesen war.


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128

 Neunzehntes Kapitel. Die Mūrti-Pūjā

 

 

Wir geben dem Leser eine kleine Übersetzung aus der Śakti-gitā, über Dyāna und Stuti handelnd, wo die Gottheit als allmächtige Mutter besungen wird. Sie lautet: 

Vor der Götter Augen hob sich, aus des Dunkels schwerem Kranz

auf in wunderbarem Leuchten höhenwärts ein Sphärenglanz.

Millionen Sonnen löschend, hob sich aus der goldnen Flut

eine Göttermaid, viellieblich wie ein sechzehnjährig Blut.

 

Schön zu schauen, wie noch niemals je ein Auge Schönres sah,

Ambikā die Göttermaid war, die der Götter Aug' war nah,

mit vier Armen, steingeschmückten, die da Schling' und Schlegel faßten,

Sicherheit und Huld für alle, die in ihrem Dienst nicht rasten,

Auf des Höchsten Nabellotus, dessen Form sie Śiva heißen

thronte sie, die Welten in das Dasein, in das Nichts läßt kreisen.

Deva's, ṣi's, Pitṛ's beugte sich als Stützen unters Lager,

auf dem hingestreckt lag Śiva, er der Götter Schlachtenwager.

Aug dem Antlitz lag der Göttin ernstgestimmt ein süßes Lächeln,

vor dem Welten schauernd beben, wie im Wind die Palmen fächelnd.

Schweigsam thront sie, nur sie hauchet hin den heil'gen Laut des Om,

der die weiten Welten wandelt um in einen großen Dom.

 
            

Jenseits aller Schöpfungskräfte ist sie doch in allen Wesen,

ihre Hulden mild zu schenken denen, die sie hat erlesen.

Sein, Geist, Wonne ist ihr Wesen, Eines ohne Zweites seiend,

und doch Zweiheit, jedem Dasein höchste Seligkeit verleihend.

Vor dem Brahma-Selbst die Götter nicht die Augen konnten wenden,

nun sie nahten sich, die Hohe grüßend, mit erhobnen Händen:

 

 


             

   Śiva-Göttin, Trösterin milde

allen, die dir Ehre erweisen,

deren Wesen kein Geist kann umfassen,

Worte nicht mögen dich würdig zu preisen.

 

         

   Doch unsrer Seelen machtschwellendes Sehnen,

will in Worten dein Wese aussprechen,

unergründlich und unermeßlich,

habe Mitleid mit unseren Schwächen.

 

         

   Du nur kannst uns Verzeihen gewähren,

Große Mutter, du Brahman-Hohe,

dich wir grüßen, deren Erbarmen

uns umlodert wie Lichteslohe. 

 

         

 

Höher du thronst als der Allerhöchste,

Selbst du, der Weltprinizpien Verächter;

Einheit von Geist und von Sein du; doch Zweiheit

in dem Vereinen beider Geschlechter

 

 

 


          

   Anfangslos ewige Schöpfungen rollen

ins Dasein, du bist ihr mächtger Rufer;

Schönheit und Liebe drin jubeln und ebben

jauchzend an ewiger Freude Ufer.

 

         

Du öffnest dein Aug', und in buntem Wirbel

tanzen vorüber die Weltengebilde,

ein Spiel des Ew'gen, sie kommen und gehen

in zahllosen Reihen, o Mutter, du Milde!

 

  Dein Schöpferspiel rufet die Welten ins Dasein,

schleudert sie wieder ins Nichts und Verderben,

dich wir verehren, allmögende Herrin.

Ein Augenblick - Welten werden und sterben.

         

  

         

 

   Formlos du stehest jenseits der Formen,

jenseits der Sinne und Sinnesgestalten,

Eines du bist und ohne Zweites,

alldurchdringend, dich zu entfalten:

 

 

 


          

Zeigst Du dich, Mutter, in Form und Gestalten

deinen Verehrern in nachsichtiger Milde,

ihnen das höchste Gut zu verleihen,

du Dreischöpfungsweisen-Gebilde.

 

         

   Keine Grenze ist deiner Hulden,

da du schaust auf das Nicht-Verstehen

deiner Verehrer, der sinnbetörten,

die dein wahres Wesen nicht sehen.

