Sie sind hier: Inhalt von "Seil und Schlange..." » Inhalt des Anhangs » Upanishaden » Mandukya-Upanishade__Aurobindo

 

Sri Aurobindo - Mandukya-Upanishad

mit Gaudapada's und Shankara’s Kommentar:

(ins Deutsche weiterübersetzt vom Autor dieser WEBSeite)

Allgemein: Sri Aurobindo - Mandukya-Upanishad

Hier speziell: Mit Anmerkungen zur und aus der Sicht der Transzendentalen Meditation, wie sie von ca Herbst 1970 bis Anfang/Mitte  1976 in den TM-Centern im Zusammenhang mit Mr. Mahresh's Aktivitäten gelehrt worden war.

 

(Noch im Entstehen und in Bearbeitung)

 

 

Sri Aurobindo - Mandukya-Upanishad

mit Gaudapada's und Shankara’s Kommentar:

(ins Deutsche weiterübersetzt vom Autor dieser WEBSeite)

 

 

1. Om ist dieses unvergängliche, unzerstörbare Wort, OM ist das Universum und dies ist der Ausdruck von Om. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, all das was war, alles was ist und all das was sein wird ist OM.

 

2. Dieses gesamte Universum ist das Ewige Brahman, dieses Selbst ist das Ewige, und das Selbst ist vierfältig.

 

3. Es, dessen Platz die Wachheit ist, es, das weise ist betreffs der Außenwelt, das sieben Glieder hat, für das es 19 Türen gibt, das grobe Objekte fühlt und sich dessen sowie derer erfreut, Vaishwanara, das Universelle Männliche*, das ist das Erste.

 

4. Das, dessen Platz der Traum ist, das weise ist betreffs der Innenwelt, das sieben Glieder hat, für das es 19 Türen gibt, das subtile Objekte fühlt und sich dessen erfreut, Taijasa, das Bewohnende im Erstrahlenden, Lichtvollen, Strahlenhellem Geist, das ist das Zweite.

 

5. Wenn man schläft, gähnt und dies ohne irgendeinen Wunsch, auch keinerlei Traum sieht, so ist das vollkommenes Ruhen, vollkommener Schlummer. Das dessen Platz das vollkommene Ruhen, der perfekte Schlummer ist, das Einseins geworden ist, das, zu sowie in sich selbst gesammelte, ruhende Weisheit ist, das aus reinem Entzücken, reiner Wonne besteht, das unzugeordnetes, beziehungsloses Entzücken genießt [das Entzücken genießt ohne Bezug zu etwas außer sich selbst, in sich selbst ruhend reines Entzücken genießt,], das für welches der bewußte Geist die Türe ist, Prajna, der Herr [/die Herrin, der Lord] der Weisheit, das ist das Dritte.

 

6. Dieses ist das Allmächtiige, das Allwissende, dieses ist die Innere Seele, dieses ist der Schoß, der Mutterleib des Universums, dieses ist der Ursprung und das Ende, die Geburt und der Tod der Geschöpfe.

 

7. Es, das weder aufgrund einwärts gewandtem Weiseseins noch auswärts gewandtem Weisseine weise ist, es, das weder sowohl Weisesein durch Außen-Gewandtheit als auch Innenwandtheit ist, es, das weder selbst gesammelte, angehäufte Weisheit ist noch auf sich selbst gesammeltes Weisesein ist, es, das nicht das Eigentum von Weisheit ist, noch nicht im Besitz von Weisheit ist, Es, Das ungesehen und unansprechbar sowie unbefragbar, unergreifbar, eigenschaftslos, undenkbar und unbennenbar ist, Es, dessen Besonderheit und Wesentlichkeit das Gewahrsein des Selbst in dessen einer sowie einziger Existenz ist, Es, in welchem alle Phänomene aufgelöst sind, Es das Ruhigsein ist, Es das nur Gut, vollkommenes Gutsein ist, Es, welches das Eine ist wozu es vergleichender Weise, per Vergleichgebrauchung kein Anderes gibt [womit man es vergleichen könnte] bezüglich welches es kein Zweites gibt [, das Eine ohne ein Zweites,] Es, wovon man meint, daß es das Vierte sei, Es, das für das Vierte gehalten wird: Es ist das Selbst; Es ist der Gegenstand des Wissens.

 

8. Nun, was das vergängliche Wort anbelangt, ist dieses „das Selbst“ OM: und was die Buchstaben betrifft, so sind dessen Teile die Buchstaben und die Buchstaben sind dessen Teile, nämlich A U M.

 

9. Das Machende aber auch Aufwachende, das Wachende sowie das Wachsein, Vaishwanara, das Universelle Männliche, es ist A, der erste Buchstabe, wegen des Verursachendseins und der Verderblichkeit sowie auch Vergänglichkeit; Jemand, der Das als das weiß sowie kennt, durchdringt und erreicht, sie durchdringend und darüber erstreckend, die Erfüllung aller seiner Wünsche: Es wird zur Quelle, zur Ursache sowie zum Ersten.

 

10. Das Träumen oder auch jemand im Traumzustand [und daher dessen Zustand des Träumens wovon jene Person ein Teil ist oder sich auch für einen Teil, den Träumenden, hält.] , Taijasa, das Bewohnende hellen, leuchtenden Geistes, Es ist U, der zweite Buchstabe, aufgrund von Fortschritt, Entgegenkommen sowie Gewinn und Zentralheit: Jemand der Es als das weiß sowie kennt, verschiebt, vorrückend, die Grenzen seines Wissens, weitet sein Wissen und erhebt sich über die Unterschiedlichkeiten; außerdem ist keiner dessen Samen einer jener entstandenen oder auch hervorgebrachten Samen, welche das Ewigseinde nicht wissen.

 

11. Das Schlafen, der Schlafzustand aber auch die im Schlafzustand sich befindende Person**), Lord der Weisheit, Es ist M, der dritte Buchstabe, wegen dessen Maßes sowie der Maßregel und Endgültigkeit sowie Zweckbestimmtheit; Jemand der Es als das weiß (ver)mißt das Universum mit sich selbst und wird zur Abfahrt in das Ewige,

 

12. Buchstabenlos ist das Vierte, das womit keine Kommunikation möglich ist, das Ende der Phänomene, das Gute, das Eine wozu es nichts gibt, womit es verglichen werden könnte: Es ist daher OM: Jemand der es weiß, der es kennt ist das Selbst und tritt vemöge seines selbstes in das Selbst ein, jemand der es weiß, jemand der das weiß.

 

 

———————

 

Übersetzung vom Verfasser dieser WEBSeite aus:

Shri Aurobindo, The Upanishads, texts, translations and commentaries, Govt. College Libraries. Kota (Raj.).

Volume 12, Sri Aurobindo Birth Centenary Library - Popular Edition, © Sri Aurobindo Ashram Trust, 1972, Published by Sri Aurobindo Ashram Pondicherry, Reproduced at the All India Press, Pondicherry, India.

Angegeben sind in dem Buch u.a.:

Sri Aurobindo wurde geboren am: 15.August 1872

Sir Aurobindo's Mahasamadhi: 5.Dezember 1950

Jubeläumsausgabe: 15.August 1972

 

*) Das universelle Männliche" gilt heutzutage eher als ein Begriff den es zu vermeiden gilt. Aber in der Technik spricht man nunmal in der Englischen Alltagssprache von "male" und female"; im Deutschen hingegen von Stecker und Buchse. Man spricht von Schraube" und Schraubenmutter", usw. In alter chinesischer Philosphie hat man ying und yang, welche bisweilen oder auch oftmals als das weibliche Prinzip bzw das „männliche Prinzip" übersetzt werden. (Vgl. etwa.: https:/ /de.wikipedia.org/wiki/Yin_und_Yang oder auch https:/ /m-kung-fu.de/yin-und-yang oder auch https:/ /www.gesundheitswissen.de/alternative-medizin/tcm/yin-und-yang-gegensaetze-die-sich-anziehen.).

 

Goethe läßt den Faust II im Chorus mysticus" enden mit den Worten:

>>

...

Alles Vergängliche

Ist nur ein Gleichnis;

Das Unzulängliche

Hier wird's Ereignis;

Das Unbeschreibliche,

Hier ist's getan;

Das Ewig-Weibliche

Zieht uns hinan.

...

<<

Goethe, Johann Wolfgang von, "Faust - Der Tragödie erster und zweiter Teil von Goethe", mit dem Urfaust und einer Einleitung von Reinhard Buchwald, Alfred Kröner Verlag, Satz und Druck der Offizin Haag-Drugulin 1940, Seite 324.

Darüberhinaus gibt es in der Indischen Geisteswelt nunmal auch Göttinnen, wie Durga, Kali, Parvati, Saraswati; auch Shakti gilt als eine "Weibliche Kraft", wenn nicht gar als "Das Weibliche" schlechthin.

 

**) Beim Begegnen mit einer schlafenden Person, ob Mensch, Tier usw, sieht man den Schlafzustand, da Schlafen; man sagt dieses Wesen schläft" und die Unterschiede der Person treten dabei ganz in den Hintergrund und sind letztlich dabei gar nicht mitgemeint.

 

Sri Aurobindo geht in seiner Übersetzung offenbar von einer schlafenden (analog: wachenden bzw träumenden, notabene) Person" aus und bezeichnet damit nunmal aber auch den Schlafzustand selbst. Daher übersetzte ich, wie ich es nunmal übersetzte.

 

Die Übersetzung für die Worte Waker", Dreamer", Sleeper" kann man darüberhinaus dem angehängten Vokabelverzeichnis entnehmen.

 

Ausgehend vom Vierten und von dem Einen, das mit nichts vergleichbar ist, dem Einen ohne ein Zweites, ist es darüberhinaus so, daß Der Wachende", Der Träumende", der Schlafende" eben auch jenes Eine ohne ein Zweites" ist oder auch hat; es erscheint als Wachen" bzw Phänomen des Wachzustandes", als Träumen" bzw Phänomen des Träumens", des Traumzustandes" aber auch als Schlafen" bzw Phänomen des Schlafzustandes".

 

 

 

Grammatikalischer Hinweis:

 

Im Vers 7 der Mandukya-Upanishade übersetzte Sri Aurobindo u.a.: 

"...Who is the One than Whom there is no other…" 

Betreffs dieser gramatikalischen Konstruktion siehe beispielsweise Seite 53 in der Englischgrammatik von Prof. Lincke (Lincke, Prof. Dr Kurt, "Grammatik der Englischen Sprache für höhere Lehranstalten bearbeitet von Prof. Dr. Kurt Lincke, Studienrat an der Klinger-Oberrealschule, mit Lehrauftrag an der Universität Frankfurt am Main", dritte Auflage, Frankfurt am Main, Verlag Moritz Diesterweg, 1923).

 

Vokabeln dazu:

Vokabel

 

Übersetzung

Seite

Autor

         

… as to whether …

 

vgl. Ziegler-Seiz, 11.Auflage, 1948

33

Ziegler-Seiz

advance

 

advance (äd-wahnß') vorrücken; vorbringen; beschleunigen; befördern; vorausbezahlen; vorschießen, Fortschritte machen; Vorrücken n.; Beförderung f.: Fortschritt; Vorsprung; Preisaufschlag; Gewinn m.; Entgegenkommen n.; Vorschuß m; in advance im voraus.

3

Dr. Francis Ising

As for, as to

 

As for, as to, in Hinsicht, in Ansehung, in Betreff, was betrifft.

56

Grieb (1842)

as for, as to

 

was betrifft

21

Dr. Friedrich Köhler

deem

 

deem (dihm) urteilen; meinen.

26

Dr. Francis Ising

deem

 

Deem va. beurtheilen, halten für; vn. urtheilen (of über).

86

Dr. Friedrich Köhler

Delight' s.

 

Lust f. Vergnügen n.; Wonne; va. (vn. sich) ergetzen, erfreuen; sich freuen.

88

Dr. Friedrich Köhler

dream

 

Dream, …, (schw. dròm; dän. dröm) s. 1. der Traum (das Träumen und das Geträumte). 2. Traum die eitle Einbildung; Träumerei. His dream is out, sein Traum ist eingetroffen.

279

Grieb (1842)

dream

 

Dream, praet. dreamt oder dreamed, v.n. 1. (mit of vor dem Objekte) träumen (von). 2. ±a) (of) sich träumen lassen Etwas (denken an). b) träumen (müßig denken od. gehen). c) albern, faseln. To dream away life, sein Leben verräumen. ing träumerisch.

279

Grieb (1842)

dream

 

Dream, v.a. Etwas träumen; von Etwas träumen; Etwas im Traume sehen; to a dream, einen Traum haben. And dreamt the future fight. DRYDEN. I dreamt a pleasant thing. mir träumte etwas Spaßhaftes.

279

Grieb (1842)

dreamer

 

Dreamer,..vgl. Grieb/Schröer

315

Grieb/Schröer

dreamer

 

Dreamer,s. -+ u. ±der Träumer

279

Grieb (1842)

expose

 

expose (-pou's) aussetzen; bloßstellen.

39

Dr. Francis Ising

exposition

 

exposition (ekß-po-sißch'n} Erklärung; Ausstellung f.

39

Dr. Francis Ising

exposition

 

Exposi'tion s. Aussetzung; Ausstellung; Lage; Erklärung.

122

Dr. Friedrich Köhler

exposition

 

Exposition, vgl. Grieb/Schröer

358

Grieb/Schröer

final

 

Final, …

339

Grieb (1842)

final, finality, finale

 

fin|al,.. finality …vgl. Ziegler-Seiz, 11.Auflage, 1948

213

Ziegler Seiz

final, finally

 

Fi'nal a., -ly adv. endlich, schließIich: entscheidend.

130

Dr. Friedrich Köhler

final, finally

 

final(ly) (fei-näl) endlich; letzt.

42

Dr. Francis Ising

gather, gather into

 

gather (gädh'r) sammeln; falten; aufhäufen; pflücken; ernten: sich sammeln; eitern.

47

Dr. Francis Ising

gathering

 

gathering Sammlung; Versammlung; Kollekte f.; Geschwür n.

47

Dr. Francis Ising

Imperishable

 

Imperishable a., -bly adv. unvergänglich; -ness s. Unvergänglichkeit

165

Dr. Friedrich Köhler

inward, the inward

 

inward (in'-uerd) Inner; innerlich; einheimisch; inländisch; einwärts ; das Innere; -s Eingeweide n.

66

Dr. Francis Ising

inwards

 

inwards einwärts; nach innen.

66

Dr. Francis Ising

measurable

 

measurable (mesch'e-rc-bl) meßbar; mäßig.

83

Dr. Francis Ising

measure

 

measure (mesch'örr) Maß n.; Maßstab m.; Maßregel f.; to take measures Anstalten treffen; messen; ab-, ausmessen.

83

Dr. Francis Ising

nor

 

nor (nohr) weder; noch; nor I either (ih'dhr) ich auch nicht.

