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VII) 3 Ansichten aus bzw anhand der Bhagavad Gita:

 

Erstmal die Übersetzungen ins Deutsche der Vers 45 und 48 aus der Sicht unterschiedlicher AutorInnen, dh die Bedeutung jener Verse in deutscher Sprache:

 

 


VII 3a) Vers 45 und Vers 48: , Mr. Mahesh's Übersetzung

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Vers 48

Gegründet in Yoga,

Gewinner, du, von Reichtum gehe hin und handle,

nachdem du die Bindung aufgegeben hast

und ausgeglichen wurdest

in Erfolg wie Fehlschlag!

Denn Ausgewogenheit des Geistes, das heißt Yoga.

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Maharishi Mahesh Yogi, Bhagavad Gita, übersetzt und neu kommentiert, Kapitel I-VI, International SRM Publications, Deutsche Übersetzung in Gemeinschaftsarbeit, 1971, Seite 127 - 130

 

 

 

 

Als Kernvers, welcher die Lehre der Transzendentalen Meditation darlege, betonte Mr. Mahesh den Vers 45 des 2.Kapitels:

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Vers 45

Die drei gunas sind der Veden Thema

sei ohne die drei gunas, Arjuna,

befreit von Zweiheit, in Reinheit ewig fest,

nicht an Besitz gebundend, dem SELBST gehörend.

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Maharishi Mahesh Yogi, Bhagavad Gita, übersetzt und neu kommentiert, Kapitel I-VI, International SRM Publications, Deutsche Übersetzung in Gemeinschaftsarbeit, 1971, Seite 118 - 124


VII 3b): Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung von Dr. Franz Lorinser; Dazu auch die Erläuterungen des Dr. Franz Lorinsers:

 

 

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24

Zweite Lesung.

 

 

Die mannichfach verrichtungsvoll um Reichthum und um Herrschaft ist³³),

44 Von der im Geist Befangenen, den Reichthums-Herrschafts-Gierigen,

Wird Lehre der Beständigkeit durch Betrachtung niemals zu

Theil ³).

45 Drei Kräfte stell‘n die Vedas dar ³); nicht dreikräktig sei, Ardschuna ³) !

 

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32) D. h. die zu guten Werken durch das Versprechen einer Wiedergeburt in höherem Zustande nach dem Tode antrcibt. Jede Wiedergeburt ist aber ein Uebel, weil sie die endliche Befreiung verzögert.

33) E. Burnouf übersetzt: Qui renferme une abondante variété de eceremonies, par lesquelles on parvient aux richesses et la puissance. Alles das sind untergeordnete Güter, nach denen man als letztes Ziel nicht streben soll.

34) D. h). sie erheben sich nicht durch Betrachtung, Contemplation, (samâdhi) zu dieser Lehre. Vergl. Katha-Upanischad I, 2. valli. 24 (Bibi. Ind. vol. XV. p. 106 bei Windischmann p. 1713): ,,Keiner der ohne Frieden ist und böse wandelnd, kein nicht Beruhigter, kein nicht darauf Gerichteter, keiner der nicht beruhigten Herzens ist, kann ihn durch Erkenntniss erlangen."

35) Traigunajvidschajâ, drei Kräfte darstellend sind die Vedas. Schlegel übersetzt:

ternarum qualitatum materiiam exhibent libri sacri; C. Thomson: The object of the Vedas is the three qualities; E. Burnonf: Qn trouve les trois qualités dans les Vedas. Das Verständnis dieser Stelle bietet nicht unerhebliche Schwierigkeiten dar, welche weder durch die vorstehenden Uebersezungen, noch durch dasjenige, was Lassen zu dieser Stelle in den Annotationes bemerkt, gelöst werden. Zunächst steht wohl fest, dass hier von jenen drei Kräften oder Natur-Eigenschaften die Rede ist, welche am Ende unseres Gedichtes (Lesung XIV. u. ff.) ausführlich erörtert werden, die in der indischen Philosophie (unter den Namen triguna) seit der ältesten Zeit eine so grosse Rolle spielen und als Sattva (Wesenheit), Radschas (Leidenschaft) und Tamas (Finsterniss) bezeichnet werden. (Das Nähere über die Bedeutung dieser Worte wird unten an der betreffenden Stelle gesagt werden.) Was bedentet nun aber der Ausdruck vischajâ in Bezug auf diese drei Qualitäten? Das Wort vischajâ (von der Wurzel si, ligare, vincire) bezeichnet als Substantivum: res sensibus obvia, ausserdem auch noch regio, terra; adjektivisch gebraucht, würde es also zunächst: sinnlich darstellend bedeuten. Soll dies nun in der hier gebrauchten Verbindung heissen: in den Vedas werden diese drei Qualitäten gelehrt, als die Eigenschaften der Natur dargestellt und gezeigt, oder vielmehr der Inhalt der Vedas ein Produkt dieser drei Naturkräfte? Lassen nimmt das Letztere an, wenn er sagt: Poeta Vedos mixti argumenti esse et pravis affectibus interdum lenocinari affirmat. Ad secundam qualitatem, impetum, sine dubio vult referri spem ostentatam, cultu deorum opes

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"Die Bhagavad-Gita.", übersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser, Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G.Porsch), Seite 24.

 

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25

Zweite Lesung

 

Nicht zwiefach³), stets nur wesenhaft, von Sorge frei³), nur bei dir selbst³),

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et dominationem, tum in hac vita, tum in futuro aliquo statu, obtineri posse; ad tertiam, caliginem, superstitionrs malignas, qualesunt ritus magici, inimicos excindendi causa suscepti." Ich vermuthe vielmehr das

Erstere, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil es höchst unwahrscheinlich ist, dass durch diese Worte ein direkter Tadel der Vedas ausgesprochen werden solle, wie Lassen annimmt, wenn er sagt: Acerrima his vcrbis inest Vedorum vituperatio, Wenn auch (wie oben Anm. 29 bereits nachgewiescn worden) die Vedas in den Upanischads und philosophischen Sutras vielfach für unzureichend erklärt werden, wenn die philosophische Erkenntniss, ganz unabhängig von den Vedas, als höchstes Heilmittel gilt, wenn auch in der Bh. G. selbst zuweilen eine mehr oder weniger verhüllte Andeutung diescr Unvollkommenheit der Vedas vorkommt, so war doch der Verfasser der Bh. G. immerhin ein Brahmane, und als solcher konnto er unmöglich in offenen, direkten Widcrspruch zu seinen heiligen Büchern treten. Ein solcher wäre denn auch vollkommen unvereinbar mit anderen Stellen, wo die Vedas unverholen gepriesen werden (z. B. 3. Les. XV. sl. 15, wo Krischna von sich sagt: ,Ich bin in allen Vedas zu erkennen," und X. sl. 22, wo er sich selbst den Sama-Veda nennt), so wie mit der vermittelnden Rücksicht, die der Verfasser, trotz seiner Sankhja- und Joga-Philosophie, überall auf die Lehren der Vedanta-Schule nimmt. Hier entsteht jedoch die Frage, wo denn in den Vedas dic Lehre von der Triguna ausgesprochen sei? Offcnbar ist das in den Mantras nicht der Fall; ob in den älteren Brahmanas, dürfte sehr zweifelhaft sein ; höchstens könnte es in einigen späteren Upanischads vorkommen. Meine Vermuthung geht dahin , dass hier nicht die Vedas im engeren Sinne, sondern vielmehr das Gesetzbuch des Manu gemeint sei, wo die Lehre von der Triguna (lib. XII. sl. 24 50) ausfühlich vorgetragen und dem alten Rischi Bhrigu in den Mund gelegt wird. Das Gesetzbuch des Manu wurde aber in der That in der späteren Zeit als ein Bestandteil der Vedas angesehen (wie ja noch später auch die Bhagavadgita selbst und das ganze Mahabharata), und wir hätten folglich hierin zugleich ein Zeugnis für die relativ späte Abfassung der Bhagavadgita. Gleichwohl gestehe ich, dass auch diese Erklärung ihr Bedenkliches hat und mich keineswegs ganz befriedigt. Gerade über diese Stelle wäre es höchst interessant, Sankara's Commentar, der mir leider unzugänglich ist, nachzusehen.