 

Mit Gnadenblicken gewähres du ihnen

deinen Anblick, du Gnadensonne,

hüllend dich in Gestalten und Formen,

ihnen bringend Seligkeitswonne.

         

  

         

 

   Nicht wir Götter und nicht die Dämonen,

nicht die Menschen dein Wesen erkennen,

Meer der Gnade, du Allerhöchste,

Dreiguṇa-Form wir in Ehrfurcht dich nennen.

 

 


          

Gnadenmeer du, deine Verehrer,

von des Unwissens Mächte getrieben,

irren zweifelnd herum um dein Wesen;

wer auch hätt' es je würdig beschrieben!

 

         

   Doch weigerst du ihnen nicht deine Nähe,

deren Strahlen die Armen erwärmen,

wenn  sie um deine Lotusfüße

trunken in Liebe wie Bienen schwärmen.

 

   Die dich verhren als Viṇu und Gaurī,

Sūrya, Dhīśa, Śiva, die Götter,

in dem Kampfe der Himmel und Höllen

bist du uns nahe als mächtigster Retter.

         

  

         

 

Unsere Schwäche mit Stärke umhüllend,

zwingest du nieder die Götterverächter,

bannest aus siegreichen Himmelswelten

finstrer Dämonen Verzweiflungsgelächter.

 

 


 

          

Wenn der Dharma des Rechts und der Tugend

wankt und berstet in Schutt und in Trümmer,

führst du die Guten, zermalmst du die Bösen,

läßt Tugend erstehen dein Gnadenschimmer.

 

         

   Wenn Nationen dem Abgrund zu taumeln

steigst du vom Himmel, führergewaltig

im Volk, auf dem Schlachtfeld, in Todesgrauen,

als einer der Fünfgottzahl, viṇu-gestaltig.

 

   Deinen Getreuen du gibst das Verstehen,

daß sie als Brahmaform dich erkennen,

daß sie als  Īśvara rühmend dich preisen,

daß sie als Virāj dich nennen:

         

  

         

 

   Sie die in Glaube und Liebe dir dienend,

selbstlos und wunschlos in dich sich versenken,

sinnend des Wortes: "tat tvam asi", das

letztes Ziel ist in allem Gedenken.

 


 

          

Herrin , du Brücke der Mantra's und Sprüche,

du der Schöpfung, der Veda's Quelle,

du des heiligen Oṃ-Lauts Tönen

dich wir grüßen, o Gnadenhelle. 

 

         

   Du beschirmest das heilige Wissen

durch die ṣi's; des Karman Walten

durch uns, die Götter; die sterblichen Welten

läßt du durch die Pitṛ's gestalten.

 

 

   Du bist das Sein, das noch nicht sich entfaltet,

du bist das Nichtwissen, die Jīva's betörend,

du bist das Sein, tausendformengestaltig,

du bist Wissen, Kaivalya gewährend.

 

         

  

         

 

   Du bist Turīja, das Höchstexistieren,

Brahman-Selbst wir dich, Hehre, heißen,

Svāhā, Svadhā,Vaṣaṭ-Form du,

Göttermutter, wir alle dich preisen.

 

 

 


 

          

   Jeder Weltenkalpa dich siehet

als Sarasvatī, schirmend das Wissen,

kündend die Veda's den heiligen ṣi's,

die sich dir weihen geistesbeflissen.

 

         

   Aus des Gāyatrī-Verses Schächten

zwingst du die Mantra's hinein in die Veden,

aus dem Sāvitrī-Versen du schüttest

Mächte und Kräfte in Opfer und Reden.

 

 

Deinen Bekennern gibst Heil du und Segen

hier und dort drüben, nach Sehnen und Büßen;

die du verleihst das heilige Wissen,

Göttermutter, wir alle dich grüßen ²).

 

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Indiens Religion, der Sanātana-Dharma, Eine Darstellung des Hinduismus, übersetzt und erläutert vom Kapuziner-Pater Pater Josef Abs, erschienen bei Kurt Schroeder in Bonn/Leipzig, Neunzehntes Kapitel - Die Mūrti-Pūjā, Seite 125 bis 128


 

 


         

 

 

 

 



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