95

Dr. Francis Ising

nor

 

Nor, vgl. auch Grieb/Schröer

666

Grieb/Schröer

nor

 

Nor,…, (ne u. or) conj. 1. (zur Bezeichnung einer Verneinung und gewöhnlich mit vorangehendem neither oder not) (weder…) noch. 2. bisweilen, gewöhnl. , ist neither ausgelassen. 3. steht bisweilen statt neither in dem ersten Theile eines Satzes. 4. (Oertl. für) than. 1. I neither love nor fear the. SHAK. 2. Simois Xanthus shall be wanting there. DRYDEN. 3. I whom avarice pleasures move WLASH. Neither nor, weder … noch.

602

Grieb (1842)

now

 

Now, .., (angels. nu; holl., schw. dän. u. goth. nu; gr.nyn; lat. nune; nun) adv. 1. nun (nunmehr, nach diesem, unter diesen Umständen; zu der Zeit). 2. jetzt (in diesem Augenblick, gegenwärtig). 3. eben; just , erst od. eben jetzt, so eben. 4. bald (zu einer Zeit, zu einer andern Zeit). 1. Now it is too late. How shall any man distinguish - betwixt a parasite and a man of honor? L'ESTRANGE. He was sensible orf his mistake. WEBSTER. 4. Now high, low, master up, miss. POPE. But Now, but just , even , erst od. eben jetzt, gerade erst. Until , bis jetzt. Before , ehedem, schon, schon einmal. Now …now, bald …bald, and then, 1. dann u. wann, zuweilen. 2. da u. dort, hier u. da. (A mead here, there a heath, and now and now a wood. DRAYTON). know ye (in Dokumenten) kund u. zu wissen sei hiermit.

605

Grieb (1842)

now

 

Now, adj. jetzig (z.B. the thing).

605

Grieb (1842)

now

 

Now, conj. nun (um eine Verbindung, Folge, Ursache anzuzeigen); nun … aber. The other great mischief which befalls men, is by their beining misrepresented. by calling evil good, a man is misrepresented to others in the way of slander … SOUTH. Now now! (( nun, nun, was soll das?

605

Grieb (1842)

now

 

Now, s. der gegenwärtige Augenblick, das Nu. But an eternal now does ever last. COWLEY.

605

Grieb (1842)

now-a-days

 

Now-a-days,adv. (( heut zu Tage, heutigen Tages.

605

Grieb (1842)

noway

 

Noway, (no und way) adv. keineswegs

605

Grieb (1842)

noways

 

Noways, adv. keineswegs

605

Grieb (1842)

outward, the outward

 

outward (-'uörd) Äußeres; äußerlich; auswärtig.

102

Dr. Francis Ising

outwards

 

outwards (-'uörds) auswärts.

102

Dr. Francis Ising

pervade

 

Pervade' va. (durch)dringen; einnehmen.

237

Dr. Friedrich Köhler

pervade,pervaded by

 

Pervade, ..., (lat. pervado) v.a. 1. -+ durchdringen. 2. ±a) durchdringen, einnehmen (den Geist ϰ.). b) sich erstrecken über... 1. Liquors that pervade the pores. NEWTON 2.a) spririt of conceiliation s all classes of men.

664

Grieb (1842)

perversive

 

perversive (-'ßiw) verderblich. 108

108

Dr. Francis Ising

relate

 

Relate' va., berichten, erzählen, melden; vn. sich beziehen, to be -d to verwandt sein mit.

265

Dr. Friedrich Köhler

sleeper

 

Sleeper, …, s. 1. der Schläfer, 2. ±a) ein Gesetz ϰ., das schläft, ruht, nicht vollzogen wird. BACON. b) die Schlafhaube (ein träger Mensch). 3. [Zool.] der Winterschläfer (wie der Bär ϰ.); (und in engerer Bedeutung) die Haselmaus., 4. [Techn.] a9 pl. Sleepers. [Mar.] Tümeler oder Knie in den Billen eines Schiffes, wovon der eine Arm an die Heckbalken od. Worpen und der andere an die Inhölzer gebolzt ist. b) pl. die Kimmweger. c) [Glashütten] ein Rost, Riegel um das Durchfallen der kleinen Kohlen zu verhindern. d) [Zimmerl.] pl. Sleepers, die Querbalken in unteren Stockwerken eines Hauses, welche unter den Mauern durchgezogen sind, od. die unterlage des Fußbodens bilden. e9 pl. Sleepoers, die Bohlen in einer Batterie, auf denen die Kanonen und Mörser stehen. f) (überhaupt) eine Bohle ϰ., die eine Sache als Grundlage dient. 5. [Ichthyol.] Flederfisch (exocoetus).

870

Grieb (1842)

sleepfulness

 

Sleepfulness,…, s. die Schlaftrunkenheit.

870

Grieb (1842)

sleepily

 

Sleepily,..., adv. 1. schläfrig. 2. a) ±schläfrig (träge). b) dumm, auf eine einfältige Weise.

870

Grieb (1842)

sleepiness

 

Sleepiness,.., s. die Schläfrigkeit

870

Grieb (1842)

sleeping

 

Sleeping,.., s. das Schlafen …

870

Grieb (1842)

sleppful

 

Sleepful,…, adj. schlaftrunken

870

Grieb (1842)

slumber

 

slumber (ßlöm'br} Schlummer m.; schlummern.

144

Dr. Francis Ising

slumberous

 

slumberous einschläfernd.

144

Dr. Francis Ising

than

 

... 52 ... § 72, vgl. Prof. Dr. Kurt Lincke

Seiten 52 und 53

Lincke, Kurt

than

 

13. no sonner ... than: vgl. Prof. Dr. Kurt Lincke

170

Lincke, Kurt

than

 

16. than: vgl. Prof. Dr. Kurt Lincke

170

Lincke, Kurt

than

 

more than is fit: gl. Grieb (1842): Fit,... It is not fit, es ziemt, schickt sich nicht. To be - for, passen, taugen (zu); sich schicken, sich ziemen für...; ...Not - fit to be named, nicht wohl zu nennen. More than is -, über Gebühr. To make one's self - for ... sich bereiten zu ... Fit, v.a. 1. geschickt, bequem, gemäß, einrichten, ordnen, anordnen. 2. ... 3. einirchten, fertig machen; rüsten. 4. (to) einirchten, bequemen (nach). …

242

Grieb (1842)

to be related to

 

verwandt sein mit.

265

Dr. Friedrich Köhler

unrelated

 

Unrelated, …, adj. 1. (- + und ±) nicht verwandt. 2. unerzählt, unberichtet.

1048

Grieb (1842)

unrelated

 

Unrelated, …,vgl. Grieb/Schröer

1213

Grieb/Schröer

wake

 

wake (uehk) wachen; er-, aufwachen; wecken; er-, aufwecken; Kirchweihfest n.; Nacht-, Totenwache f.

192

Dr. Francis Ising

wake

 

Wake vn. wachen ; erwachen; va. (- up) wecken; - s. Wachen n.; Wache; (pI.) Kirchweihfest; Kielwasser n.

346

Dr. Friedrich Köhler

wakeful

 

wakeful ( -'full) wachsam.

192

Dr. Francis Ising

wakeful

 

Wake'ful a., -ly adv. wachend; wachsam; -ness s. Wachen n.; Slaflosigkeit.

346

Dr. Friedrich Köhler

waken

 

waken (ueh'kn) wachen; wecken.

192

Dr. Francis Ising

wakener

 

Wakener, s. de Erwecker, Etwas, das erweckt od. reizt, das Reizmittel.

1081

Grieb (1842)

waker

 

Waker, s. 1. Einer, der macht, der Wachende. 2. Einer, der erwacht, der Erwachende. Prov. Late watchers are no early wakers. Wer spät zu Bette geht, steht spät auf.

1081

Grieb (1842)

       

Muret Sanders

 

 

 

 

 

 


 

  noch in Bearbeitung (Korrekturlesen, Korrekturen anbringen usw)

 

Sri Aurobindo - Mandukya-Upanishad

 Gaudapada's und Shankara’s Kommentar:

 

(Mit Anmerkungen im Zusammenhang mit der Transzendentalen Meditation in den Fußnoten des Autors dieser WEBSeite.)

 

 

...

424

...

Frühe Übersetzungen einiger Vedantischer Texte

 

...

Die Karikas des Gaudapada

Die Karikas des Gaudapa sind eine zusammengehörige Sammlung kompetenter, maßgebender Verse betreffs Maximen und Argumentationen, die in einem knapp-gehaltenen und präzise-argumentierten Handbuch die Position der besonders klaren sowie präzisen Monistischen Schule des Vedanata darstellt. Die monumentalen Aphorismen der Vedanta Sutras sind eher für eine/~n LehrerIn, eine/~n MeisterIn gedacht als wie für den/die SchülerInnen. Gaudapada’s klare, knappe und geschäftsmäßige  [Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite: vgl. Die berühmt-berüchtigten 2-Zeiler" von Juristinnen, usw. Ende der Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite.] Verse haben eine weiter angelegte Nützlichkeit; sie setzen lediglich ein elementares Wissen, betreffs philosophischer Begriffsbildungen und betreffs der allgemeinen Richtung Monistischer und Dualistischer Debatten, voraus liegt dieses grundlegende, einführende Wissen vor, so versehen diese [Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite:Gaudapada’s klare und logisch begründete Verse. Ende der Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite.] der/dem StudentIn mit einem bewundernswerten, hellen und darauf aufbauen könnenden sowie folgenreichen Kernwissen betreffs des Argumentierens, welches es ihr/ihm ermöglicht sofort den Zug der Gedankenwelt des Monismuses zu besteigen und seine wichtigtesten angesehenen und bemerkenswerten Standpunkte im Gedächtnis zu behalten. [Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite: weniger poetisch wäre es zu übersetzen mit: "...die/der StudentIn ein sehr nützliches grundlegendes Wissen betreffs logischen Denkens vermittelt und es ihr/ihm ermöglicht, in der Gedankenwelt des Monismus zurechtzukommen und dieses in einer Weise, daß sie/er die allgemein anerkannten und hohes Ansehen genießenden grundlegenden Positionen, aufgrund der schlüssigen Argumente und vielfach bekannten Begriffe, im Gedächtnis zu behalten vermag.Ende der Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite.]. Es bietet seit Langem auch, außer dem Vorzug, daß es, einerseits dem geschuldet daß keine Zweifel an dessen vorzüglichen, herausragenden Verdiensten sowie Werten bestehen und andererseits der seit Langem bestehenden Angesehenheit und Anerkanntheit sowie dem weitverbreitetem in Gebrauchsein, auch [noch] den Vorteil, daß es einen vollständigen und starken Kommentar dazu, verfaßt vom Meister selbst, gibt und es darüberhinaus noch von einem Schüler des Meisters, dem mit klarem Verstand begabten und oftmals suggestiven, andeutenden Anandagiri, ebenfalls eine Erläuterung dazu gibt. Für moderne StudentInnen kann es zur Vedanta-Philosophie keine geeignetere Einführung geben - nachdem sie erst etwas über den Sinn der Upanishaden gebrütet haben - als eine eingehende Befassung mit den Karikas des Gaudapada samt Shankara’s Kommentaren, mit Deussen’s System des Vedanta"¹ in der einen Hand und irgendeiner sowohl kurzen als auch  allgemeinverständlichen, volksbeliebten Darlegung der sechs Darshanas in der Anderen.² Erst nachdem die Schule des Monismus gründlich verstanden wurde können der modifizierte Monismus und Dualistische Monismus mit deren dazwischenliegenden Schattierungen sowie Nuancen nützlicherweise studiert werden. Wenn erst die Theorie des Vedanta verstanden wurde, können Sankya, Yoga, Nyaya und Vaisheshika aus dieser Sicht heraus, anhand von Vijnananbhikshu’s Arbeit, verstanden werden und alsdann auch die großartige Synthese [in Form] der Bhagavad Gita als Krone des gesamten Lehrkonstrukts, des Lehrgebäudes darüberhinaus. Die [notwendige] philosophische Grundlage wird dann korrekt geschaffen sein, sodaß die Upanishaden mit neuem Interesse studiert werden können; dabei wird man sie, in dem Maße als man fortschreitet und sein eigenes Verständnis der ‘Heiligen’ Bücher sich entfaltet, verifizieren oder auch entsprechend näher bestimmen. Dies bringt die theoretische Seite von Janakanda zu einem Abschluß; dessen praktische

 

 

428

Die Upanishaden

 

und wertvollere Seite kann mittels des Yoga-Weges und unter der Führung eines Sadguru bewältigt werden.

  Gaudapada beginnt seine Arbeit mit einer kurzen Darstellung betreffs der poetischen und rhymtischen Sprachaspekte der Upanishaden und dies geschieht in klaren philosophischen Begriffen. Zunächst definiert er präzise den wesentlichen Charakter, die wesentliche Natur der dreieinheitlichen Natur des Selbst wie sie sich im Macrokosmos und Microkosmos ausgedrückt sowie dem/der Wachenden, dem/der Träumenden und dem/der Schlafenden, die sich alle im Absoluten treffen und darin verschwinden.

 

1. Da gibt es Vishwa den[/die/das] Lord, der alles durchdringt und sich der Außenwelt bewußt ist, Taijasa der[die/das] der Innenwelt bewußt ist und außerdem noch Prajna indem [/worin] Bewußtsein (verdichtet ist und) sich in sich selbst zurückzieht; Das Selbst zeigt sich dem Gedächtnis als ein Einziges in drei Beschaffenheiten, in drei Zuständen.

 

Shankara: Der eingenommene Standpunkt ist wie folgt: Jene Wesenheit welche, jenes Wesen welches wahrnimmt begibt sich eins nach dem Anderen und nicht gleichzeitig in drei Zustände und bleibt überdies mittels der Erinnerung, auf das Fühlen Dies bin ich", Dies bin Ich" Dies bin ich" beharrend, in allen Dreien miteinander verbunden; es ist offensichtlich, daß sie [diese Wesenheit] etwas ist, das jenseits und über die drei Zustände hinausgehend ist und daher ein Einziges, eine Einheit ist, absolut und ohne Anhänglichkeit, ohne Verhaftetheit an seine drei Zustände, ohne Gebundenheit an seine drei Beschaffenheiten. Und dies wird unterstützt durch die bildhaften Darstellungen als ein großer Fisch, die in den Schriften vermittelt wird.

 

 

2. Vishwa im Tor des rechten Auges, Taijsasa im Geist, Prajna im Äther, dem Herzen, dies ist sein dreifaches in Erscheinungtreten im [Zusammenhang mit dem] Körper.

 

 

429

Die Karikas des Gaudapada.

 

...