36) Nistraigunja, wörtlich: nicht dreieigenschaftig. Schlegel: liber esto a ternis qualitatibus. E. Bernouf: sois exempt des trois qualités. Der Sinn ist offenbar: Suche dich frci zu machen von dem Einfluss der drei Qualitäten durch die Uebung der Joga und handle nicht nach ihrem Antrieb; denn sich gänzlich von ihnen zu befreien, ist unmöglich, wie unten (Lcs. XII1. sl. 40) ausdrücklich gelehrt wird.

37) Nirdrandra, wörtlich: nicht zwiefältig. Ich gestehe, dass die gewöhnliche Erklärung dieses Asdruckes (Schlegel: liber a sensu rerum sibi oppositarurm, Burnouf: que ton âme ne se partage point) mir hier nicht zusagen will.

Drandra bedeutet allerdings ein Paar, und wird sehr häufig von zwei einander entgegengesetzten Begriffen , wie Lust und Schmerz, Kälte und Hitze, gebraucht

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"Die Bhagavad-Gita.", übersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser, Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G.Porsch), Seite 25.

 

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26

Zweite Lesung.

 

46 Wie vielfach man den Brunnen braucht, in den allher das Wasser fliesstº),
So vielfach aller Vedas auch kund'gen Brahmanens Nutzung ist
¹).

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Nicht zwiefach würde dann hier bedeuten: nicht von den Gegensätzen afficirt, stets unempfindlich gegen die Extreme; wie Lassen dazu bemerkt: Stoicorum morc .... commendatur. Naheliegender und natürlicher ist aber doch wohl die andere (obwohl von Lassen und Thomson verworfene) Erklärung, das Wort hier auf die beiden letzten der drei Qmlitäten, welche durchaus schlecht und verwerflich sind, und das folgende nitja sattvasto auf die erste, die sattva (Wesenheit, Güte) zu bezichen. Denn wenn hier sattva, wie Lassen will, die andere Bedeutung firmitas, robur, in der es allerdings zuweilen gebraucht wird, haben soll, so wäre eine verwirrende Unvollkomenheit des Ausdrucks vorhanden, die bei der sonstigen Klarheit und Eleganz der Schreibweise des Verfassers kaum anzunehmen ist. Was hauptsächlich gegen diese Aufassungsweise eingewendet wird, dass nämlich dann ein Widerspruch vorhanden wäre, da Krishna den Ardschuna so eben aufgefordert hat, sich von allem drei Qualitätcn frei zu nmcben, scheint mir in der That nicht von Bedeutung zu sein. Denn die Unvollkommenheit, die in dem Sattva vorhanden ist, ist eine rein theoretische und schwer zu fassende, und bei der Auseinandersetzung des Wesens der Triguna, welche in den letzten Abschnitten des Gedichtes gegeben wird, erscbeint dasjenige, was dem Sattva angehört, immer als das zu Erstrebende nnd Festzuhaltende, und wird nur jenes getadelt, was in den beiden anderen seinen Ursprung hat.

38) Nirjogakschema ist ebenfalls ein Ausdruck, dessen Verständnis nicht ohne Schwierigkeitcn ist. Lassen bemerkt darüber: ,,Jogakschema est dictio a jure civili e re mercatoria dcsumpta. Inter varias ejus significationes huc mihi facere videtur praestatio quando quis certa mercede acccpta alteri cavet, ubi quid periculi timetur, s c damnum esse reparaturum."

Schlegel übersetzte zuerst: expers sollicitudinum, Lassen (ihn verbessernd in der II. Ausgabe) de custodiendis et augendis opibus haud sollicitus; C. Thomson: free from wordly anxieties, und E. Burnouf: qne le bonheur ne soit pas l'objct de ses pensées. Aus dieser Yerschicdcnhcit der Auffassung geht hervor, dass der eigentlichc Sinn noch keineswegs feststeht, und man daher am besten thut, sieh an den allgcmeincn Ausdruck Schlegels zu halten.

39) Atmaván, wörtlich: sni compos. E. Burnouf: quelle(ton âme)soit maitresse d'elle mème.

40) Von was für einer Art von Brunnen hier die Rede ist, erklärt Lassen: ,,Intellige lacus arte factos, lapide stratos, publicis usibus destinatos, quales plurimi Romam olim ornabant hodieque ornant."

41) Aus diesen Worten geht hcrvor, dass der Verfasser nicht gegen die Vedas selbst, sondern vielmehr gegen den Gcbrauch, der von den Vcdatexten gcmacht wird, polemisirt. Mit Recht bemerkt C. Thomson: ,,Man muss nicht glauben, dass unser

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"Die Bhagavad-Gita.", übersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser, Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G.Porsch), Seite 26.

 

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27

Zweite Lesung.

 

47 Für's Werk streng' deine Sorge an, doch für die Früchte nimmermehr;

Nicht Fruchterzielung sei dir Grund, noch Hang dir zur Unthätigkelt²),

48 Die Werke in Vrrtiefung thu', und lass den Hang Dhsnandschaja³)!

 

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Autor durch dasjenige, was er hier sagt, den Gebrauch der Vedas verwerfen will. Er mahnt nur zu vorsichtigem Gebrauch derselben." Der gamze Satz schillert indessen in einem zweideutigen Lichte und lässt, seinem Wortlaut nach, auch die Erklärung offen, dass die Anwendung der Vedas im guten Sinne eine höchst mannichfaltige und reiche sei. Daher sagt Lassen nicht ohne Grund: ,, Ridet poeta industriam Brachmanum quorundam . . . Sed hanc sententiam consulto comparations involutam ita protulit, ut anceps vidcri possit."

42) Mit dieser Sloke beginnt die oben (sl. 39) versprochene Auseinandcrsetzung der Joga-Lehre. Es ist abcr nicht die reine Joga des Patandschali, die Krischna hier empfiehlt, welche gänzliches Unterlassen aller Handlungen, soweit es dem Menschen möglich ist, verlangt, um sich zum höchsten, magnetischen Hellsehen zu erschwingen und dadurch die endliche Befreiung zu erlangen, eine Methode, die mit dem Ausdruck Dschnana-Joga (Erkenntnissjoga) bezeichnet und als das Höherstehende zwar in seiner Berechtigung anerkannt wird, dem aber der Verfasser der Bhagavadgita die ihm eigenthümliche, sogenannte Karma-joga (Werkjoga) entgegenstellt, eine Vertiefung (joga), dic mit dem Handeln, dem sich der Mensch ohnehin nie ganz entziehen kann, vereinbar ist, und welche demjenigen entspricht, was in der christlichen Ascese innere Abtödtung, sancta indiffererentia, Lostrennung der Seele von jeder sinnlichen und irdischen Begierde, genannt wird. Die Grundsätze dieser Karmjoga verlangen keine wirkliche Zurückziehung von der Welt, sondern dic Erfüllung der Pflichten, welche Jedem sein Stand, seine Kaste, vorschreibt, wobl aber die innere, moralische Zurückziehung von den Einflüssen der Welt und das Aufgeben aller weltlichen und selbstsüchtigen Interessen. Wenn daher das Handeln selbst nicht aufgegeben werden kann, so kommt es nur darauf an, sich von den Fesseln der Handlungen los zu machen. Dies aber geechieht, wenn man alle Rücksicht auf den Erfolg, die Frucht (phala) der Handlungen, aufgiebt, und nur handelt, um zu handeln, d. h. um seine Pflicht zu erfüllen, oder der Nothwendigkeit des Naturdranges zu folgen. Alsdann beraubt man die Handlungen ihrer fesselndcn Natur, und handelt, mitten im Handeln, eigentlich nicht. Ich vermuthe, dass diese, dem Verfasser der Bh. G. eigenthümliche Theorie der Karmajoga dem Christenthum entlehnt und nicht aut indischem Boden gewachsen ist, eine Vermuthung, deren Richtigkeit sich im Folgenden immer deutlicher herausstellen und auch durch andere , unverkennbare Spuren christlichen Einflusseses legitimiert werden wird.