[Es folgte ein Text in Sanskritschriftzeichen]

 

Shankara: Der Gegenstand dieses Verses ist es, aufzuzeigen, daß diese Drei, Vishwa, Taijasa und Prajna, sogar im Wachzustand erfahren werden. Das rechte Auge ist die Tür, das Mittel, wodurch speziell Vishwa, der Wahrnehmer konkreter Objekte, Gegenstand der Erfahrung wird. Die Shruti besagt Fürwahr und aus einer Wahrheit heraus ist Indha er, sogar sein Sein, so wie oder auch weil er hier im rechten Auge anwesend ist." Vaishwanara ist

 

 

 

430

Die Upanishaden

Indha, weil sein wesentliches Prinzip einerseits Licht ist und - was das "wie" bestimmend anbelangt - andererseits auf einmal sowie gleich auf der Stelle das macrokosmische Selbst in der Sonne und der Seher, der Sehende, das Sehen im Auge ist.¹³

 

2. Aber", wird eingewandt werden, Hiranyagarbha ist [doch] ein Einziges, eine Einheit, ein Einssein und der Wahrnehmer der materiellen Bereiche, der Leitende und Seher im rechten Auge ist ganz etwas/jemand Anderes, [nämlich] der Herr und Meister, der Hausherr des Körpers." So ist es [nunmal] nicht; da wir in diesen selbst - wenn wir die wirkliche Natur unserer Wahrnehmungen betrachten sowie [tief] in sie hineinblicken - keinerlei Unterschied zwischen den beiden erkennen. Darüberhinaus besagen die Schriften, Ein Gott verborgen in allen Geschöpfen"; und die Smriti stellt ebenfalls fest:

Oh Sohn des Bharat, erkenne und verstehe mich als den Wissenden des Körpers in allen Körpern. Ich bleibe unaufgeteilt sowie unzerfallen in allen Geschöpfen und es scheint lediglich so als sei ich in Teile zerteilt."

  3. Es sei beachtet und festgestellt, daß Vishwa, obwohl er ohne Unterschied sowie Auszeichnung tatsächlich in allen Sinnesorganen tätig ist, es dennoch so ist, daß er als speziell im rechten Auge wohnend sowie zugegen seiend erwähnt wird, weil die Wahrnehmungen durch das rechte Auge, gemäß Bemerkungen, als überlegen gelten. Nachdem dieser Vishwa, der insofern im rechten Auge verweilt, eine Gestalt, eine Form oder auch eine Gestaltetheit sah ist es so, daß er diese, sich daran mit geschlossenen Augen erinnernd, nachwievor in seinem Geist, als wie in einem Traum, sieht und zwar dieselbe Gestalt oder Form, oder auch Gestaltetheit wie sie sich als Form anhand der Idee [Anmerkung des Übersetzers ins Deutsche: die Erinnerung ist letztlich eine Idee dessen was man mal beispielsweise gesehen  hatte. Ende der Anmerkung] zu erkennen gibt sowie ausdrückt oder auch im Eindruck, den es hinterlassen hat [in derselben Gestalt und Form zeigt]. Ebenso ist es bei einem Traum: Der Eindruck oder auch die Idee, die im Gedächtnis verblieben ist, erzeugt im Schlaf wiederum dieselbe Form, Gestalt oder auch Gestaltetheit, die im Wachzustand gesehen worden war und von daher bekannt ist. Es folgt daraus, daß dieser/dieses Taijasa, der/das innerhalb des Geistes ist sowie im Inneren des Geistes weilt, nichts anderes ist als Vishwa selbst.

 

4. Durch das Aufhören sowie zur Ruhe kommen jenes Vorgangs, der Erinnern sowie Gedächtnis genannt wird, wird alsdann Prajna, sei es im Äther oder auch Herzen, vereinigt bzw zu einer Einheit [Anmerkung des Übersetzers ins Deutsche: genauer: erscheint oder auch wird sichtbar als Eines, eine Einheit, ein Einssein. Ende der Anmerkung] oder auch, sozusagen, zu verdichtetem Bewußtsein, das sich in sich selbst zurückgezogen hat. [Anmerkung des Übersetzers ins Deutsche: eins wurde mit seinem Sein, seinem eigentlichen Wesen. Ende der Anmerkung.] Und dies geschieht, weil die Vorgänge im Geist sowie die Aktivitäten des Geistes zur Ruhe gekommen sind und insofern nicht da sind; weil das Sehen und das Gedächtnis ein Vibrieren, eine vibrierende Tätigkeit des Geistes sind, stellt sich in der Abwesenheit der Schwingungen, des vibrierenden Tätigseins des Geistes das Selbst in Form von Prana im Äther oder auch Herzen ein und dies ohne einer Möglichkeit einer Trennung sowie Absonderung oder auch  einer Unterscheidung sowie einem Unterschiedensein [als ein Einsseiendes].¹ Die Schriften besagen übrigens: „Es ist Prana das all diese in sich selbst verschlingt.“ Taijasa ist dasselbe wie Hiranyagarbha, weil es seine Wohnstatt im Geist hat und der Geist der subtile Teil des Körpers ist, wie von folgendem und anderen, ähnlichen Versen klargestellt wird: „Dieser puruṣa ist ganz und gar Geist.“

 

  5.Es mag eingewendet werden, daß Prana im Zustand des Schlafes

 

 

 

431

Die Karikas des Gaudapada

 

 

wirklich verschieden sowie anders sei, offenbar sowie augenscheinlich und die Sinne bzw die Sinnestätigkeit eins würden mit Prana; wie kann man also darüber bzw dazu Abwesenheit, Unachtsamkeit oder auch Mangel an Offenbarheit, Kundgebung sowie Unterscheiden aussagen indem man feststellt „Es wird ein Einiges, ein Einsseiendes“? Da ist tatsächlich kein wirklicher Fehler in der Argumentation, weil in dem Nicht-Verschiedenen, Nicht-Differenzierten die einzeln angegebenen, aufzählbar vielen Umstände bereitenden Bedingungen, Eigenschaften sowie Umstände von Raum und Zeit nicht vorhanden sind und dasselbe gilt auch betreffs Prana im Zustand des Schlafes. Obgleich das Prana, weil die Theorie einer getrennten Existenz als Prana existiert, in einem gewissen Sinne tatsächlich Unterschiede, Differenziertheiten sowie Separatheit hat, so ist es doch so, daß die speziellere Idee einer getrennten, isolierten Existenz, wie sie mit dem Körper umschrieben sowie begrenzt wird, in Prana zu einem Ende gebracht wird und daher Prana im Schlaf undifferenziert, ohne Unterschiede - wie das Einseins - und nicht offenbar, nicht augenscheinlich, nicht konkret, nicht greifbar ist; dies gilt zumindest in Bezug auf jemand, der diesen umgrenzten Egoismus, diese umschriebene Selbstsucht besitzt. Und so wie das Prana jener, welche diese umgrenzte körperliche Selbstsucht haben in einen Zustand von Unterschiedslosigkeit eingeht, wenn es am Ende der Welt absorbiert, verschluckt, verschlungen oder auch eingesogen wird, so ist das auch so mit Jemandem der den Sinn von Existenz als Prana nur im Zustand des Schlafes hegt, welcher in Wirklichkeit tatsächlich exakt derselbe [Zustand, dasselbe Sein] ist als jener des vorrübergehenden Verschwindens von Phänomenen, Naturbegebenheiten, Lufterscheinungen sowie besonderen Erscheinungen am Ende einer Welt; beide Zustände sind gleich frei von Unterschieden und Manifestation sowie Augenscheinlichkeiten; darüberhinaus sind sie gleich schwanger, fruchtbar sowie voller „Samen“ und insofern Gründen sowie Ursachen zukünftiger Geburt. Das Selbst, das den einen wie den anderen Zustand beherrscht, lenkt und sozusagen regiert, ist ein und dasselbe; es ist Selbst in einem undifferenziertem, unterschiedsfrei, unmanifest sowie auch nicht augenscheinlich und nicht greifbar seiendem Zustand sowie einer derartigen Beschaffenheit. Es folgt daraus, daß das lenkende, regierende Selbst in jedem der Fälle und in den Erfahrungen der umgrenzten und umschriebenen körperlichen Selbstsucht ein- und dasselbe ist; daher sind die zuvor an früherer Stelle gegebenen Beschreibungen von Prajna, wonach Prajna ein Einiges, Einsseiendes oder auch verdichtetes und auf sich selbst gesammeltes, (entspannt) konzentriertes Bewußtsein oder auch in sich selbst konzentriertes Bewußtsein sei udgl.¹ durchaus anwendbar; und die bereits gegebenen weiterführenden Argumente sowie Ergebnisse formaler sowie abstrakter Streitgespräche stützen sowie rechtfertigen dieselbe Schlußfolgerung.

 

  6. „Aber“, wird man sagen, „wieso wird der Name Prana dem keine Unterschiede, keine Differenziertheiten Habendem, dem nichts Habendem womit man etwas unterscheiden könnte gegeben sowie angewendet?“ Basierend auf den Schriften, die da sagen „Ach Du ehrlicher, offener Sohn, [es ist so] weil sowohl das Seil als auch die Befestigung, das Festbleiben sowie das Verschließen¹ des Geistes Prana sind,“ Du antwortest da: „Ach aber ‘Oh ehrlicher, offener Sohn, Existenz daselbsten ist prāṇa‘ zeige, daß der existente Brahma, das Existensein des Brahma, welcher der Gegenstand der [jener] Verse ist bzw sei, müsse mit dem Wort Prana gemeint sein“. Meine Argumentation wird dadurch nicht widerlegt, weil wir alle es so verstehen, daß das Gegenwärtige den Samen für zukünftige Geburt in sich trägt und die Gegenwart damit insofern schwanger ist. Auch ist es dann so, daß wenn mit Prana „das Existentsein Brahmas, der ‚Existente Brahma‘“ gemeint sei, dann gleicherweise dem Existsein, der Existenz derselbe Name Prana gegeben wäre, weil die Idee, das Konzepts des Schwangerseins, des In-Sich-Beinhaltens des Samen woraus das Jiva oder auch der, dem Leben entsprechend geschaffene, Geist geboren werden müsse, dadurch nicht ausgeräumt wird und indertat

 

 

432

Die Upanishaden

 

ist es so, daß nur wenn diese Idee, dieses Konzept von der Idee, dem Konzepts eines/des Brahma ausgeschieden werden könnte, es dann der Existente Brahma, das Existentsein Brahmas genannt bzw damit gleichgesetzt werden könnte. Es ist doch so, daß wenn er das absolute samenlose, keine Gründe, Ursachen für ein Entstehen in sich tragende Brahma wäre, dann etwas herauskäme wie das, was die Schriften meinten, wenn sie Formulierungen gebrauchten wie „Er/es ist nicht dies, nicht jenes, noch irgendwas als das wir ihn bezeichnen könnten“; “von dem/wovon Worte verhöhnt, verwirrt und getäuscht zurückkehren“, Er/es ist anders als das Gewußte und verschieden vom Unbekannten, dem nicht Gewußten“. Auch die Smritis besagen: „Er/es (das Absolute) wird weder Existent-Seiendes noch Nicht-Existentseiendes genannt“.

Außerdem ist es so, daß wenn das Existente fruchtlos wäre, so gäbe es keine Basis für ein Vermuten, daß jene, die sich mit dem Existentseiendem oder auch dem Zustand des Schlafes oder auch dem Zustand der Aufgelöstheit, der Zerstörtheit der Welt verbunden haben, darin begeben haben oder auch davon überwältigt wurden, aus irgendeinem dieser Zustände [je] wieder herauskommen respektive erwachen respektive neu entstehen könnten. Oder jedoch, falls sie könnten, hätten wir doch unmittelbar die Möglichkeit, den Fall oder auch die Zufälligkeit [Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite: „Fall“ im Sinne einer Eröterung der diversen Fälle in der Mathematik; sowas wie in dem einen Intervall snd die Funktionswerte kleiner 0; in einem anderen größer 0 usw usf. Insofern im Sinne von Fallunterscheidung udgl und nicht im Sinne „Ein gefallener Engel“. Ende der Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite] befreiter Seelen, die wieder als eine seltsame, wundersame Naturbegebenheit ein [erneutes] Dasein, Vorhandensein sowie Leben erlangen und insofern jene Art von Realität wieder erlangen; dies ist so, weil auf der Basis dieser Hypothese, der Zustand, die Lage von Seelen, von Wesen, die im Absoluten Befreiung erlangten und der Zustand, die Lage, das Geflecht aus Bedingungen, Vorbehalten, Eigenschaften Jener. die in das Existentseiende hineingesogen wurden, sich mit der Zerstörtheit der Welt verbunden haben, sich darin begeben haben oder auch davon überwältigt wurden, ein- und daselbe wären und es da keinesfalls den Same oder auch die Ursache für eine zukünftige wundersame Naturerscheinung gäbe. Und wenn man, um dieses Argument zu entkräften, sagen täte, daß es der Same der Unwissenheit sei, der [sozusagen] im Feuer des Wissens weggebrannt werden müsse und dieser [Same der Unwissenheit] nicht vorhanden sei im Falle befreiter Seelen, befreiter Wesen und im Falle der anderen [nicht befreiter] Wesen da irgendein anderer Same für diese Dinge vorhanden wäre, so liefe bzw läuft man Gefahr zu beweisen, daß das Wissen (über das Ewige, Unveränderliche, nie Endende) keinerlei Nutzen habe bzw haben könnte für das Erlangen von Befreiung oder auch nicht nötig sei als Mittel zum Erlangen der Befreiung. [Anmerkung des Übersetzers: Würden, ohne davon etwas gehört gehabt zu haben, Buddha und Andere je danach in deren bewußt sowie gezielt danach strebender Art und Weise gesucht haben? Gesucht haben können? Ende der Anmerkung.]

 

  7. Basierend auf diesem Verständnis, wonach das Existentseiende schwanger ist mit dem Samen eines Lebens, das wie ein seltenes Naturphänomen wunderbarerweise ist [,oder auch anders formuliert, wonach das Existseiende als Frucht das, wie ein seltenes Naturphänomen wunderbarerweise seiende, Leben in sich trägt bzw beinhaltet], ist es dann einsichtig daß es in allen Schriften als Prana und Ursache der Dinge dargestellt sowie geschildert wird. Demgemäß geschieht es durch die Ausscheidung, Entfernung dieser Idee des Samens, daß es durch Sätze, wie „Er/das, worin das Objektive und Subjektive, das Unpersönliche und Persönliche Eins sind, ist ungeboren, ungeworden“¹, “Er/Es ist weder dies, noch jenes noch irgendetwas als was bzw womit wir ihn/es bezeichnen könnten, ihn/es rufen oder auch fordern könnten“ bezeichnend sowie bestimmend zum Ausdruck gebracht wird. Unser Autor wird sich getrennt sowie besonders mit dieser samenlosen Beschaffenheit, diesem samenlosen Zustand des Einen Selbstes, welches mit dem Begriff Prajna, es abgrenzend, bezeichnet wird, befassen; diese Bedingung, dieser Zustand sowie diese Beschaffenheit, welche bzw welcher das Vierte sowie Absolute ist, ist bar aller Beziehungen sowie Verwandtschaft wie Körper prāṇa usw und ist als solches, alleine für sich selber letztendlich und transzendenterweise wahr ist. Nun wird auch der Zustand unterschiedeloser Samenfülle, ebenso wie die anderen beiden [Zustände], im Körper erfahren werden und zwar in Form der [fiktiven] Idee des erwachten Menschen, was ihm sagt: „Solange fühlte ich [etwas] und wußte nichts“. Insofern heißt es, daß das Selbst einen drei-fachen Stand, eine 3-fache Stellung im Körper habe.

 

 

 

 

433

Die Karikas des Gaudapada

 

 

3. Vishwa ist der/die Erfreuende grober Objekte, das sich grober Objekte Erfreuende; Taijasa der/die Erfreuende subtiler Objekte, das sich subtiler Objekte Erfreuende und Prajna ist der oder auch die oder auch das sich Erfreunde reiner (nicht verknüpfter, nicht an etwas gebundener, nicht mit etwas zusammenhängender) Freuden und Genüsse; solcherart sei hiermit die dreifache Freude, der dreifache Genuß des Selbsts im Körper zu verstehen gegeben, jawohl so ist das mit der dreifachen Freude des Selbsts im Körper.

4. Das Grobe, Plumpe stellt Vishwa durchaus zufrieden, das Schlaue, Feine [stellt] Taijasa [zufrieden] und reines Vergnügen stellt hingegen Prajna zufrieden; auf solche Weise solltet ihr die dreifache Zufriedenstellung, Beruhigung sowie Sicherheit des Selbsts im Körper verstehen.

Shankara: Die Bedeutung dieser beiden Verse wurde bereits erklärt und ist daher bekannt.

 

5. Betreffs jenes, dessen man sich in den drei Zuständen erfreut und jenes das der/die/das Erfreuende ist, ist folgendes zu sagen: Jemand der diese beiden als ein-und-dasselbe weiß bzw erkannt hat, sojemand erfreut sich in reiner, makelloser, schandloser Art und Weise und bekommt keine Makel, fügt sich keine Schande [mehr] zu.

Shankara: Jenes, dessen man sich in den drei Zuständen als grobe, plumpe beziehungsweise als schlaue, feine Gegenstände sowie Gegenüber erfreut beziehungsweise als das reine Vergnügen dessen man sich in den drei Zuständen - Wachen, Träumen als auch Schlafen - erfreut, sind Eines, ein-und diesselbe Sache bzw Angelegenheit auch wenn es in drei verschieden Aspekten, Anblicken erscheint, drei verschiedene Aspekte, Anblicke sowie Ansichten angenommen hat. ²) Und Jenes, was sich da unter den Namen von Vishwa, Taijasa und Prajna erfreut, wurde als Einseiend dargestellt, bezeichnet sowie zum Ausdruck gebracht; dies ist so, weil sie [ Vishwa, Taijasa und Prajna], einerseits vermöge der Wahrnehmung der Einheit durch das fortgesetzte Gefühl des „Dies bin ich, dies bin ich“ überall miteinander verbunden sind und, andererseits vermöge der Tatsache, daß die Natur der Wahrnehmung durchgängig ein Einsseiendes ohne jeglicher Unterschiede ist [überall miteinander verbunden sind]. Wer auch immer diese beiden als Einsseiendes weiß, das durchaus aufgeteilt ist in Vielheit durch den

 

 

434

Die Upanishaden

 

Sinn dafür, daß man der sich Erfreunde ist oder auch das dessen man sich erfreut, an dem bleibt kein Makel infolge der Freude, des sich Erfreuthabens, weil das Subjekt der Freude ebenso universell überall das Eine ist und die/der [im konkreten Einzelfalle] sich Erfreuende ebenfalls nicht verschieden ist von dem, dessen man sich erfreute. Festzuhalten ist, daß unabhängig davon wer die oder auch der sich Erfreuende ist und was auch immer der Gegenstand der Erfreuung, des Entzückens, der Freude auch sein mag, sie bzw er dadurch nicht mehr noch weniger wird; es ist so wie im Falle von Feuer, wenn es seine Gegenstände in Form von Holz oder aber auch Brennflüssigkeit wie Petroleum verzehrte; es bleibt [und wird] weder kleiner noch wird’s größer als wie zuvor.

 

6. Es ist eine sichere, zuverlässige sowie unbestreitbare Entscheidung, daß alle Existenzen, die eine Geburt annehmen, bereits seiend sein müssen, dh daß es sie bereits gegegeben hat müssen. [Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite: Wenn etwas ganz Spezielles, Konkretes entstehen soll können, muß das doch zuvor bereits klar festgelegt sein und alleine schon insofern bereits existent sein. Ende der Anmerkung]; Prana bringt das Ganze dann zu einem wunderbaren, hervorragenden phänomenalen Erscheinen sowie Aussehen und Anschein; es ist dieser prāṇa oder auch puruṣa, der seine getrennten Strahlen von Bewußtsein entsendet. [und der  insofern  scheinbar auch wirklich außerhalb seiner selbst dann erscheint; vgl. das Purushalied, 10’tes Mandala, 90‘ter Vers.³]

Shankara: Alle Existenzen, alles was existiert oder auch zu existieren scheint, (eingeteilt nach Vishwa, Taijasa und Prajna) existieren bereits, sind bereits, d. h. daß es sie bereits  vorher gab und es lediglich aufgrund derer individuellen Beschaffenheit - deren Spezie - , derer Natur und einer Illusion von Name und Form, welche aus Unwissenheit heraus entsteht, geschieht bzw zu geschehen scheint, daß sie Geburt annehmen oder auch, mit anderen Worten gesagt, zu wunderbaren Existenzen werden. Es ist so wie der Verfasser später indertat feststellt: „Ein Sohn einer unfruchtbaren Frau wird nicht geboren - weder in der Realität noch als Täuschung.” Wäre das Entstehen des Nichtseinkönnenden, des Unmöglichen das wäre etwas, das aus einem Nichts, einem Nichtseienden, einem Unmöglichen entstünde — möglich, gäbe es kein Mittel sowohl die Welt des Gebrauchs sowie des Behandelns als auch der Erfahrung zu fassen, zu greifen und danach zu streben; desweiteren würde das Ewige sowie der/die Ewige selbst zu einer Nicht-Wirklichkeit werden. Darüberhinaus haben wir

 

 

435

Die Karakas von Gaudapa

 

Gesehen, daß die Schlange im Seil und andere Erscheinungen, die aus dem Samen der Illusion, der Täuschung sowie einem Blendwerk entstehen und welche Nicht-Wissen, Unwissenheit entspringen, durchaus in dem So-sein-wie-es-ist des Seils — oder auch in anderem Falle einem entsprechendem anderen Substratum — existiert sowie vorhanden ist.[Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite: Die Möglichkeit zu einer derartigen Täuschung existiert nunmal tatsächlich so wahr es das Seil bzw entsprechend Anderes nunmal gibt. Ende der Anmerkung.]  Dies ist so, weil die Schlange in dem Seil, die Schlange als welche das Seil, infolge von Täuschung, existieren kann und insofern existiert, die Täuschung5 und andere Sinnestäuschungen6 dieser Art7 von niemandem je erfahren werden, sofern es keine darunterliegende Schicht, keine weitere darunterliegende Wahrnehmungsebene gibt. Ebenso wie die Schlange [die Schlange für das ein Seil irrtümlich gehalten wird] vor ihrem Auftauchen, ihrem Erscheinen und insofern ihrem Existentwerden in dem Seil bereits als [Teil] ihres Soseins [wie sie ist] und insofern ihres “Selbsts”, als das Selbst des Seils existierte, so ist es [auch] mit dem Zur- -Welt-kommen, dem Geburt-Annehmen, dem Geborenwerden aller [dieser] wunderbaren, hervorragenden, jeweils einzigartigen phänomenalen Erscheinungen; sie existierten bereits als das Selbst des Samens der Dinge, welches man Prana nennt. Auch die Schriften besagen [dazu]: “Dieses Universum ist das Ewige, das nie Ende, das Unvergängliche”8, “Am Anfang war all dies Geist”9 . Das Prana läßt das Ganze, als verschiedene Strahlen von Bewußtsein, Geburt annehmen, prana läßt all das als getrennte Bewußtseinsstrahlen zur Welt kommen. — So wie die Sonnenstrahlen von der Sonne, so kommen diese Bewußtseinsstrahlen vom Purusha, welcher Chit, oder anders gesagt, bewußte Existenz ist und diese Bewußtseinsstrahlen sind in verschiedenen Körpern wie GöttInnen, Tieren, usw klar unterschieden unter dem Einfluß dreier verschiedener Mittel, um zur Erkenntnis zu erlangen sowie dreier verschiedener Gesichtspunkte, unter dem Einfluß der drei verschiedenden Lichter, nämlich Vishwa, Taijasa und Prajna; es ist so wie dieselben Reflexionen der Sonne bzw des Sonnenlichts an verschiedenen Wasser-Gebilden [Anmerkung des Verfassers dieser WEBSeite: wie von Sturm aufgewühltem See, ruhiger See, ruhigem Meer, wogendem Meer, ruhig dahin strömendem Fluß, Wildwasserfluß voller Stromschnellen jeweils auf ihre Weise klar aber auch als unterschiedlich erscheinen. Ende der Anmerkung.] zu sehen sind; sie [diese Bewußtseinsstrahlen] werden vom Purusha ausgesandt und, obwohl sie sich, entsprechend der getrennten Daseinsweise, der getrennten Existenzen, welche sich ihrem Handlungsbereich und Bereich des Sich Erfreuens entsprechend unterscheiden, so sind sie alle gleich, wie die Funken eines [,ein und desselben] Feuers, das gänzlich Jiva oder auch, anders ausgedrückt, bedingtes Bewußtsein ist. So bringt das Prajna oder auch, anders gesagt, das ursächliche Selbst, so wie die Spinne ihr Netz [aus sich selbst] hervorbringt, diese wunderbare, phänomenale Geburt all den anderen Daseinsformen, all den anderen Existenzen. Dazu bietet sich als Vergleich die Schrift an, die besagt: „So wie das Feuer Funken sprühen läßt.“

7. Einige, die sich mit der Ursache oder auch mit dem Grund der Schöpfung aber auch mit der Sache der Schöpfung als solcher befassen, denken, daß eine Allmächtige Kraft oder auch Macht der Ursprung und Grund der Dinge sei; andere wiederum stellen sich die Schöpfung als wie eine Illusion, ein Blendwerk, ein Trugbild oder auch eine Täuschung vor.

 

 

 

436

Die Upanishaden

 

Shankara: Jene, die sich mit der Schöpfung befassen, meinen, daß die Schöpfung die es durchdringende Kraft und Macht sei und als solches die Erweiterung Gottes, ein Ausdehnen und eine Ausdehnung Gottes. Jene, die sich mit transzendentalen Wahrheiten befassen oder auch jene, welche transzendentale Wahrheiten betreffen¹º oder auch interessieren, beteiligen sich nicht an Betrachtungen, Forschungen oder auch Spekulationen über die Schöpfung. Dies ist so, weil wenn Menschen, die einen Magier sehen, der ein Seil in die Luft wirft und es bewaffnet sowie herausgeputzt hinaufklettert und der, nachdem er aus dem Blickfeld geklettert war, geschlagen und in Stücke zerhackt herunterfallt und dann [wieder] als Ganzes aufsteht, nämlich auch keine Untersuchung, betreffs der Illusion und deren Ursprungs anstellen und das Trugbild, betreffs all der Eigenschaften, [nunmal] nicht [zu] erforschen [pflegen].  Jawohl, die Entwicklung, die Bewegung von den Schlaf-, Traum- und Wachzuständen ist geradewegs so, wie die Selbstverlängerung des Magier's Seils und das Prajna, Taijasa und Vishwa, die selbst in den drei Zuständen innewohnend sind, sind jeweils wie des Magier's Hochklettern am Seil, wobei [jedoch offenkundig] der wirkliche Magier,  sowohl vom Seil als auch vom Kletterer, verschieden ist. So wie er unsichtbar und in Illusion verhüllt auf dem Boden steht, so ist es mit den wirklichen und transzendentalen Tatsachen, welche das Vierte genannt werden. Deshalb kümmern sich die arisch¹¹ Denkenden, die, welche Rettung, Erlösung sowie [wahre] Seligkeit anstreben um Diesen, sie interessieren sich dafür es geht für diese nicht um Spekulationen betreffs der Schöpfung, die für sie keine Wichtigkeit haben, wozu sie keine Lust verspüren oder auch wovon sie nicht betroffen sind. In diesem Sinne begreift der Verfasser, daß alle diese Theorien nur Einbildungen jener sind sowie lediglich der Einbildungskraft jener entspringen, die sich für den oder auch einen Ursprung der Schöpfung interessieren und [der Schreiber] fährt dann damit fort, daß von Anderen Schöpfung als etwas wie eine Illusion oder auch wie ein Traum sich vorgestellt werde .

 

8. Jene, die sich eine Vorstellung zum Thema der Schöpfung zurechtgelegt haben, sagen, daß es allein der Wille eines Herrn, der Wille Gottes sei; jene, die sich für Zeit interessieren oder auch von Zeit betroffen sind, denken, daß von der Zeit die Geburt der Geschöpfe käme.

Shankara: Schöpfung entspringt göttlichem Willen weil im höchsten Maße vortreffliche Ideen wahre Fakten sein müssen — Töpfe, usw sind einerseits nur ein Bild, aber auch eine Vorstellung, eine Idee und evtl. drückt das Wort eine Absicht aus und nicht mehr. Manche sagen, daß die Schöpfung das Ergebnis von Zeit sei.

 

 

437

Die Karikas von Gaudapada

 

9. Andere sagen, daß es die Schöpfung für Genuß und Freude gäbe, andere sagen jedoch, daß die Schöpfung zum Spielen da sei oder auch als Spiel [als Art Zeitvertreib insofern]. Tatsächlich ist diese die ureigenste Natur Gottes; das trifft auf andere Theorien ebenfalls zu; Er/Sie hat alles was Er/Sie sich wünschen kann und wieso sollte er/sie nach irgendetwas eifrig begehren oder auch verlangen?

Shankara: Andere meinen, daß die Schöpfung für Genuß und Freude da sei oder auch zum Spielen bzw als Spiel da sei. Diese zwei Theorien werden durch die Zeile „dies ist die ureigenste Natur Gottes“ kritisiert. Es könnte jedoch auch sein, daß zur Theorie göttlich-himmlischer Natur Zuflucht genommen wird, um alle anderen Theorien durch das Argument zu kritisieren, wonach er/sie alles habe, was er/sie wünschen, begehren, verlangen oder auch erbitten könne und wozu er/sie keinerlei Grund habe, eifrig zu begehren, zu verlangen oder auch etwas zu erflehen? Es kann nunmal für das Erscheinen der Schlange oder dergleichen im Seil oder auch in einer anderen Substanz kein Grund angeführt oder auch zitiert werden als wie die wahre, ureigenste Natur, das Nunmal-sosein-was-es-ist von Nichtwissen, von Unwissenheit.

 

10. Das Selbst, das was als das Vierte bezeichnet wird, ist das die Meisterschaft Habende oder auch der/die MeisterIn betreffs des Aufhörens aller Übel und Schanden, der Starke Herr oder auch die Starke Herrin und unvergänglich, das auch nicht für nur 1 Sekunde etwas anderes Seiende als das Eine aller Existenzen, sowie allen Existentseienden, das Strahlende, das Glänzende Eine, das alles durchdringt.