43) Unter Hang (sanga von der Wurzel sandsch, figere, affigere) ist dasselbe zu verstehen, was die christliche Ascese ab ungeordnete Neigung, Anhänglichkeit, bezeichnet.

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"Die Bhagavad-Gita.", übersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser, Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G.Porsch), Seite 27

 

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28

Zweite Lesung.

 

In Glück und Unglück bleibe gleich; Gleichmuth⁴⁴) Vertiefung wird genannt.

49 Weit niedrer steht das Werk als Geist's-Vertiefung, o Dhanandschaja⁴⁵) !

Im Geiste suche Hülfe dir⁴⁶ ͣ ); elend sind, welche Frucht nur treibt⁴⁶).

50 Der Geistvertiefte verlässt hier Beides, was wohl, was schlecht gethan ⁴⁷).

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44) Sammtva (Abstraktum von sama gleich) ist unser Gleichmuth. (SchlegeI: acquabilitas. Burnouf: égalité d 'âme.) Dieser Gleichmuth wird hier yoga, Vertiefung, genannt, indem unter Joga, der Grundbedeutung des Wortes gemäss, die Vereinigung der Seele mit der Gottheit (nicht die Lehre, sondern die Ausübung derselben) verstanden wird.

45) Der Sinn ist: Wenn ich die Vwrrichtung der Werke von dir vcrlange, so stelle ich dieselben nicht etwa höher, als dic Vertiefung des Geistes, die Erkcmtniss selbst. Diese bleibt immer das Höchste; selbst die guten Werke, Opfcr, religiöse Bräuche, Abtödtung und Entsagung, sind davon nicht ausgenommen.

46a) Im Geiste d. h. im Streben nach Erkenntniss, dem letzten Ziel der Joga, suche das Mittel, dich von den Banden der Werke zu bcfreien, in welche Diejenigen verstrickt werden, die die Werke mir um ihrer Folgen willen, d. lt. aus selbstssüchtigen Motiven verrichten. Diese ganze Lehre erinnert sehr deutlich an die christliche Forderung der guten Meinung, der reinen Intention, die man bei Verrichtung der Werkc haben muss und die allein den Werken ihren Werth verleiht, und der hier gebrauchte Ausdruck: insbesondere an den Ausspruch des Apostel Paulus (Coloss. 3, 28): .... Nur ist der grosse Unterschied, dass der Begriff der Gottheit, mit der sich zu vereinigcn, Ziel der Joga ist, nach indisch-pantheistischer Anschauung mit dem des Rein-Gcistigen überhaupt zusammenfällt. Daher bemerkt Wilhelm v. Humboldt richtig (l. c. p. 7): ,,Die reine Scheidung des Geistigen von dein Körperlichcn und die Vernichtung der Handlungcn führen beidc, jene positiv, durch die Einerleiheit alles rein Geistigen, diese negativ, durch die Entfernung der Störungen, in welche das Handeln den Menschen verwickelt, zu der Erkenntnis und Anschauung der Gottheit, ans welcher die höchste Vollendung hervorgeht."

46b) Phalahetara, wörtlich: dic Fruchtursachen, die sich die Frucht der Werke als Ursache, Antrieb ihres Handelns setzen.

47) Cockburn-Thomson scheint diesen Vers nicht richtig aufzufassen , wenn er übersetzt (wahrscheinlich inducirt durch den schlusssatz des folgenden Verses): He who is mentally devotcd, dismisses (by means of Yoga) alike succesful and unsuccesful results;" richtig dagegen E. Burnouf: L'homme qui s'applique à la meditation, se degage ici-bas des bonnes et des mauraises

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"Die Bhagavad-Gita.", übersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser, Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G.Porsch), Seite 28

 

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29

Zweite Lesung.

Drum weihe der Vertiefung dich; Vertiefung ist in Werken Glück⁴⁸).

51 Werkentsprosste Frucht verschmähend, die Geistgen⁴⁹), die Versständigen,
Von Banden der Geburt befreit⁵º
), gelangen in leidlosen Stand⁵¹).

——————

 

ocuvres." Auch Schlegel giebt sukritaduschkrite wieder mit: bene et male facta. Der Ausdruck: verlässt (dschûhati) hat allerdings einen anderen Sinn in Bezug auf die guten, als in Bezug auf die schlechten Werke. Die letzteren verlässt der Vertiefte durch Unterlassen, indem er sic nicht verrichtet, die ersteren, indem cr sie nicht aus selbstsüchtigem Motiv, nicht um des Lohnes willen, verrichtet und sich so von ihren Banden (nach indischer Anschaung) losmacht. Damit stimmt auch Lassen überein, wenn er zu dieser Stelle bemerkt: ,,Dimittit devotus bene facta, qnia nulla praemiorum spe ad agendum impellitur; male facta, quia summi nnminis cognitione clutuque ab omni labe lustratur."

48) Kausala heisst zunnächst felicitas, dann mich dexteritas. Burnouf übersetzt: elle rends les oeuvres hereuses. Schlegel: ...

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"Die Bhagavad-Gita.", übersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser, Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G.Porsch), Seite 29.

 

Dr. Franz Lorinser verweist in obigem Auszug aus seine Übersetzung der Bhagavad-Gita auf folgende weitere Quellen:

 

  1. Katha-Upanischad I, 2. valli. 24
  2. Lesung XIV. u. ff.)
  3. z. B. 3. Les. XV. sl. 15
  4. Lesung X, sl. 22

  5. Gesetzbuch des Manu (lib. XII. sl. 24 — 50)
  6. Sankara's Commentar zu´"Zweite Lesung ... >> 45 Drei Kräfte stell‘n die Vedas dar³); nicht dreikräktig sei, Ardschuna³) ! Nicht zwiefach³), stets nur wesenhaft, von Sorge frei³), nur bei dir selbst³),<<
  7. Apostel Paulus (Coloss. 3, 28)

 

1. Katha-Upanischad I, 2. valli. 24

Es werden hier auch einige Verse zuvor und danach wiedergegeben, um den Zusammenhang klarer zu machen:

 

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   ...... ............

...

[Yama spricht:]

Auch die Götter haben ehedem darüber Zweifel gehegt, denn nicht leicht verständlich, ein gar feines Gesetz ist es. Bitte dir einen anderen Wunsch aus, Naciketas, setze mir nicht zu, erlasse mir diesen" (21).

[Naciketas spricht:]

Auch die Götter sollen darüber Zweifel gehegt haben, und du, Tod, sagst, dass es nicht leichtverständlich sei, und ein anderer Lehrer ausser dir ist nicht zu finden. Kein anderer Wunsch kommt diesem gleich" (22).

[Yama spricht:]

,,Wünsche dir Söhne und Enkel, die hundert Jahre leben, viel Vieh, Elefanten, Gold und Rosse. Wünsche dir ein grosses Stück Landes und lebe selbst so viele Jahre, als du willst (23).