 

Shankara: Das, was als das Vierte bezeichnet wird, ist das die Meisterschaft Habende betreffs des Aufhörens aller Übel und Schanden, welche, aufgrund ihrer jeweiligen Natur und dem was diese bedingt, Prajna, Taijasa und Vishwa so alles mit sich bringen bzw mit sich bringen könn(t)en. Der Ausdruck der starke Herr oder auch die starke Herrin ist eine Bezeichnung für Meisterschafthabendes Wesen; er schließt ein sowie deutet an, daß seine Stärke und Herrschaft sowie Herrlichkeit in Beziehung stehen zum Aufhören von Übeln und Schanden; dies ist so, weil

 

 

438

Die Upanishaden

 

Das Aufhören von Übeln und Schanden von Dessen Wissen herrührt und sich ergibt. Unvergänglich, weil Es nicht vergeht, nicht verfließt noch verscheidet, weder umherschweift noch sich verirrt und auch weder abreist noch weggeht, noch Jemanden, noch etwas verläßt; das ist so aufgrund dessen wesentlicher, ureigenster, eigenen Natur. Wie kann das sein? Dies liegt daran, daß es, das Eine ohne eine Sekunde ist, das auch nicht für nur 1 Sekunde etwas Anders ist als das Eine und (insofern) geschuldet der  Eitelkeit¹ Fußnote von Sri Aurobindo und Nichtigkeit aller phänomenaler, wunderbarer und hervorragender Existenzen sowie allem phänomenalem, wunderbarem und hervorragendem Existent-Seiendem. Es wird auch Gott genannt, das Scheinende Eine - wegen dessen Strahlen und Glänzen - , das Vierte und Das - oder auch Der/Die - das (der/die) durchdringend ist, überall ist sowie überall Existensein hat.

 

11. Vishwa und Taijasa werden anerkanntermaßen von Ursache und Wirkung beherrscht. Prajna ist nur von sowie an Ursache gebunden; betreffs dieser Beider besteht die gesicherte Auffassung, daß sie im Vierten nicht existieren.

Shankara: Die allgemeinen und besonderen Eigenschaften von Vishwa und der anderen Beiden werden nun bestimmt, aufdaß das wahre Selbst des Vierten klar wird. Eine Wirkung, etwas das gemacht oder auch getan wird, hat etwas Existierendes, eine Existenz als Ergebnis. Eine Ursache, welche etwas hervorbringt bzw macht oder auch tut bzw veranlaßt, ist Existenz der Art eines Samens, samenförmige Existenz.

Es besteht Einvernehmen darüber, daß, einerseits aufgrund von mangelndem Begreifen sowie Verstehen aber auch Wahrnehmung und andererseits infolge von Mißverständnis betreffs der Wahrheit, die vorerwähnten Vishwa und Taijasa, einerseits infolge der Existenz und andererseits nur durch Existenz in Samenform, begrenzt sowie gebunden sowie eingesperrt sind. Dies zeigt sich daran, daß der Samen-Zustand, der einzig im Nicht-Erwachen der Wahrheit (und nicht in fehlerhaftem Lesen betreffs Diesem) liegt, die Ursache des Zustandes des Prajna ist. Daher gilt für diese Beiden, für Existenz als Ursache und Existenz als Folge sowie Ergebnis von Mangel an Begreifen sowie Verstehen aber auch Wahrnehmung und Mißverständnis, die Auffassung, daß sie auf das Vierte nicht anwendbar sind sowie betreffs des Vierten keine Rolle spielen, was heißt, daß sie nicht existent sind und Diesem nicht widerfahren können.

 

12. Prajna erkennt mitnichten, weder sich selbst noch Andere bzw Anderes, weder

 

——————

¹ Fußnote von Sri Aurobindo Falschheit, Unwahrheit, Lüge.

 

439

Die Karikas von Gaudpada

 

Wahrheit sowie Wahrsein noch Falschheit sowie Falschsein; Das Vierte sieht [und erkennt, durchschaut sowie weiß insofern] für immer alles.

Shankara: Aber wie kann es dann sein, daß Prajna von Ursache begrenzt sowie gebunden wird, wohingegen es betreffs des Vierten heißt, daß im Vierten die zwei Arten der Begrenzheit sowie Bindung, die einerseits durch mangelndes Begreifen sowie Verstehen aber auch lückenhafte, beschränkte Wahrnehmung der Wahrheit und andererseits infolge von Mißverstehen der Wahrheit entstehen, unmöglich seien? Dies liegt daran, daß Prajna diese Dualität eines äußeren Universums, nicht einmal als aus Unwissenheit heraus oder auch vom Selbst als verschieden bedingt, erkennt; so ist es [Prajna], so wie Vishwa und Taijasa, begrenzt sowie gebunden durch einerseits mangelndes Begreifen sowie Verstehen aber auch lückenhafte, beschränkte Wahrnehmung der Wahrheit; begrenzt und gebunden durch jene Dunkelheit, welche zum Samen der Mißverständnisse wird; und weil das Vierte alle Dinge für immer verblendet. Dies ergibt die Feststellung, daß nichts, außer dem Vierten, wirklich existiert; Es ist, alles sehend was ist, notwenigerweise jederzeit allwissend und allerkennend und dies für immer; in ihm kann der Samenzustand, dessen bedingende Eigenschaft mangelndes Begreifen sowie Verstehen aber auch lückenhafte, beschränkte Wahrnehmung der Wahrheit ist, auch nicht möglicherweise existieren. Natürlicherweise ergibt sich Abwesenheit von Mißverständnissen, welche aus mangelndem Begreifen sowie Verstehen aber auch lückenhafter, beschränkter Wahrnehmung natürlicherweise entspringen. Die Sonne ist aufgrund seiner Natur stets erhellend und beleuchtend und Nicht-Erhellen sowie Nicht-Beleuchten oder auch ein falsches Licht auf etwas zu werfen, als Gegenteil zu dessen eigener Natur, kann ihm nicht widerfahren; und dieselbe Gedankenkette, derselbe Zug des Argumentierens ist anwendbar auf die Allwissenheit [des Sehers] bzw bietet sich dafür an. Die Schriften besagen dazu: „Betreffs und für das Sehen des Sehers gibt es keine Vernichtung". Als weitere Argumentationsmöglichkeit besteht folgendes: Im Wach- und ebenso im Traumzustand, welcher in allen Lebewesen, in allen Kreaturen innewohnend ist, dh den es in allen Lebewesen gibt, gibt es das Licht oder auch die Reflexion wodurch sich ihnen [allen Lebewesen sowie Kreaturen] alle Objekte als sichtbare, erkennbare Objekte oder auch Gegenüber darbieten, darstellen oder auch zeigen; in diesem Sinne sowie auf diese Weise ist der Seher aller Dinge sowie Gegenüber ebenfalls für immer, unvergänglich, ewig. Die bzw eine Schrift besagt: „Es gibt nichts sonst als Dieses das sieht.“

¹²

 

 

——————

Hinweis: Wörter, die im Manuskript [von Sri Aurobindo] unterstrichen wurden, werden hier im Schrägdruck wiedergegeben.

 

——————

 

 

[Hier endet die Mandukya-Upanishad mit Shankara's Kommentar gemäß Sir Aurobindo's Übersetzung ins Englische.]

<<

Übersetzung ins Deutsche vom Verfasser dieser WEBSeite; übersetzt wurde ein englischsprachiger Text (ohne dazu irgendwie autorisiert worden zu sein und insofern nicht im Auftrag von Shri Aurobindo  oder sonst Jemandem) aus:

Shri Aurobindo, The Upanishads, texts, translations and commentaries, Govt. College Libraries. Kota (Raj.).

Volume 12, Sri Aurobindo Birth Centenary Library - Popular Edition, © Sri Aurobindo Ashram Trust, 1972, Published by Sri Aurobindo Ashram Pondicherry, Reproduced at the All India Press, Pondicherry, India.

 

¹⁵ Betreffs dieser Darstellung des gefestigten, befestigten Geistes vergleiche man zB in der Bhagavad Gita die folgenden Verse anhand von existenten Übersetzungen ins Deutsche von Prof. Dr. Paul. Deussen, Dr. Franz Lorinser (mit dessen Kommentar) und Leopold von Schroeder. Insbesondere sei auch auf die Übersetzung ins Deutsche mit Shankara's Kommentar verwiesen. (Riemand, Gerhard und Dünnebier, Jürgen, "Bhagavad Gita: der vollständige Text mit dem Kommentar Shankaras", Dromer Knaur, 1989, ISBN-10: 3426264471)

>>

...

17

Bhagavad Gita

...

Arjuna sprach:

54. (932.) Welches ist die Beschreibung des in der Erkennnis Feststehenden und in der

Meditation Beharrenden, o Vollhaariger, was wird der reden, der in seinem Geiste fest ist, wie wird er sitzen und wie wird er wandeln?

 

Der Heilige sprach:

55. (933.) Wenn einer, o Sohn der Prithä, alle Begierden fahren läßt, die in sein 'Herz

 

 

18

Bhagavad Gita

 

kommen, und nur an dem Selbste (Ätman) und durch das Selbst seine Freude hat (Chänd.Up. 7,25,2), der wird ein in der Erkenntnis Feststehender genannt.

56. (934.) Wenn einer im Leiden unerschütterlich und in Freuden frei von Begierde bleibt, befreit von Leidenschaft, von Furcht und Zorn, er wird ein im Geiste Fester, wird ein Muni genannt.

57. (935.) Wer allerwärts frei von Anhaftung ist, mag ihm dieses oder jenes Erfreuliche oder Unerfreuliche begegnen, wer dann weder Freude noch Hals empfindet, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

58. (936.) Und wenn ein solcher von überallher, wie die Schildkröte ihre Glieder, so seine Organe von ihren Objekten gelöst in sich hereinzieht, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

59. (937.) Die Sinnendinge kehren sich ab von der Seele, die sich nicht mehr an ihnen nährt, und hat sie ihren Geschmack nicht mehr, so wird auch der Geschmack an ihnen zunichte, nachdem sie das Höchste geschaut hat.

60. (938.) Denn auch bei einem sich beherrschenden weisen Manne, o Sohn der Kunti, reißen die ungestümen Sinne den Geist gewaltsam mit sich fort.

61. (939.) Sie alle überwältigend soll man dasitzen, hingegeben und mich [den Allgeist] als Höchstes habend, denn wer seine Sinne in

 

 

19

 

der Gewalt hat, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

62. (940.) Wenn hingegen ein Mensch an die Sinnengenüsse denkt, so bildet sich bei ihm eine Anhänglichkeit an sie; aus der Anhänglichkeit entsteht Begierde, aus der Begierde entsteht Zorn,

63. (941.) aus dem Zorn entsteht Verblendung, aus der Verblendung entsteht Trübung der Erinnerung; ist erst die Erinnerung getrübt, so folgt Verlust der Erkenntnis, ist die Erkenntnis verloren, so ist er auch selbst verloren.

64. (942.) Wer aber an den Sinnendingen vorübergeht mit Sinnen, die von Liebe. und Hass sich losgemacht haben und ßeineln Atman untertan sind, dessen Seele beruhigt sich und geht ein zum Frieden.

65. (943.) Hat er aber Ruhe von allen Schmerzen, so entsteht in ihm die Resignation, und ist erst sein Geist beruhigt, dann kommt auch alsbald seine Erkenntnis zu vollkommenem Feststehen.

66. (944.) Wer nicht Hingebung übt, hat nicht die Erkenntnis, wer nicht Hingebung übt, hat nicht Verinnerlichung; wer nicht Verinnerlichung hat, hat keinen Frieden, wer keinen Frieden hat, woher käme dem Freude!

67. (945.) Denn wenn die Sinne umherschwärmen und der Verstand mit ihnen fortgezogen wird, dann reißt er die Erkenntnis mit sich

 

 

20

Bhagavadgitä

dahin, wie der Wind ein Schiff auf dem Wasser.

6$. (946.) Darum, o Großarmiger, wenn einer seine Sinne allerwärts von den Sinnendingen zurückhält, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

69. (947.) Was Nacht ist für alle Wesen, darin ist wach der Selbstbezwinger, und worin alle Wesen wach sind, das ist Nacht für den schauenden Weisen.

70. (948.) Gleichwie die Wasser zur Ruhe kommen in dem vollen, unerschütterlichen Ozean, so kommen alle Begierden in ihm zur Ruhe, und er erlangt den Frieden, nicht aber der, welcher von Begierde getrieben wird.

71. (949.) Der Mann, welcher alle Begierden fahren läßt und ohne Verlangen dahinwandelt, ohne Ichbewufstsein und ohne Selbstsucht, der erlangt den Frieden.

72. (950.) Dieses ist das Feststehen im Brahman, o Sohn der Prithä; wer es erlangt, wird frei vom Wahn, und in ihm beharrend, erreicht er zur Zeit des Endes das "Erlöschen (niruänanl) in Brahman.

 

So lautet in der Bhagavadgitä Überlegung und Hingebung

 

...

<<

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Der Gesang de Heiligen - Eine Philosophische Episode des Mahâbhâratam", aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor der Philosophie an der Universität Kiel, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1911

>>

...

68

...

X (Adhyäya 34).

Vers 1205—1246 (B. 1—42).

Der Heilige sprach:

...

 

69

X (Adhyäya 34).

69

...

10. (1214.) Solchen Menschen, wenn sie, auf Grund ihrer Liebe zu mir, mir immerfort hingegeben und anhänglich sind, verleihe ich jene Vertiefung der Erkenntnis, durch welche sie zu mir gelangen

...

<<

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Der Gesang de Heiligen - Eine Philosophische Episode des Mahâbhâratam", aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor der Philosophie an der Universität Kiel, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1911

 

 


 

 

 


¹) Betreffs Sri Aurobindo's Hinweis auf "Deussen’s „System des Vedanta", sei hier erwähnt:

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Das System des Vedânta nach den Brahma-Sûtras des Bâdarâyana und dem Commentare des Çañkara über dieselben als ein Kompendium der Dogmatik des Brahmanismus vom Standpunkte des Çañkara", dargestellt von Dr. Paul Deussen, Professor an der Universität Kiel, zweite Auflage, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1906; (gibt es auch in "Classical Reprint Series", Forgotten Books, 2018, ISBN 978-1-332-35463-4).

 

 In Ergänzung zu dem Buch von Prof. Deussen. worauf Sri Aurobindo auf Seite 426 hinweist, sei auch noch das - weiterführende Buch dazu von Professor Deussen erwähnt, das es ebenfalls in diversen Reprint-Ausgaben gibt; zB.:

Deussen, Professor Dr. Paul, "Die Sutras des Vedanta, oder die Carika-Mimansa des Badarayana nebst dem vollständigen Commentare des Cankara", aus dem Sanskrit übersetzt von Paul Deussen, Forgotten Books, ISBN 978-1-390-98573-3, Reprint der zweiten Auflage, 1920, F.A. Brockhaus, Leipzig.

 

(auch in www. archive.org sind diese Bücher Online lesbar; www. forgottenbooks.com bietet diese Bücher auch als PDF-Dateien an; im Gastzugang sind einige der Seiten dann nicht lesbar.)

 

Orginale diese Bücher sind beispielsweise auch in der Bayerischen Staatsbibliothek (www. bsb-muenchen.de) verfügbar.

 

²) Betreffs einiger dieser Systeme siehe Allgemeine  Geschichte der Philosophie, Bd I.3., Prof. Dr. Paul Deussen.

 

³) Das Purushalied X,90:

 

a) in der Übersetzung von Leopold von Schroeder:

 

Bei Leopold von Schroeder findet man dieses Lied X,90 in der fünfzehnten Vorlesung:

>>

 

 

 

 

 


- 214 -

...

und wird wegen seines Inhalts später unter die Upanishaden gerechnnet, wird selbst nahezu eine Upanishad genannt. Es ist das sog. Purushasûkta oder das Lied vom Purusha.

...

- 215 -

Das Lied lautet folgendermaßen (RV, X, 90)1:

 

1. Der tausendköpfige Purusha, der tausendäugige, tausendfüssige, die Erde von allen Seiten bedeckend ragte er noh um zehn Finger darüber hinaus.

 

2. Purusha ist dies All, was da war und was da sein wird; auch über die Welt der Unsterblichen ist er Herr, die durch (Opfer-)Speise gross wächst.

 

3. So gross ist seine Grösse, und noch grösser ist Purusha; ein Viertel von Ihm sind alle Geschöpfe, Drei Viertel von Ihm ist die Welt der Unsterblichen im Himmel.

 

4. Mit drei Vierteln ging Purusha aufrecht empor; ein Viertel von ihm aber blieb hier; dauf vertheilte er sich nach allen Seiten, in das was Speise geniesst und was keine Speise geniesst.

 

5. Aus ihm ward geboren Virâj,² aus Virâj aber der Purusha; als er geboren war, da ragte er über die Erde hinaus, hinten und auch vorne.

 

6. Als die Götter das Opfer zurichteten mit dem Purusha als Opfergabe, da war der Frühling dabei die Opferbutter, der Sommer das Brennholz, der Herbst die Opfergabe.

 

7. Sie beträufelten das Opfer auf der Opferstreu, den Purusha, der zu Anfang geboren war; mit opferten die Götter, die man sich geneigt machen soll, und die Ṛishi‘s..

 

8. Aus diesem vollständig dargebrachten Opfer ward bereitet das gesprenkelte Opferschmalz; er schuf die Tiere der Luft und die in Wäldern und Dörfern leben (die wilden und zahmen),

 

9. Aus diesem vollständig dargebrachten Opfer wurden erzeugt die Lieder des Ṛigveda und die des Sâmaveda; aus ihm wurden erzeugt die Zauberlieder; ³ aus ihm entstand der Yajurveda.

 

10. Aus Ihm entsprangen die Rosse und alle Thiere, die mit zwei Zahnreihen versehen sind.: aus ihm entsprangen diek Rinder, aus ihm die Ziegen und Schafe.

 

11. Als sie den Purusha vertheilten, wievielfach haben sie ihn da umgestaltet? Was war sein Mund, was seine Arme, was nennt man sein Schenkel und Füsse?

 

12. Der Brahmane war sein Mund, aus seinen Armen wurde der Râjanya gemacht; seine Schenkel, das ist der Vâiçya; aus den Füssen entsprang der Çûdra.

 

13. Der Mond entsprang aus seinem Geiste, aus seinem Auge ward die Sonne geboren; aus dem Munde wurden Indra und Agni, au dem Athem der Wind geboren.

 

14. Aus dem Nabel ward der Luftraum, aus dem Kopfe enstand der Himmel, aus den Füssen die Erde, aus dem Gehör die Himmelsgegenden; so bildeten sie die Welten.

――――――

1 Mit unbedeutenden Varianten auch VS 31, 1 flg.

² Virâj d.i. “Herrscher” oder “Herrscherin”, ein bestimmtes mystisches, kosmogonisches wesen; vgl das Petersb. Wörterbuch s.v. virâj.

³ D.h. wohl Atharvaveda (im Text chandâṃsi).

 

 

- 216 -

 

15. Sieben Paridhi-Hölzer waren da, dreimal sieben

Brennhölzer bereit, als die Götter das Opfer ausführend den Purusha als Opferthier anbanden.

 

16. Durch Opfer opferten die Götter das Opfer, das waren die ersten Satzungen.Sie die Erhabenen gelangten zu dem Firmament, wo die alten Götter weilen, die man sich geneigt machen soll.

 

 

 

Sie sehen hier also eine phanatastischen Schöpfungsmythus, der uns in gar mancher Hinsicht an jene kosmogonischen Legenden des Yajurveda erinnert. So verschroben und wunderlich hier auch manches sein mag, deutlich tritt imerhin der Gedanke der Emanation hervir. Ein Urwesen gabe es; aus dessen verschiedenen Teilen wurde Alles, was da ist, die Welt der Unsterblichen und Sterblichen,Ṛigveda, Sâmaveda, und Yajurveda, der Brahmane, der Râjanya, der Vâiçya und Çûdra; Mond und Sonne, Himmel und Erde, Wind und Luft, Indra und Agni, Menchen und Thiere.1 Und es stört den Dichter nicht der Widerspruch, dass er die Götter, die doch nur ein Theil des Urwesens sein sollen, doch wiederum handelnd bei der Opfertheilung diser mystisch-kosmogonischen Potenz auftreten lässt.

 

Dieser Purusha, das Urwesen, erscheint wiederholt in den späteren Philosophthemen und zwar in ganz vergeistigter, abstracter Form. Purusha heisst später geradezu der Urgeist.

 

Man bemerke speziell auch noch die Wendung in Vers 5: „Aus ihm ward geboren Virâj,² aus Virâj aber der Purusha; als er geboren war, da ragte er über die Erde hinaus, hinten und auch vorne.“

 

Dieser Virâj, übrigens meist als Femininmum erscheinend „Herrscher“ oder „Herrscherin“ ist auch seine solche kosmogonische Potenz, ein der Speculation angehöriges göttliches Wesen, ...

 

<<

 

 

 

Siehe Seite 212 bis 225 in "Indiens Literatur und Cultur in historischer Entwicklung", ein Cyclus von fünfzig Vorlesungen von Dr. Leopold von Schroeder, Docent an der Universität Dorpat. Leipzig, Verlag von H. Haessel, 1887

 

 

b) Übersetzung von Professor Dr. Paul Deussen:

Man findet auch eine Übersetzung desselben auf den Seite 8 bis 10 in dem Buch: „Geheimlehre des Veda - ausgewählte Texte der Upanishad’s“ aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, o.Prof. der Philosophie an der Universität Kiel, fünfte Auflage, Leipzig F.A. Brockhaus, 1919:

 

 

 

>>

 

 

 

Der Purusha (Urmensch) als Weltschöpfer.

Ṛigveda 10,90.

 

 

1. Der Purusha mit tausendfachen Häuptern,

Mit tausendfachen Augen, tausend-Füßen

Bedeckt ringsum die Erde allerorten,

Zehn Finger hoch noch drüber hin zu fließen. .

 

2. Nur Purusha ist diese ganze Welt,

Und was da war, und was zukünftig währt,

Herr ist er über die Unsterblichkeit, ―

Diejenige, die sich durch Speise nährt.

 

3. So groß ist diese, seine Majestät,

Doch ist er größer noch als sie erhoben;

Ein Viertel von ihm alle Wesen sind,

Drei Viertel von ihm sind unsterblich droben.

 

4. Drei Viertel von ihm schwangen sich empor,

Ein Viertel wuchs heran in dieser Welt,

Um auszubreiten sich als alles, was

Durch Nahrung sich und ohne sie erhält.

 

5. Aus ihm, dem Purusha, ist die Virâj,

Aus der Virâj der Purusha geworden;

Geboren überragte er die Welt

Nach vom, nach hinten und an allen Orten.

 

6. "Als mit dem Purusha als Darbringung

Ein Opfer Götter angerichtet haben,

Da ward der Frühling Opferschmalz, der Sommer
Zum Brennbolz und der Herbst zu Opfergaben.

 

 

 

_____________________________________________

9

Der Purusha (Urmensch) als Weltschöpfer:

--------------------------------------------------------------------

 

7. Als Opfertier ward auf der Streu geweiht

Der Purusha, der vorher war entstanden,

Den opferten da Götter, Selige
Und Weise, die sich dort zusammenfanden.

 

8. Aus ihm als ganz verbranntem Opfertier

Floß ab mit Schmalz gemischter Opferseim,

Daraus schuf man die Tiere in der Luft

Und die im Walde leben und daheim.

 

9. Aus ihm als ganz verbranntem Opfertier

Die Hymnen und Gesänge sind entstanden,

Aus ihm auch die Prunklieder allesamt,
Und was an Opfersprüchen ist vorhanden.

 

10. Aus ihm entstammt das Roß, und was noch sonst

Mit Schneidezähnen ist auf beiden Seiten,

Aus ihm entstanden sind die Kuhgeschlechter,

Der Ziege und der Schafe Sonderheiten.

 

11. In wieviel Teile ward er umgewandelt,

Als sie zerstückelten den Purusha?
Was ward sein Mund, was wurden seine Arme,

Was seine Schenkel, seine Füße da?

 

12. Zum Brâhmaṇa ist da sein Mund geworden,

Die Arme zum Râjanya sind gemacht,

Der Vaiçya aus den Schenkeln, aus den Füßen

Der Çûdra damals ward hervorgebracht.

 

13. Aus seinem Manas ist der Mond geworden,

Das Auge ist als Sonne jetzt zu sehn,

 

 

 

________________________________________________

10 Die Âtmanlehre in den Hymnen und Brâhmaṇa's.

------------------------------------------------------------------------

 

Aus seinem Mund entstand Indra und Agni,

Vâyu, der Wind, aus seines Odems Wehn.

 

14. Das Reich des Luftraums ward aus seinem Nabel,

Der Himmel aus dem Haupt hervorgebracht,

Die Erde aus den Füßen, aus dem Ohre

Die Pole, so die Welten sind gemacht.

 

15. Als Einschlußhölzer dienten ihnen sieben,

Und dreimal sieben als Brennhölzer da,

Als, jenes Opfer zurüstend, die Götter

Banden als Opfertier den Purusha.

 

16. Die Götter, .opfernd, huldigten dem Opfer,
Und dieses war der- Opferwerke erstes;

Sie drangen mächt'gen Wesens auf zum Himmel, · Da wo die alten, seligen Götter weilen.

 

 

<<

 

 

 

siehe: „Geheimlehre des Veda - ausgewählte Texte der Upanishad’s“ aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, o.Prof. der Philosophie an der Universität Kiel, fünfte Auflage, Leipzig F.A. Brockhaus, 1919, Seiten 8 bis 10

 

) Das Lied vom Spieler, Rigveda X,34:

Bei diesem Lied aus dem Rigveda bestehen offenbar unmittelbare Bezüge zum Thema Täuschung, Illusion, Blendwerk, Verblendung, Trugbild, Unwissenheit und Wahn.

>>

...

320

...

Die braunen Nüsse des hohen Vibhīdaka-Baumes wurden als Würfel gebraucht, der Maudschavater Soma scheint eine vorzügliche Somasorte gewesen zu sein (Vers 1). Die Zahl 53 (in V.8) mag sich etwa auf die Augen der Würfel beziehen.

 

1. Die hüpfenden aus luft'gem Wipfel stammend

berauschen mich, wenn in der Bahn sie rollen,

 

321

Wie der Genuss des Maudschawater Soma's

dünkt lustig des Vibhīdakabaumes Nuss mir.

 

2. Nie reizte mich, noch zürnte mir die Gattin,

sie war mir hold, mir selbst und meinen Freunden;

Des Würfels halb, der durch ein Aug' entscheidet,

verstiess ich die mir treuergebne Gattin.

 

3. Mich hasst die schweiger, mich verlässt die Gattin, und der bedrängte findet kein Erbarmen;

Auch find' ich nicht, wozu der Spieler nutze,

gleich wie ein Ross, das theuer, aber alt ist.

 

4. Von andern wird umarmt des Spielers Gattin,

nach dessen Gut der rasche Würfel trachtet;

Und Vater, Mutter und die Brüder sagen:

Wir kennen nicht ihn, führt ihn fort gebunden.

 

5. Und wenn ich denk': nicht will ich ferner spielen,

so weichen von mir alle meine Freunde;

Und hör ich dann die braunen Würfel fallen,

so eil' ich wie zum Selldichein die Buhle.

 

6. Ins Spielhaus geht der Spieler voll Begierde,

"Heut sieg' ich", spricht er auf sich selbst vertrauened;

Die Würfel steigern höher sein Begehren,

was er gewonnen, setzt er ein dem Gegner.

 

8. Es tummelt sich die Schar der dreiundfünfzig,

wie Savitar, der Gott, die Ordnung wahrend,

Sie weichen nicht dem Zorn auch des gewalt'gen,

ein König selbst muss sich vor ihnen beugen.

 

9. Sie rollen nieder, springen in die Höhe,

und handlos zwingen sie den handbegabten,

Als Zauber-Kohlen auf die Bahn geworfen

versengen sie das Herz, obwol sie kalt sind.

 

10. Verlassen grämt des Spielers Weib sich einsam,

die Mutter um den Sohn, wo mag er schweifen?

Verschuldet, angstvoll und nch Gut verlangend

geht er zur Nacht in andrer Leute Wohnung.

 

11. Es schmerzt den Spieler, wenn er nur ein Weib sieht,

die Gattin und den schönen Heimsitz andrer;

Die braunen Würfel schirrt er früh am Morgen,

und spät am Feuer sinkt er kraftlos nieder.

 

12. Ihm, der der Führer eurs grossen Heeres

und erster König ist der ganzen Bande,

Dem will ich meine Gaben nicht versagen,

die Finger streck' ich aus, beschwör' als wahr es.

 

GRASSMANN, Rig-Veda, II. 21

 

 

322

X,35

 

13. "Gib auf das Spiel, und pflüge deinen Acker,

geniesse, was du hast und halt's in Ehren,

Dann Spieler, kommst zur Gattin du, zu Heerden",

So spricht zu mir Gott Savitar, der treue.

 

14. So schliesst denn Friede und erbarmt euch meiner,

ergreift mich nicht mit eurem grausen Zauber;

Es weiche eure Wuth nun eure Feindschaft,

der Würfel Macht erliege nun ein andrer.

 

(7. siehe Anhang)

...

<<

 

>>

...

860,7 Vers 7, der ein anders Versmass hat und den Strophenbau stört, scheint später eingeschoben zu sein (GKR.).

 

7. Die Würfel sind anhakend und sich einbohrend, knechtend,brennend, marternd, nur kurzes Glück gewährend, den Sieger dann wieder schlagend; und doch mit Süssigkeit vermischt durch Bezauberung des Spielers.

...