Wünsche dir, wenn du ihn jenem für gleichwertig hältst, als Wunsch Reichtum und langes Leben. Sei, Naciketas, ein Grösser auf Erden. Ich will dich aller Wünsche teilhaft machen (24).

Bitte dir nach Belieben alle Wünsche aus, die in der Menschenwelt schwer erreichbar sind. Hier diese schönen Frauen samt Karossen und Musik denn solche können Menschen nicht bekommen die schenke ich dir, lass dich von ihnen bedienen, Naciketas, frage dem Sterben nicht weiter nach" (25).

[Naciketas spricht:]

,Die neuen Morgen', o Tod, machen alt, was der Sterbliche an Schärfe aller Sinne besitzt. Auch ein ganzes Leben ist nur kurz, behalte für dich die Wagenpferde, für dich Tanz und Gesang (26).

——————

 

¹ Das Brahman dey bekannten Versey brahma jajñānam AV. 4, 1, s. S. 171.

² Als Erlöster.

³ Die der vorausgehende Spruch als Rätsel aufgibt.

Wörtlich: die vor ihm (stehenden) Todesschlingen. So Rāghavendra Dagegen S'amkara: bevor sein Leib zerfällt.

Das Naciketasfeuer in seiner mystischen Ausdeutung ist die Vorstufe der reinen Ātmanlehre. Naciketas tut nur einen kleinen Schritt weiter, indem er sich von dem erprobten Ātmankenner Yama die Lösung eines Hauptproblems erbittet, der Frage, was nach dem Tode aus dem Erlösten wird. Der Begriff des Erlösten ist hier mit Rāghavendra notwendig zu ergänzen, wie in Bṛh. Up. 4, 5, 13, s. S. 178. Es ist mit der Variante sujñeyo zu lesen.

Yama stellt jetzt den Knaben auf die Probe, ob er der Lehre auch würdig sei.

mahān bhūmau mit Variante.

Die Apsaras.

Vgl. S. 90.

 

205

Zusammenhängende Upaniṣadtexte.

 

Nicht ist durch irdischen Besitz der Mensch zufriedenzustellen. Wir wollen etwas, was kein irdischer Besitz¹ ist, erlangen, wenn wir dich² gesehen haben. Wir wollen nur so lange leben, als du gebeutst. Der Wunsch, der für mich wünschenswert ist, bleibt dieser (27).

Wo wäre ein einsichtiger Sterblicher, der selbst alternd darauf Wert legte³, wenn er zu einem der nie alternden Götter Zutritt (?) gehabt hat? Wer, wenn er Schönheit, Freude und Liebeslust recht bedenkt, möchte sich mit einem überlangen Leben begnügen (28)?

Worüber sie jenen Zweifel hegen, o Tod, was bei dem grossen Abschied wird, das sage uns. Diesen Wunsch, der in das Geheimnis eindringt, keinen anderen als diesen erbittet Naciketas"(29).

 

Zweite Ranke (Lehrer und Schüler).

[Yama spricht:]

 

Ein anderes ist das Heilvolle und ein anderes das Angenehme. Beide mit ihren verschiedenen Zielen fesseln den Menschen. Wer unter beiden das Heil ergreift,

fährt gut. Wer aber das (irdische) Glück erwählt, kommt um das Lebensziel (1)·

Das Heil und das Glück treten an den Menschen heran. Sorgfältig prüfend unterscheidet der Weise zwischen beiden, denn der Weise zieht das Heil dem blossen Glück vor. Der Tor zieht das Glück, Gewinn und Genuss vor (2)·

Du hast die lieben, lieblich anzusehenden Lüste, dich wohl bedenkend, ausgeschlagen, Naciketas. Nicht hast du jenes in irdischem Besitz bestehende Angebot angenommen, an dem viele Menschen hängen (3)·

Weit gehen beide in entgegengesetzter Richtung auseinander, das Nichtwissen und was man unter dem Wissen versteht. Ich erkenne dich, Naciketas, als wissbegierig, nicht haben dich die vielen Lüste irre gemacht (4).

Tief in dem Nichtwissen stecken die Selbstklugen, die sich für gelehrt halten. In ihrer Verblendung irren sie kreuz und quer umher gleich Blinden, die selbst von einem Blinden geführt werden (5)·

Das Jenseits leuchtet dem Toren nicht ein, dem leichtsinnigen, der verblendet ist durch des Reichtums Blendwerk. Es gibt nur diese Welt, keine jenseitige", so wähnend fällt er immer wieder in meine Gewalt (6).

Den viele nicht einmal zu hören bekommen, den viele, wenn sie ihn auch hören, nicht begreifen würden, eine Seltenheit ist ein befähigter Lehrer dieses und einer, der diesen findet, eine Seltenheit ist darum ein Kenner, der von einem Befähigten unterwiesen ist (7)·

Denn von einem dieser Aufgabe nicht gewachsenen Mann gelehrt, bleibt er unverständlich, auch wenn man oftmals darüber nachdenkt. Wenn er nicht von einem Anderen gelehrt wird, so kommt man gar nicht darauf, denn er ist über alle Begriffe feiner als selbst das Atomgrosse (8)·

Nicht kann man durch blosse Spekulation einen richtigen Begriff davon

——————

 

¹ 'vittam zu denken. '

²Als den Besitzer dieses Geheimnisses.

³ Lies kva tadāsthah

Der Erlösung, wie Rāghavendra richtig erklärt.

yogakṣemān mit der Variante.

Lies sajjanti.

Des, resp. der Ātman, auf den es hinauskommt.

 

206

A. Vedismus und Brahmanimus.

bekommen¹ nur von einem anderen erklärt ist er leicht zu fassen so wie du ihn bekommen hast, Liebster. Du hast fürwahr den Willen zur Wahrheit.

Ein Frager, wie du, sollte uns (oft) kommen, o Naciketas (9)·

 

Ich habe eingesehen², dass der sogenannte Schatz (von Kute? Werken nichts bleibendes ist, denn mit vergänglichen Dingen kann man nicht jenes Ewige³ erlangen. Darum habe ich das Naciketasfeuer geschichtet und mit vergänglichen Stoffen habe ich das Ewige erreicht (10).

Nachdem du die (wahre) Erfüllung des Wunsches, die Grundlage der Welt, das Nimmeraufhören der Erkenntnis, das rettende Ufer der Furchtlosigkeit, das über allen Preis erhabene, das weitdringende, die Wurzel erschaut hast, hast du als Weiser mit Festigkeit (mein Angebot) ausgeschlagen, Naciketas (11).

Wer jenen schwer zu schauenden, in das Dunkel eingegangnen, versteckten, geheimnisvollen Alten als den Gott erkannt hat, dadurch, dass er sein Denken ganz auf den Ātman gerichtet hält, der Weise lässt Freude und Leid hinter sich (12).

Wenn er dies gehört und ganz begriffen hat und (von allem) losgelöst dieses feine Gesetz erfasst hat, dann freut sich der Sterbliche, weil er das wahrhaft erfreuliche erreicht hat. Ich glaube, o Naciketas, dass das Haus (dir) offen steht (13).

[Naciketas spricht:]

...

 ——————

 

¹ Nach einem anderen Kommentar:

² 'nicht beizubringen noch zu nehmen', d. h. weder zu beweisen, noch zu widerlegen.

² Yama berichtet, wie er selbst zu der Erkenntnis gekommen sei.

³ Das Brahman.

Wörtlich: weite Schritt machend. Der Ausdruck ist der alten Mythologie entlehnt, wo er besonders von Viṣṇu gebraucht wird.