<<

The Asiatic Society of Bombay, Town Hall, Bombay, Digitized with financial assistance from the Goverment of Maharashtra on 18 July, 2018.

"RIG-VEDA" übersetzt und mit kritischen und er erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann, Professor am Königl.Marienstifts-Gymnasium zu Stettin; in zwei Theilen, Zweiter Theil, Sammelbücher des RIG-Veda, erstes, neuntes und zehntes Buch, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1877., Seiten 320-322 und Anhang

 

 

b) Moriz Winternitz:

 

     >>
     

Die

Litteraturen des Ostens

in Einzeldarstellungen

...

Neunter Band

 

Geschichte der indischen Litteratur

von

Dr. M. Winternitz

Professor an der deutschen Universität in Prag

Erster Band

 

 

Zweite Ausgabe

Leipzig

C.F. Amelangs Verlag

1909

     <<  
          

auf den Seiten Seite 97 und 98:

       "
    

 

 

...

Das schönste aber unter den nicht-religiösen Gedichten der

Rigvedasammlung ist das Lied vom Spieler, Rv. X, 34. Es ist das Selbstgespräch eines reuigen Sünders, der durch seinen unwiderstehlichen Hang zum Würfelspiel sein Lebensglück zerstört hat. In ergreifenden Versen schildert der Spieler, wie ihn die Würfel um sein Familienglück gebracht haben:

    

              

>>
    

 

 

Mein Weib hat nie mich aufgereizt, gescholten.

Sie meint es gut mit mir und meinen Freunden;

Obschon sie treu war, stieß ich sie doch von mir

Dem Würfel, der mir alles gilt, zuliebe.

 

Nun haßt die Schwieger, weist mich ab die Gattin,

Des Spielers Klagen finden kein Erbarmen;

Ich weiß auch nicht, wozu ein Spieler gut wär’,

So wenig als ein treuer Gaul im Alter.

 

Nach seinem Weibe greifen fremde Hände.

Indes mit Würfeln er auf Beute auszieht.

Der Vater, Bruder und die Mutter rufen:

Wer ist der Mensch? Nur fort mit ihm in Banden!

              <<

 
      

 

 

Aber auch die unheimliche Macht der Würfel wird in kräftigen Worten geschildert:

    

               >>
    

 

 

Und sag’ ich mir: ich will nun nicht mehr spielen,

So lassen mich im Stich die Freunde alle;

Doch hör’ ich wieder braune Würfel fallen,

So eil’ ich wie zum Stelldichein die Buhle.

             <<

 
    

  

Und von den Würfeln heißt es:

    

                        >>
    

 

Sie sind wie Angeln, die sich bohren in das Fleisch,

Betrüger sind sie, brennen, quälen, peinigen;

Nach kurzem Glücke rauben sie den Sieger aus,

Dem Spieler sind sie dennoch süße Herzenslust.

Sie rollen nieder, hüpfen in die Höhe,

Und ohne Hände zwingen sie die Fäuste.

Die zauberhaften Kohlen auf dem Plane

Versengen jedes Herz, obwohl sie tot sind.

     <<

 
    

 

Und so sehr er auch sein Schicksal bejammert, so fällt er doch immer wieder in die Gewalt der Würfel:

    

                 >>
    

 

 

Verlassen, grämt des Spielers Weib sich einsam,

die Mutter, weil der Sohn - wer weiß, wo - umirrt.

Er selbst verschuldet geht voll Angst auf Diebstahl,

Verbirgt zur Nacht sich unter fremden Dache.

Ein Weh ergreift ihn, wenn er sieht die Gattin

Und wohlbestellte Heimat eines andern.

Am frühen Morgen schirrt er schon die Braunen ¹),

Erlischt das Feuer, sinkt der Wicht zusammen.²)

...

 

---------------------

¹) D.h. er beginnt mit den braunen Würfeln zu spielen.

²) Übersetzung von K.Geldner in 'Siebzig Lieder des Veda', S.158 ff.

...

 

     <<

"

(siehe in den Seiten 97 und 98 in [41])

 

Soweit das Zitat aus dem Buch von Prof. Moriz Winternitz.

 

 

 

c) Die Übersetzung von Leopold von Schroeder:

"Das Lied vom Spieler" aus dem Rigveda (X,34) wurde auch von Leopold von Schroeder ins Deutsche übersetzt; es ist zu finden in seinem Werk "Mysterium und Mimus im Rigveda", erschienen 1908, H. Haessel-verlag in Leipzig auf den Seiten 392 bis 394. Schon auf etlichen vorherigen und folgenden Seiten betrachtet Leopold von Schroeder ausgiebig die Themen Spiel, Spieleidenschaft im alten Indien und deren Ergebnissen bis hin zur Spielsucht:

 

       >>   
      

...

RV 10,34

D e r u n g l ü c k l i c h e S p i e l e r (tritt auf und klagt):

1.Die Würfel, hoch auf luft'gem Baum geboren,

berauschen mich, hier in der Grube rollend!

Wie der Genuß des berggeboren Soma

Gefällt mir der aufregende Vibhidaka. ¹)

2. Sie zankte nie mit mir, nie war sie zornig.

Nein, freundlich war sie mir und den Genossen!

Des Würfels wegen, der um eines zu viel war, ²)

Hab' ich mein treu ergeb'nes Weib verstoßen!

3. Nun haßt die Schwieger mich, mein Weib verstößt mich,

Nicht findet der Bedrängte noch Erbarmen;

Gleichwie ein Roß, das theuer, aber alt ist, ³)

So bringt der Spieler wahrlich keinen Nutzen.

4. Andre umarmen nun das Weib des Mannes,

Nach dessen Gut der rasche Würfel gierte; )

Vater und Mutter, alle Brüder sprechen:

Nicht kennen wir Ihn! Führt in fort in Banden!

...

 
       <<  
     

 "Mysterium und Mimus im Rigveda", von Leopold von Schroeder, erschienen 1908, H. Haessel-verlag in Leipzig auf den Seiten 392 bis 394 

 

 

Als Teil des Rigveda warnt dieses Gedicht einerseits zweifelsohne vor falschen Wegen, vor Verirrung bei der Suche nach dem Selbst, dem Ātman, dem Brahman, dem Nirvana.

Es gibt einem „Wahrheitssucher“ auch einige Kriterien zur Hand, um selbst feststellen zu können, ob er noch auf einem akzeptablen Weg oder eher schon einer Spielsucht verfallen ist.

Insofern kann's am Rigveda nicht liegen, wenn "Wahrheitssucher" - ohne es zu beabsichtigen, entgegen Versprechungen irgendwelcher Gurus & co - mehr und mehr in Versagen, Armut, Alleinsein, Verzweiflung usw geraten.

Wer vom Veda ausgeht und die Veden als letzte Instanz, als maßgeblich betrachtet, kommt eben nicht umhin, auch diesem Vers dann "Wahrheit" zu zubilligen und Ihm gerecht werden zu haben, nicht umhin zu kommen. Wahrheitssuche, die daran vorbeizumogeln sich versucht, ergibt offenbar keinen Sinn. (Formal hat man da eine logische Vereinigungskette von Aussagen, die evtl alle falsch sein könnten und dann wird aber auch noch per des logischen „oder auch“ die wahre Aussage dieses, „das Lied vom Spieler“ hinzugefügt. Dieses „Lied vom Spieler“ ist nunmal so, daß es ein „Nein, so will ich nicht enden“, „nein, das wäre falsch, es zu machen wie der Spieler, den dieses Lied da beschreibt“, „Das ist doch klar, daß das falsch wäre, es dem Spieler nachzumachen“ , ein „Nein dazu! Da habe ich sicher recht!“ und insofern ausdrückt: „Nein zum Falschen ist wahr.“

(Formal ist dann diese Kette aus „möglicherweise wahren oder aber eventuell auch falschen Aussagen – den einzelnen Versen des Rigveda -“ (wobei alle Einzelaussagen per „oder auch“ miteinander verknüpft werden) ergänzt per „Nein zum Falschen ist wahr.“(… und ergänzt heißt dabei: abermals per „oder auch“ verbunden …) eine jedenfalls wahre Gesamtaussage.

Aus einer wahren Aussagen kann – bei korrektem Schlußfolgern – immer nur eine wahre Aussage dabei herauskommen und so hat man da in diesem Sinnen eine „wahre Basis“.

In diesem Sinne wird vermutlich von echten Experten in indischer Philosophie stets betont, daß die Lehren aus dem „Shastra“ (in dessen Ganzheit) zu schlußfolgern seien.)

Andererseits, warnt es davor, sein Leben zu vergeuden und zB zu leben gemäß "Nach mir die Sintflut, nach diesem Leben ist alles vorbei und also laß mich genießen was das Zeugs hält und ob die Welt dabei zugrunde geht, was geht dies mich an, solange sie noch so lange hält, als ich hier in dieser Welt nunmal lebe."

Zumindest sollte man nach einer guten, sorgsamen Ausbildung das Erlernte für das Gute in der Welt anwenden und nicht wie ein "Spieler" mit der Welt umgehen.

(Siehe Vorträge aus Sringeri Math.:


Benedictory discourse of Jagadguru

Shankaracharya Sri Sri Sri Vidhushekhara Bharati Sannidhanam,

Daksihnamnaya Sri Sharada Peetham, Sringeri

Vortrag vom 25.7.2020, 

28th Vardhanti - Anugraha Bhashanam of Jagadguru Sri Sannidhanam

 

Siehe: https:/ /www.youtube.com/watch?v=3UV0VAdFbpg&feature=emb_logo)

Auch Buddha lehrte nunmal durch "gutes Leben und gute Werke" die Chancen für's nächste Leben zumindest zu verbessern. Lebend wie "der Spieler", verließe einen früher oder später das Glück und jene Abwärtsspirale träte ein, welche selbst in späteren Leben Unglück mit sich bringen könnte oder auch definitiv brächte.

So wird das "Lied vom Spieler" nunmal auch in solchem Sinne zu betrachten und verstehen sein.

 

5)Betreffs Täuschung

Täuschen kann man sich und Andere nunmal auch im Bereich des Geistes und intellektueller Vorgehensweisen.

Da wären, banalerweise, zu erwähnen "Justizirrtümer", fehlerhaft ausgefüllte Formblätter mit nachfolgenden andauernden Folgen für Betroffene.

Da würde nunmal oftmals für die Opfer solcher Justizfehler so manches zum Besseren hin gewendet werden können, indem die Justiz Einsichtsbefähigtheit an den Tag legen würde, ihre bisweilen nunmal offensichtlichen, leicht nachvollziehbaren Fehler würden einräumen, usw. Insofern zeigt sich hier, daß das "Überwinden" von Täuschung auch beinhalten kann, daß man solchiges einräumt und sich um Abhilfe bemüht.

Andererseits erwähnt Shankara im "Kleinod der Unterscheidung", daß es ein versehntlich falsch abgeschossener Pfeil nicht dadurch gestoppt werden kann, daß man, vor dessen Treffen des Ziels, noch die Erkenntnis des fehlerhaften Abschusses erkennt.

Da passierte mal in den ca 70-er Jahren ein Zugunglück zwischen ca Warngau und Schaftlach; auf der1-gleisigen Strecke gaben die Fahrdienstleiter "grünes Licht für beide Züge", die dann auf Kollisionskurs waren. Per eines Telefonats merkten die Beiden ihren Irrtum. "Meiner ist abgefahren", sagte der Eine und "Meiner auch", der Andere. Es half nichts mehr.

 

Das Thema der "Täuschung" beschäftige René Descartes sehr:

Hier erstmal die ausführlicherer Darstellungen von Prof. Paul Deussen betreffs René Decartes:

>>

...

12

II. Der Dualismus des Descartes und seine Folgen.

 

ll. Der Dualismus des Descartes und seine Folgen.

1. Monismus und Dualismus.

Eine Philosophie ist Monismus, wenn sie die Welt aus einem einzigen Prinzip erklärt, Dualismus, wenn sie dazu zweier oder mehrerer Prinzipien bedarf. Da für uns alle Vielheit nur ein Nebeneinander im Raume oder ein Nacheinander in der Zeit ist, Raum und Zeit aber nur der Erscheinung, nicht aber dem Erscheinenden, dem Prinzip, dem Ding an sich zukommen, so ist schon hieraus ersichtlich, daß die wahre Philosophie, wie die Inder sagen, ,,Nichtzweiheit" (advaitam) oder, wie wir sagen, Monismus sein muß, und dieser schöne und bezeichnende Name, dessen sich in jüngster Zeit ein neu aufgeputzter Materialismus bemächtigt hat, sollte ihm wieder entrissen werden, denn gerade der Materialismus ist ni¢ht monistisch, da er über Gegensätze wie Stoff und Kraft , Subjekt und Objekt nicht hinauszukommen vermag. — Im Gegensatze zum Monismus ist der Dualismus, wo er immer in der Geschichte der Philosophie, meistens als Zersetzungsprodukt eines älteren Monismus, aufgetreten ist, ein Bekenntnis, daß die Philosophie ihre Aufgabe nicht hat lösen können. So in Indien das aus dem monistischen Vedânta hervorgegangen Sâñkyasystem mit seinem Gegensatze von Prakṛiti und Purusha, während in Griechenland der Dualismus des Empedokles, Anaxagoras und Demokrit aus der Ratlosigkeit entsprang, in welche das Zeitalter durch den Gegensatz zwischen Herklit und Parmenides versetzt worden war. Seine Lösung fand dieser Gegensatz in Platon; seine Philosophie ist nicht dualistisch, sondern monistisch, weil bei ihm die Ideenwelt alle Realität befaßt und die Materie ein bloßes µ ὄν ist, während sie bei Aristoteles der Idee gegenüber dualistisch den Charakter eines positiven Substrats annimmt. — Der zweifache Dualismus des Mittelalters zwischen Gott und Welt sowie zwischen Seele und Leib trat in greller Beleuchtung hervor durch die logische Analyse, welcher Descartes diese Begriffe aussetzte. Nach ihm sind Seele und Leib, cogitario und extensio, zwei Sub-

 

13

1. Monismus und Dualismus.

 

stanzen, d. h., abgesehen von dem im Hintergrunde bleibenden Concursus Dei, zwei von Grund aus verschiedene Wesenheiten, und da ist es nicht zu begreifen, wie zwei solche Substanzen in der räumlichen und zeitlichen Unendlichkeit einander finden, wie sie so zu einander passen konnten, daß sie sich zu einer Welt zu verbinden vermochten, und welche Handhaben sie besaßen, um sich zu fassen und gegenseitig zu beeinflussen, wie sie nicht, wenn sie im Räume zusammentrafen, durch einander hätten durchgehen mussen, ohne sich irgendwie zu berühren. Sehen wir doch, wie im Sturmwinde, der alles beugt und bricht, der Sonnenstrahl ganz unbeweglich steht, weil sein Licht von anderer Natur ist; und noch viel größer als zwischen Sturm und Sonnenlicht ist der Gegensatz zwischen einer materiellen und einer immateriellen Substanz. Die mittelalterliche, von Descartes übernommene und formulierte Weltanschauung ist vielleicht die weiteste Abirrung von der Wahrheit, die größte Entfremdung gegenüber der Natur, in welche die Menschheit je verfallen ist, und nichts beleuchtet so grell diese Naturwidrigkeit der Lehre des Descartes, wie die Tatsache, daß er die Tiere für bloße Maschinen erklärte.