Lies dharmam mit der neuen Ausgabe und vgl. 1, 21. .

Lies naciketa() samanye. Das Haus ist das Brahmanheim, vgl. Muṇḍ. Up. 3, 2, 4.

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Geldner, K.,"Religionsgeschichtliches Lesebuch", in Verbindung mit W. Grube (Berlin), K. Geldner (Marburg), M. Winternitz (Prag) und A. Mez (Basel), herausgegeben von A. Bertholet (Basel), Tübingen, Verlag von J.C.B Mohr (Paul Siebeck), 1908, Seite 206/207,"Die Kaṭhopaniṣad"

 

2. Lesung XIV. u. ff.:

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...

Vierzehnte Lesung.

213

 

Vierzehnte Lesung.

~~~~~~

 

Der Erhabene spricht:

 

1 Noch weiter will aussprechen Ich der Wissenschaften Höchste jetzt,

Die kennend alle Einsiedler gingen von hier zum höchsten Glück¹).

2 Diese anwendend gingen sie in Meines Stand's Gemeinschaft ein²);

Bei Schöpfung weiden sie nicht neu, beim Untergang nicht beben sie³).

3 Mein Mutterleib das Brahma ist, dort leg' ich nieder Meine Frucht. Der Ursprung aller Wesen ist von dort, o Sohn des Bharata)!

——————

 

1) D. h. aus diesem Leben nur Anflösung in Brahma.

2) mama sâdharmjam âgatâ: Schlegel:... Der Gedanke erinnert an Joan 12,26: ...

3) Unter Schöpfimg und Untergang ist hier der Anfang und das Ende eines jeden Kalpa zu verstehen. (S. VIII. Anm. 25). Vergl. damit den oben citirten Satz (Apocal. 20, 6): ... 

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Lorinser, Dr. Franz, "Bhagavad-Gita - uebersetzt und erläutert von Dr. Franz Lorinser", Breslau, 1869, Verlag von G.P. Aderholz' Buchhandlung (G. Porsch), Seite 213 

 

3. Les. XV. sl. 15:

>>

...

228

Fünfzehnte Lesung.

 

11 Bemühend sich Vertiefte seh'n den selbst in ihnen Weilenden²²); Bemühend auch sich Unfert'ge²³) erblicken nicht ihn, Thörichte.

12 Der Glanz, der in der Sonne ist und leuchtet durch die ganze Welt,

Der in dem Mond, im Feuer ist, als Meinen Glanz erkenne den²).

13 Eindringend in die Erde, träg' die Wesen Ich durch Meine Kraft,

Nähre die Kräuter alle, Saft geworden²), der Geschmack verleiht²),

14 Feuer geworden dring' Ich in den Körper der Lebendigen²) ;

——————

22) Hierin scheint eine Anspielung auf das magnetische Hellsehen zu liegen, verbunden mit philosophischer Spekulation

23) Akritamano übersetzt Schlegel: ...

...

229

Fünfzehnte Lesung.

 

Mit Ein-und Aushacuh verbunden, koch' Ich vierfache Speise aus ²).

15 Ich sitze auch im Herzen eines Jeden ²); von Mir Gedächtniss, Kenntnis ist und Schliessen.

In allen Vedas bin Ich zu erkennen ³), Vedanata-Lehrer ³¹ Ich, und Veda-kundig.

——————

...

<<

 

 

4. Lesung X, sl. 22:

>>

...

 

Zehnte Lesung.

167

...

22 Der Vedas bin Sâma-Veda ³), der Götter bin Ich Vâsava ⁴⁴);

——————

...

43) Der Sama-Veda wurde für den heiligsten Theil der Vedas gehalten, wohl deshalb, weil die Sanhita (Hymnensammlung) desseben, diejenigen Verse enthält, welche bei den Ceremonien des Soma-Opfers gesungen werden sollen.

 

Zehnte Lesung.

168

 

Unter den Sinnen ich das Herz ⁴⁵), unter den Wesen der Verstand ⁴⁶).

...

——————

 

...

 

168

zehnte Lesung.

...

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44) Vâsava ist der Name Indra's, des höchsten Gottes unter den Devas, den dii minorum gentium, während er in den Vedas noch als der höchste Gott überhaupt, ent-

sprechend dem griechischen Zeus, erscheint.

45) Das Manas wird, wie schon oben erwähnt worden, als ein elfter (innerer) Sinn betrachtet, der die Eindrücke der zehn äusseren Sinne sammelt und leitet.

46) Das Wort tschetanâ ist hier synonym mit buddhi gebraucht, der erste und vomehmste der 23 Theile der entfalteten Natur (s. oben VII. Anm. 6).

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5. Gesetzbuch des Manu (lib. XII. sl. 24 — 50)
In der Bayerischen Staatsbibliothek (www.bsb-muenchen.de) findet man da doch etliche Bücher bzw Aufsätze dazu und zwar auch von AutorInnen aus der Zeit von Dr. Lorinser:


a) Über das Gesetzbuch des Manu
Eine Philosophisch-Litteraturhistorische Studie
von Dr. Fr. Johaentgen, Berlin, Fed. Dümmler's Verlagsbuchhandlung Harrwitz und Gossmann, 1863.

Das Buch ist vermöge der Bayerischen Staatsbibliothek kostenfrei lesbar.

Siehe zB Seite 48,49 und 50 betreffs der Bedeutung des "Handelns". 

 

b) "Hindu Gesetzbuch oder Menu's Verordnungen" nach Cullucas Erläuterung, eun Inbegriff des Indischen Systems religiöser und bürgerlichen Pflichten, aus der Sanskrit-Sprache wörtlich ins Englische übersetzt von Sir Willimas Jones, und verteuscht nach der Calcuttischen Ausgabe, und mit einem Glossar und Anmerkungen begleitet von Joh. Christ. Hüttner, Weimar, im Verlage des Industrie-Comptoirs, 1797.

Das Buch ist vermöge der Bayerischen Staatsbibliothek kostenfrei lesbar, sofern man eine Kennung hat oder auch dort lesbar.

 

c) "Über das Gesetzbuch des Manu. Eine philosophisch-litteraturhistorische Studie"
Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, 1864, Vol.18 (3), p.643-645

(Dort findet sich lediglich ein Hinweis auf das Buch von Dr. Fr. Johaentgen ("Über das Gesetzbuch des Manu. Eine philosophisch-litteraturhistorische Studie. 122 SS. 8. Berlin 1863. Ferd. Dümmler's Verlagsbuchhandlung ....)

 

 

 

 

6. Sankara's Commentar zu´"Zweite Lesung ... >> 45 Drei Kräfte stell‘n die Vedas dar; nicht dreikräktig sei, Ardschuna ! Nicht zwiefach, stets nur wesenhaft, von Sorge frei, nur bei dir selbst,<<  übersetzt Dr. Franz Lorinser.

Daß Dr. Franz Lorinser betreffs dieses Verses gerne den Kommentar von Shankara gehabt hätte - der Ihm im Jahre 1969 und die Jahre der Arbeit an seiner Übersetzung der Bhagavad Gita zuvor - leider nicht verfügbar war,  zeigt eventuell, daß er diesem Vers größere Bedeutung beimaß. Darin wäre/ist er dann derelben Aufassung wie Mr. Mahesh,w was doch bemerkenswert wenn nicht gar erstaunlich ist.

 

7. Apostel Paulus (Coloss. 3, 28)

Nachdem es weder in der hier zitierten Fassung ds Neuen Testaments noch in der aktuellen "Einheitsübersetzung" im Brief an die Kolosser einen Abschnitt 3,28 gibt und  der Abschnitt 3 mit Nummer 25 endet, sei dieser hier zitiert:

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25 Wer Unrecht tut, wird für sein Unrecht Strafe erhalten.

Da gilt kein Ansehen der Person.

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Rösch, P. Dr. Konstanatin, "Das Neue Testament", Übersetzt und erläutert von P. Dr. Konstanatin Rösch, O.M. Cap., Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, Imprimatur Herbipoli, die 31.Juli 1946 Dr. Miltenberger vic.gen. Impimatur Congluentiae in Valle, die 2.Juli 1946 P. Rainerius O.F.M. Cap., Min. Prov. , Seite 412

Mit dem Hinweis, daß man bei diesem älteren Text nunmal auch den "Zeitgeist" zu berücksichtigen hat sowie die damalige damals nunal bestanden gehabtg habende soziale "Ordnung", sei der gesamte Brief des Apostels Paulus an die Kollosser hier noch wiedergegeben:

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Kolosser

410

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10 In ihm seid ihr dieser Fülle teilhaftig geworden. Er ist ja

11 das Haupt jeder Herrschaft und Macht. ln ihm habt ihr auch die Beschneidung empfangen, die nicht mit der Hand vorgenommen ist, die vielmehr im Ablegen des fleischlichen Leibes

12 besteht, ich meine die Beschneidung in Christus. Mit ihm seid ihr ja in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt worden durch den Glauben an die Macht Gottes, der ihn von den

*13 Toten auferweckt hat. Euch, die ihr durch eure Missetaten und durch euer unbeschnittenes Fleisch tot ward, hat er mit ihm zusammen zum Leben erweckt. Er hat uns alle Fehl-

14 tritte vergeben, hat die Schuldschrift, die uns mit ihrer Anklage belastete, ausgelöscht und vernichtet, da er sie ans

15 Kreuz heftete. Er hat die Mächte und Gewalten entwaffnet, offen an den Pranger gestellt und durch ihn über sie triumphiert.

*16 Falsche und wahre Aszese. Darum soll euch niemand richten wegen Speise und Trank, wegen eines Festes, Neu-

17 mondes oder Sabbats. Das sind nur Schattenbilder des

18 Künftigen. Das Wesenhafte gehört Christus an. Niemand soll euch den Siegespreis absprechen, niemand, der sich in Verdemütigung und Engeldienst gefällt, sich mit Visionen wichtig macht und doch ohne Grund in seinem fleischlichen

19 Sinn aufgeblasen ist, und der sich nicht an den hält, der das Haupt ist. Von ihm wird der ganze Leib durch Gelenke und Sehnen verbunden und zusammengehalten und schreitet so in gottgewirktem Wachstum voran.

20 Wenn ihr nun mit Christus den Weltelementen abgestorben seid, was läßt ihr euch, als lebtet ihr noch mit der Welt,

21 Satzungen äufbürden: ,,Faß das nicht an!" ,,Iß nicht da- "

22 von!" ,,Berühre das nicht!"? Das fällt doch alles durch den Verbrauch der Vernichtung anheim. Es sind nur Vorschriften

23 und Lehren von Menschen. Sie sehen zwar mit ihrer Frommelei, Verdemütigung und Leibeskasteiung nach Weisheit aus, sind jedoch wertlos und dienen nur der Befriedigung des Fleisches.

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13-15 Gott hat uns zum Leben erweckt, indem er unsere Sünden tilgte, durch die wir gestorben waren. Diese Sünden waren in dem Schuldschein gebucht, der sich in der Gewalt der bösen Mächte befand. Aber durch Jesus Christus entriß Gott den Mächten und Herrschaften diesen Schuldschein, heftete ihn an das Kreuz als seine siegreiche Standarte und bekundete so seinen Sieg über die bösen Geister.

16-19 Wie der Körper seinen Schatten wirft, so hat der Alte Bund In den Neuen seinen Schatten vorausgeworfen. Jetzt haben wir es aber nicht mehr mit dem Schatten zu tun, sondern mit der Sache selbst. Wir gehören als Glieder Christus, dem Haupte an. Von ihm stammt unser Leben und unsere Kraft. Verkehrt ist darum die Behauptung der Irrlehrer, der Mensch sei zu niedrig, als daß er sich Gott nahen und Gott sich zu ihm herablassen könne, aller Verkehr zwischen Gott und dem Menschen müsse durch Engel vermittelt werden.

 

 

411

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 Das christliche Lebensideal.

 

Der alte und der neue Mensch. Wenn ihr mit Christus auf- 3

erweckt seid, so sucht, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht 2

nach dem, was irdisch ist. Ihr seid ja gestorben, euer Leben 3*

ist mit Christus in Gott verborgen. Wenn Christus, unser 4

Leben, offenbar wird, werdet auch ihr mit ihm in Herrlichkeit offenbar werden.

So ertötet denn, was an den Gliedern irdisch ist: Unzucht, 5*

Unkeuschheit, Leidenschaft, böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist. Um ihretwillen kommt der Zorn Gottes über 6

die Kinder des Ungehorsams. Auch ihr habt euch ihnen einst 7

überlassen, als ihr noch unter ihnen lebtet. Jetzt aber legt alldas 8

ab: Zorn, Unmut, Bosheit, Lästerung und schändliche Reden aus eurem Munde. Belügt einander nicht. Habt ihr doch den 9*

alten Menschen samt seinen Taten ausgezogen und den neuen 10

angezogen, der sich ständig nach dem Bilde seines Schöpfers zur vollen Erkenntnis erneuert. Da heißt es nicht mehr Heide 11

oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Barbar oder Szythe, Sklave oder Freier, nein, Christus ist alles und in allen. Als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte zieht 12*

also an herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut und Langmut. Ertragt einander und verzeiht, wenn einer am 13

ändern etwas auszusetzen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so sollt auch ihr vergeben. Über all das habt die Liebe, 14

die das Band der Vollkommenheit ist. In euren Herzen 15

walte der Friede Christi. Dafur seid ihr als ein Leib berufen. Zeigt euch dankbar. Das Wort Christi wohne in reicher 16"

Fülle unter euch. Belehrt und ermuntert einander in aller Weisheit. Dankbaren Herzens singt Gott Psalmen, Lobgesäne und geistliche Lieder. Was immer ihr tun mögt in 17

Wort oder Werk, das alles tut im Namen des Herrn Jesus [Christus]. Durch ihn danket Gott dem Vater.

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Kolosser 34

412

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18 Standespflichten. Ihr Frauen, seid euren Männern unterwürfig. So ziemt es sich im Herrn.

19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und läßt euch nicht gegen sie erbittern.

20 Ihr Kinder, seid euren Eltern in allem gehorsam. Das ist wohlgefällig im Herrn.

21 Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht. Sonst werden sie mutlos.

22 Ihr Sklaven, seid euren irdischen Herren in allem untertan, nicht als Augendiener, um Menschen zu gefallen, son-

23 dern mit aufrichtigem Herzen, in der Furcht des Herrn. Was ihr tut, das tut von Herzen gern; denn es gilt dem Herrn

24 und nicht Menschen. Ihr wißt ja, daß ihr zum Lohn dafür vom Herrn das Erbe erhaltet. Dient Christus dem Herrn.

25 Wer Unrecht tut, wird für sein Unrecht Strafe erhalten. Da gilt kein Ansehen der Person.

 

4 Ihr Herren, gewährt den Sklaven, was recht und billig ist. Bedenkt, daß auch ihr einen Herrn im Himmel habt.

2 Letzte Mahnungen. Seid beharrlich im Gebete. Seid dabei

3 wachsam und dankbar. Betet auch für uns, Gott möge uns eine Tür für das Wort auftun, daß wir das Geheimnis Christi verkündigen können, um dessentwillen ich in Ketten

5 Benehmt euch weise gegen die Außenstehenden. Nützt die

*6 Zeit aus. Eure Rede sei allzeit liebenswürdig, mit Salz gewürzt. Dann wißt ihr einem jeden die rechte Antwort zu geben.

7 Schluß. ' Über meine Lage wird euch Tychikus, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn,

8 alles erzählen. Eben deswegen sende ich ihn zu euch, damit ihr erfahrt, wie es mit uns steht, und damit er eure Herzen

9 aufmuntere. Mit ihm kommt Onesimus, der treue und liebe Bruder, euer Landsmann. Sie werden euch alles von hier berichten.

10 Es grüßen euch Aristarch, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des Barnabas. Seinetwegen habt ihr schon Weisung erhalten. Nehmt ihn freundlich auf, wenn er zu euch

11 kommt. Es grüßt euch ferner jesus mit dem Beinamen Justus. Von denen aus der Beschneidung sind sie die einzigen, die als Mitarbeiter am Reiche Gottes mir zum Troste ge-

12 worden sind. Es grüßt euch euer Landsmann Epaphras, der Kecht Christi Jesu. Allezeit ringt er in seinen Gebeten für

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 ,,Mit Salz gewürzt", das heißt gehaltvoll, daß es die Seele im relgiösen Sinne günstig beeinflussen kann.

 

 

413

1 Thessalonicher

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euch, daß ihr vollkommen dasteht und den Willen Gottes in allem erfüllt. Ich kann ihm bezeugen, daß er sich um euch 13

und die Brüder in Laodizea und Hierapolis viel Mühe gibt. Es grüßt euch Lukas, der geliebte Arzt, und Demas. 14

Grüßt die Brüder in Laodizea, besonders Nymphas und 15
seine Hausgemeinde.

Wenn der Brief bei euch vorgelesen ist, sorgt dafür, daß 16*

er auch in der Gemeinde zu Leodizea vorgelesen wird. Laßt euch dafür den von Laodizea zum Lesen geben. Sagt dem 17

Archippus: Achte darauf, daß du das Amt, das du im Herrn erhalten hast, gut verwaltest.

Mein eigenhändiger Gruß: Paulus. Gedenkt meiner Fes- 18

seln. Die Gnade sei mit euchl [Amen.]

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Laodizea und Hierapolis waren Nachbarstädte von Kolossä. Der Brief, 16

der in Laodizea und von dort aus in andern christlichen Gemeinden zu ver-

lesen war, ist wahrscheinlich verlorengegangen.

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Rösch, P. Dr. Konstanatin, "Das Neue Testament", Übersetzt und erläutert von P. Dr. Konstanatin Rösch, O.M. Cap., Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, Imprimatur Herbipoli, die 31.Juli 1946 Dr. Miltenberger vic.gen. Impimatur Congluentiae in Valle, die 2.Juli 1946 P. Rainerius O.F.M. Cap., Min. Prov. , Seite 411-413

 

Shankara's Kommentar zu Vers 45, welchen Dr. Franz Lorinser damals gerne gehabt hätte und der Ihm aber nunmal nicht zur Verfügung gestanden war:

Aus dem Englischen übersetzt vm Autor dieser WEBSeite, ausgehend von Alladi Mahadeva Shastri's Übersetzung vom Sanskrit ins Englische (von den Seiten 62 und 63)

 

45. Die Veden befassen sich mit der Dreiheit der Gunas.

Oh Arjuna, sei frei von der Dreiheit der Gunas; sei frei von der Welt der Gegensätze, Widersprüchlichkeiten, Dualität, frei von Aneignung und Erwerb aber ei auch frei von Bewahrung und Erhaltung. Bleib stets im Sattva (Güte, Schönheit, Anmut **) und gefaßt,voller Selbstherrschung.

Shankaras Kommentar:

Die Veden* befassen sich mit der Dreiheit der Gunas; samsâra

**) Anmerkung vonseiten des Übersetzers ins Deutsche:

Leopold von Schroeder weist in seinen 50 Vorlesungen zur indischen Kulturgeschichte darauf hin, daß die "Edle Gestalt des Buddhas" solche Anziehungskraft auf die damalige Bevölkerung Indiens ausgeübt habe, daß Brahmanen dann die Theorie erfanden, wonach Gott auch Menschengestalt annehmen könne. Nachdem dabei eine Inkarnantion als Frau nicht ausgeschlossen war und eine gewisse Mohini als Inkarnation eines Gottes gilt /vermutlich eher Lakshmi als Vishnu; aber üblicherweise als Inkarnation des Vishnu - gedacht als ein reiner Geist vermutlich - so eine Inkarnation gewesen sei, scheint es mir sinvoll außer "Güte" auch Anmut, Schönheit als möglichen Sinn nicht auszuchließen. Die Schönheit der Regenwälder und die Bewahrung derselben hat dann eben auch umgekehrt was mit "Güte" zu tun.

Anmerkung Ende:

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* das ist der Karmakanda, der Teil der Veden, welcher sich mit den Ritualen und religiösen Gebräuchen befaßt.

† Welches künstlich zurecht gemacht, bewerkstelligt und sich sich gebracht wird und zwar aus tugendhaften, unrechten sowie tadelswerten und darüerhinaus aus gemischten, dh teils tugendhaften aber auch teils tadelswerten, Taten und den Folgen daraus, welche allesamt vermöge der wechselseitigen Handlungen der Gunas resultieren.

...

 

 

Anmerkungen vom Autor diese WEBseite:

Im Einführungskapitel "0) Ad: TM-Hintergrund, Basis"
findet sich ein Absatz "Erstmal komme Dr. Franz Lorinser zu Wort und sein Anhang zu seiner Übersetzung der Bhagavad-Gita ins Deutsche:" und darin erwähnte ich eingangs einige weitere Beispiele, bei welchen Dr. Lorinser eine Entlehnung aus der christlichen Lehre sah.
Im Abschnitt "3) Rishi Vashishta" geht es etwas um eine zeitliche Einordnung.
Zusammen mit Leopold von Schroeder's 50 Vorlesungen über die indische Culturgeschichte, wonach die Vorstellung der Möglichkeit einer Menschwerdung Gottes erst nach Buddha aufgekommen sei/ist und seiner Erwähnung, wonach in den frühen buddhistischen Schriften "Gott Krishna" kein einziges mal Erwähnung findet, ergab sich die Entstehung der Bhagavad Gita in eienr Zeit nach Buddha. Nachdem ein Brahmane namens Vasishta in einer der noch "frühen buddhistischen Schriften" samt dessen/einer Beziehung zu "Brahma"erwähnt wird, wäre/ist seine Verweilzeit auf Erden im Bereich Buddha's Lebenszeit bis 300 vor Chr. anzusetzen. Vyasa war nun, gemäß des Bhagvatam, welches er nunmal verfasst habe, der Urenkel von Vashishta. So resultiert betreffs für Vyasa's Lebensdaten eine Zeit um 400 v. Chr. bis 150 v. Chr. Auch fällt auf, daß im Ramayana jener Prinz "Rama" , der von Vashishta unterrichtet worden sei und dem er aus dessen mißlichen lage herauszuhelfen beauftragt worden  sei/war, keinesfalls als Inkarnation eines Gottes bezeichnet wird und nachdem er der Belehrung durch Vashishta bedurfte/bedurft habe, kann/könne es nunmal auch gar keine "Inkarnation Gottes" gewesen sei.
Im anderen großen Epos, dem Mahabharata, das der Urenkel von Rishi Vashishta (mag ja auch sein, daß der "Rishi Vasishta" des Rigveda, dessen irdischen Jahre eher nicht später als 1500 v. Chr. anzusetzen seien, und der Vasishta des Ramayana  zwei unterschiedliche Personen sind.) spielt der Mensch gewordene Gotte Vishnu in der Menschengestalt des Königs Krishna die zentrale Rolle. Im Ramayana ist es letztlich Vasishta, der dem Rama den Weg zur Erleuchtung geführt habe/hatte. Dabei fällt auf, daß Vasishta in zahlreichen Beispielen lehrt/gelehrt habe und es erinnert etwas an den Stil des Sanatkumar bei der Belehrung des Nârada (Chândogya-Upanishad, siebente Lektion), sodaß es auch insofern wohl sein könnte, daß Vaishista ein Lebensgefährte des Buddha war; theoretisch könnte er daher etwas vor Buddha gelebt haben, als die Upanishaden noch eine größere Rolle spielten. Allerdings umfasst der Begriff der "frühen buddhistsichen Schriften" durchaus eine Zeitraum bis hin zu ca 300 vor Christus und damit kann Vyasa, dieses Vashishta's Urenkel kaum vor 300 gelebt haben, da die "Inkarnationslehre" mit der Gestalt des Krishna ers nach 300 aufgekommen sein kann. Auch gilt Vyasa gemäß des Srimad Bhagavatam sogar als der Vater des Krishna.
Insgesamt scheint es eher so gewesen zu sein, daß eine Entlehnung vonseiten des Christentums aus dem Indischen stattgefunden hat. Lt. Leopold von Schroeder könne dies Entehnung aber weniger in Details stattgefunden haben, auch wenn die Parallelen zwischen zentralen Upanishad-Lehren und den Lehren des Parmenides ua von Prof Dr. Paul Deussen, der nunmal ua eine immerhin sechsbändige Geschichte der Philosophie verfaßt hat, doch für sehr auffallend gehalten. Parmenides fällt in den Zeitraum zwischen ca 400 v. Chr bis  350 v. Chr.. (vgl. dazu etwa auch WIkipedia).
Es wird im Sinne obiger Überlegungen im "minimalen Sinne" nur die "Inkarnationslehre" als abstraktes Konzept über Griechenland und evtl den Griechen Johannes, der von Jesus von Nazareth zum Apostel dann ernannt wurde/worden sei, zu jenem Jesus von Nazareth gelangt sein, Auf Fragen dazu wird dieser Jesus dann vermutlich die jüdische "Messiaslehre" mit der per Fragen überliefert bekommenen "indischen Inkarnationslehre" zur Gestalt des/eines Christus, des/eines "menschgewordenen Gottes Jahwe" verschmolzen haben.

Wer von wem entlehnt hat oder auch kann man aber auch einfach mal außer Acht lassen und Dr. Franz Lorinser einfach dafür danken, daß er, als r.-kath. Theologe und Priester, einfach mal Parallelen zur Bhagavad-Gita gesucht, gefunden und zusammengestellt hat.

Einige dieser Parallestellen zitierte ich, wie oben bereits erwähnt, im Einführungskapitel "0) Ad: TM-Hintergrund, Basis" im Absatz "Erstmal komme Dr. Franz Lorinser zu Wort und sein Anhang zu seiner Übersetzung der Bhagavad-Gita ins Deutsche:"

Insofern erscheint es mir angebracht an dieser Stelle Dr. Franz Lorinser's sämtliche aufgelisteten Parallestellen dann mal hier noch einzufügen.



Die von Dr. Franz Lorinser erwähnten Upanishad-Verse folgen ebenso noch, wie der an einer Stelle "erbetene" Kommentar des Shankara.


VII 3c) Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung von Prof. Dr. Paul Deussen:

 

 

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16            Bhagavadgîtâ

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   44. (922.) Wer durch sie seinen Geist verführen läßt, der klammert sich an Genuß und himmlische Herrlichkeit; aber jene Ansicht, welche Entschiedenheit in sich trägt und auf Versenkung [sich gründet], wird ihm nicht zuteil.

   45. (923.) Im Drei-Guņahaften sind die Veden befangen, du aber, o Arjuna, befreie dich vom Drei-Guņahaften. Sei frei von den Gegensätzen [des empirischen Daseins], feststehend in der ewigen Realität, frei von Erwerb und Besitz, dem Âtman treu.

   46. (924.) Soviel Nutzen von einem Wasserbehälter ist, in welchem von allen Seiten das Wasser zusammengeflossen ist, soviel ist in allen Veden zu finden für einen Brahmanen, welcher die Erkenntnis besitzt (vgl. Sanatsujâtâya, Buch V, Vers 1785).

   47. (925.) Dein Beruf ist es freilich, das Werk zu tun, nicht aber nach seinen Früchten zu streben. Laß nicht die Frucht der Werke deinen Beweggrund sein, aber verfalle auch nicht in Untätigkeit.

   48. (926.) Fest in der Hingebung (yoga) vollbringe die Werke, aber laß fahren die Anhänglichkeit [an ihren Lohn], o Siegreicher; bleibe gleichmütig beim Gelingen und Mißlingen, dieser Gleichmut wird Yoga (Hingebung) genannt.

   49. (927.) Tief steht das Werk unter der Hingebung an die Erkenntnis, o Siegreicher;

 

 

____________________

II (Adhyâya 26).       17

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in der Erkenntnis suche deine Zuflucht, elend sie, welche vom Lohn getrieben werden.

   50. (928.) Wer der Erkenntnis hingegeben ist, der läßt hinter sich beides, das gute und das böse Werk; darum gib dich der Hingebung (yoga) hin; Hingebung macht auch tüchtig zu Werken.

   51. (929.) Die Weisen, der Erkenntnis hingegeben, verzichten auf der Werke Frucht, und erlöst von der Fessel der Geburten gehen sie ein zu der leidlosen Stätte.

   52. (930.) Wenn deine Erkenntnis über den Wirrwarr der Verblendung hinausschreiten wird, dann wirst du überdrüssig werden dessen, was du aus den heiligen Schriften lernen kannst und gelernt hast.

   53. (931.) Und wenn deine Erkenntnis sich den heiligen Schriften entgegensetzen und unerschütterlich in der Meditation feststehen wird, dann wirst du den Yoga erlangen.

 

Arjuna sprach:

   54. (932.) Welches ist die Beschreibung des in der Erkenntnis Feststehenden und in der Meditation Beharrenden, o Vollhaariger, was wird der reden, der in seinem Geiste fest ist, wie wird er sitzen und wie wird er wandeln?

 

Der Heilige sprach:

   55. (933.) Wenn einer, o Sohn der Prithä, alle Begierden fahren läßt, die in sein

 

 

 

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18  Bhagavadgîtâ

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kommen, und nur an dem Selbste (Âtman) und durch das selbst seine Freude hat (Chând. Up. 7, 25, 2), der wird ein in der Erkenntnis Feststehender genannt.

   56. (934.)

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Deussen, Prof. Dr. Paul, "Der Gesang de Heiligen - Eine Philosophische Episode des Mahâbhâratam", aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor der Philosphie an der Universität Kiel, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1911, aus den Seiten 16 bis 18


 

VII 3d) Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung von Leopold von Schroeder:


  

VII 3e) Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung von Dr. med. Franz Hartmann

 


 

VII 3f) Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung von Prof. Dr. Richard Garbe:


 

VII) 3g: Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung von Franz Bopp


VII 3h) Diese zwei Kernsätze gemäß Mr. Mahesh's Ausführungen zur Tanszendentalen Mediation und dem Bereich des Handelns/Tätigseins (und einige dazwischen) in der Übersetzung gemäß Shankara inkl. seines Kommentars dazu.


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