 

2. Leben und Schriften des Descartes.

René Descartes (Renatus Cartesius, wie er sich weniger gern nennen hörte), Seigneur du Perron, stammte aus einer altadeligen, wohlgesessenen Familie. Er wurde geboren zu La Haye (noch heute zum Unterschiede von andern Orten dieses Namens la Haye Descartes genannt), einem Städtchen 50 Kilometer südlich von Tours, am 31. März 1596, also zu einer Zeit, wo die Kirchenspaltung eine vollendete Tatsache war und es bereits aller Welt vor Augen lag, daß das Heil auch außerhalb der Kirche des Mittelalters sich suchen und finden ließ. Diese Tatsache konnte nicht verfehlen, auch auf solche Gemüter ihren Eindruck zu machen, welche, wie Descartes, von Geburt an der katholischen Kirche angehörig und bis zum Tode ihren Gebräuchen gehorsam blieben. ,,Ich habe", so erklärte er einem streitsuchenden Theologen gegenüber, ,,die Religion des Königs, ich habe die Religion meiner Amme", und im Discours de la Méthode cap. 3 stellt er als

 

14.

II. Der Dualismus des Descartes und seine Folgen.

 

Regel auf, „den Gesetzen und Gewohnheiten seines Landes zu gehorchen und Religion seiner Kindheit treu zu bleiben", worin eine gewisse Gleichgültigkeit gegen die Form des religösen Bekenntnisses ausgesprochen liegt, sofern dasselbe nicht mehr als Sache des Herzens, sondern als Sache der Geburt betrachtet wird.

 Descartes erhielt seine Jugendbildung auf dem 70 Kilometer nordwestlich von Torus gelegenen, von Heinrich IV. neu gegründeten Jesuitenkollegium von La Flèche, „einer der berühmtesten Schulen Europas", wie er sagt, welcher er vom 8. bis zum 17. Jahre angehörte.

...

<<

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Allgemeine Geschichte der Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Religionen" von Dr. Paul Deussen, Professor an der Universität Kiel, Zweiter Band, Dritte Abteilung: Die neuere Philosophie von Descartes bis Schopenhauer, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1917

(Fortsetzung folgt; 17.2.2023)

 

 René Descartes und sein berühmtes und sehr bekanntes "zweifelsfreies Ergebnis", nämlich "Ich denke also bin ich", sein "ich bin".

Hierzu einige Seiten Zitat aus René Descartes' "Meditationen über die Grundlagen der Philosophie", in dritter Aulage, neu übersetzt und mit ausführlichen, auf Decartes' eigene Schriften gestützten, Kommentar herausgegeben von Dr. Artur Buchenau, Leipzig, Verlag der Dürr'schen Buchhandung, 1904:


>>

...

 Erste Meditation.

―――――――

 

Woran man zweifeln kann.

1. Schon vor einer Reihe von Jahren habe ich bemerkt, wie viel Falsches ich in meiner Jugend als wahr habe gelten lassen und wie zweifelhaft alles ist, was ich hernach darauf aufgebaut, und daß ich daher einmal im Leben alles von Grund aus umstoßen und von den ersten Grundlagen an neu beginnen müsse, wenn ich endlich einmal etwas Festes und Bleibendes in den Wissenschaften ausmachen wolle.

2. Indessen schien mir dies ein gewaltiges Unternehmen zu sein, und ich wartete daher das Alter ab, welches so reif sein würde, daß ihm unmöglich ein anderes nachfolgen könnte, das zur Erwerbung der Wissenchaften noch geeigneter wäre. Infolgedsssen habe ich so lange gezögert, daß ich mich schließlich schuldig machen würde, wenn ich die zum Handeln noch übrige Zeitg mit weiteren Bedenken vergeuden wollte.

3. Und da trifft es sich günstig, daß ich heute meinen Geist von allen Sorgen befreit habe, daß ich mir eine sichere Muße in einsamer Zurückgezogenheit verschafft habe: so will ich denn endlich ernsten und freien Sinnes zu diesem allgemeinen Umsturz meiner bisherigen Meinungen schreiten.

4. Dazu wird indessen nichtg nötig sein, sie alle als falsch aufzuzeigen, denn das würde ich vielleicht niemals erreichen können; sondern da schon de gemeine Vernunft rät, in ebenso vorsichtiger Weise bei dem nicht ganz Gewissen und Unzweifelhaften wie bei dem offenbar Falschen die Zustimmung zurückzuhalten, so wird es hinreichen, sie alle zurückzuweisen, wenn ich in einer jeden, irgendeinen Grund zum Zweifel antreffe. Auch wird es dazu nicht unumgänglich notwendig sein, sie

 

 

2

Descartes, Meditationen.

 

alle einzeln durchzugehen, was eine endlose Arbeit wäre, sondern, da nach der Untergrabung der Grundlagen alles darauf Gebaute von selbst zusammenstürzt, so werde ich den Angriff sogleich auf eben die Prinzipien richten, auf die sich alle meine sonstigen Meinungen stützten.

5. Alles nämlich, was ich bisher am ehesten für wahr angenommen, habe ich von den Sinnen oder durch Vermittelung der Sinne empfangen. Nun aber bin ich dahinter gekommen, daß dieses uns bisweilen täuschen, und es ist ein Gebot der Klugheit, niemals denen ganz zu trauen, die auch nur einmal uns getäuscht haben.

6. Indessen mögen uns auch die Sinne mit Bezug auf zu kleine und enfernte Gegenstände bisweilen täuschen, so gib es doch am Ende sehr vieles andere, woran man gar nicht zweifen kann, wenn es gleich aus denselben Quellen geschöpft ist; so zB, daß ich jetzt hier bin, daß ich mit meinem Winterrocke angetan, am Kamin sitze, daß ich dieses Papier mit den Händen betaste und ähnliches; vollends daß eben dies meine Hände, daß dieser gesamte Körper der meine ist, wie könnte man mir das abstreiten? Ich müßte mich denn mit ich weiß nicht welchen Wahnsinnigen vergleichen, deren Gehirn durch widrige Dünste infolge schwarzer Galle so geschwächt ist, daß sie hartnäckig behaupten, sie seien Könige, während sie bettelarm sind, oder in Purupur gekleidet, während sie nackt sind, oder sie hätten einen tönernen Kopf, oder sie seien überhaupt Kürbisse oder aus Glas; aber das sind eben Wahnsinnige, und ich würde ebenso wie sie von Sinnen zu sein scheinen, wenn ich das, was von ihnen gilt, auf mich übertagen wollte.

7. Vortrefflich Als ob nicht ein Mensch wäre, der des Nachts zu schlafen pflegt und dem genau dieselben, oder bisweilen noch weniger wahrscheinliche Dinge im Taume begegnen, wie jenen im Wachen?! Wie oft doch kommt es vor, daß ich alle jene gewöhnlichen Begegnisse, wie daß ich hier bin, daß ich, mit meinem Rocke bekleidet, am Kamin sitze, mir während der Nacht-Ruhe einbilde, während ich doch entkleidet im Bette liege! Aber jetzt schaue ich doch sicher mit wachen Augen auf dieses Papier, dies Haupt, das ich hin und her bewege, so ist doch nicht im Schlaf, mit Vorbedacht und Bewußtsein strecke ich meine Hand aus und fühle das!

3

Erste Meditation: Woran man zweifeln kann.

 

Im Schlafe würde mir das doch nicht so deutlich entgegentreten!  Als wenn ich micht nicht entsänne, daß ich auch sonst durch ähnlche Gedankengänge im Traume irregeführt worden bin! Denke ich einmal aufmerksamer hierüber nach, so sehe ich ganz klar, daß niemals Wachen und Traum nach sicheren Kennzeichen unterschieden werden können,  sodaß ich ganz betroffen bin, und diese Betroffenheit selbst mich beinahe in der Meinung bestärkt, daß ich träume.

8. Sei es denn: wir träumen! Mögen wirklich alle jene Einzelheiten nicht wahr sein, daß wir die Augen öffnen, den Kopf bwegen, die Hände austrecken; ja, mögen wir vielleicht gar keine solchen Hände, noch überhaupt einen solchen Körper haben: so muß fürwahr doch gestehen, das während des Schlafes Geschaute verhalte ich gleichsam wie gemalte Bilder, die nur nach dem Muster wahrer Dinge sich abmalen konnten; daß also wenigstens dies Allgemeine: Augen, Haupt, Hände und überhaupt der ganze Körper, als nicht eingebildete, sondern wirkche Dinge existieren. Sind doch auch die Maler, selbst wenn sie Sirenen und Satyre in den fremdartigsten Gestalten zu bilden sich Mühe geben, nicht imstande, ihnen in jeder Hinsicht neue Eigenschaften zuzuteilen, sondern sie mischen nur die Glieder von verschiedenen lebenden Wesen ducheinander; oder wenn sie vielleicht etwas so unerhört Neues sich ausdenken, wie man ähnliches überhaupt nie gesehen hat, und das demnach rein erdichtet und unwirklich ist, so müssen es doch zum mindesten wirkliche Farben seien, aus denen sie es zusammensetzen. In gleicher Weise muß man, wenngleich sogar dieses Allgemeine: Augen, Haupt, Hände und dergleichen nur in der Einbildung vorhanden sein könnte, doch notwendig gestehen, daß wenigstens gewisse andere, noch einfachere und allgemeinere Dinge, wirklich vorhanden sind, mit denen, als den wirklichen Farben, alle jene, seien es wahre oder falsche Bilder von Dingen, die wir in unserem Bewußtsein haben, sich in uns malen. Von dieser Art scheinen zu sein die Natur des Körpers überhaupt und sein Ausdehnung, ferner die Gestalt der ausgedehnten Dinge, ebenso die Quantität, d.i. ihre Größe und Zahl, ebenso der Ort, an welchem sie existieren, die Zeit, während welcher sie dauern und dergleichen.   

         

4

Descartes, Meditationen.

 

9. Man darf hieraus wohl mit Recht schließen, daß zwar die Physik, die Astronomie, die Medizin und alle anderen Wissnschaften, die von der Betrachtung der zusammengesetzten Dinge abhängen, zweifelhaft sind, daß dagegen die Arithmetik, die Geometrie und andere Wissenschaften dieser Art, die nur von allereinfachsten und allgemeinsten Gegenständen handeln, und sich wenig darum kümmern, ob diese in der Wirklichkeit vorhanden sind, oder nicht, etwas von zweifelloser Gewißheit enthalten. Denn ich mag wachen oder schlafen, so sit doch stets 2 + 3 = 5, das Qaudrat hat nie mehr als vier Seiten, und es scheint unmöglich, daß so augenscheinliche Wahrheiten in den Verdacht der Falschheit geraten können.

10. Es ist indessen meinem Geiste eine alte Meinung eingeprägt, daß ein Gott sei, der alles vermag und von dem ich so, wie ich bin, geschaffen sei. Woher weiß ich aber, daß er nicht bewirkt hat, daß es übrhaupt keine Erde, keinen Himmel, kein ausgedehntes Ding, keine Gestalt, keine Größe, keinen Ort gibt und daß dennoch dies alles genauso wie jetzt mir da zu sein scheint; oder vielmehr, daß  so wie ich urteile, daß bisweilen auch andere ich in dem irren, was sie aufs vollkommenste zu wissen meinen  so auch ich mich täusche, so oft ich 2 und 3 addiere, oder die Seiten des Quadrats zähle, oder was an sich noch leichteres denken mag.

 11. Aber vielleicht hat Gott nicht gewollt, daß ich mich so täusche, deißt er doch der Allgütige?!   Allein wenn es mt seiner Güte unvereinabr wäre, daß er mich so geschaffen, daß ich mich stets täusche, so schiene es mir doch ebensowenig dieser Eigenschaft entsprechend, daß ich mich bisweilen täusche, welch letzteres sich doch nicht behaupten läßt.

 12. Freilich möchte es wohl manche geben, die lieber leugnen würden, daß so ein mächtiger Gott überhaupt existiere, als daß sie an die Ungewißtheit aller anderer Dinge glaubten; allein mit denen wollen wir nicht streiten und wollen einmal zugeben, all dies von Gott gesagte sei eine bloße Fiktion. Allein, mag man auch annehmen, ich sei durch Schicksal oder Zufall oder durch die Verkettung der Umstände oder sonst auf irgend eine Weise zu dem geworden, was ich bin, jedenfalls scheint doch

5

Erste Meditation: Woran man zweifeln kann.

 

das Sich-Täuschen und Irren eine gewisse Unvollkommenheit zu sein; und also wird es, je geringere Macht man dem Urheber meines Seins zuschreibt, umso wahrscheinlicher sein, ich sei so unvollkommen, daß ich micht stets täusche.

 13. Auf diese Gründe, habe ich schechterdings keine Antwort, und so sehe ich mich endlich gezwungen, zu- zugestehen, daß an alle, was ich früher für wahr hielt, zu zweifeln möglich ist und das nicht aus Unbesonnenheit oder Leichtsinn, sondern aus triftigen und wohlerwogenen Gründen; daß ich folglich auch diesem allein, nicht minder als dem offenbar Falschem, fortan meine Zustimmung aufs vorsichtigste versagen muß, wenn ich zu etwas Gewissem gelangen will.

 14. Indessen es ist nicht genug, dies einmal bemerkt zu haben, vielmehr muß man Sorge tragen, es sich stets gegenwärtig zu halten , kehren doch die gewohnten Meinungen unablässig wieder und nehmen meinen leichtgläubigen Sinn, den sie gleichsam durch den langen Verkehr und durch vertrauliche Bande an sich gefesselt haben, fast auch wider meinen Willen in Beschlag. Und ich werde es mir niemals abgewöhnen, ihnen beizustimmen und zu vortrauen, solange ich sie für das ansehe, was sie in der Tat sind, nämlich zwar wie bereits gezeigt  als einigermaßen zweifelhaft, aber immerhin recht wahrscheinlich und so, daß es weit vernunftgemäßer ist sie zu glauben als zu leugnen.

 15. Es wird daher, denke ich, wohl angebracht sein, wenn ich meiner Willkür die gerade entgegengesetzte Richtung gebe, mich selbst täusche und für eine Weile die Fiktion mache, jene Meinungen seien durchweg falsch und seien bloße Einbildungen, bis ich schließlich meine Vorurteile auf beiden Seiten so ins Gleichgewicht gebracht habe, daß keine verkehrte Gewohnheit fürder mein Urteil von der wahren Erkenntnis der Dinge abwendet. Denn ich weiß ja, daß hieraus keine Gefahr noch Irrtum inzwischen entstehen kann, und daß ich meinem Misstrauen gar nicht zu weit nachgeben kann, da es mir ja für jetzt nicht auf ein Handeln, sondern nur auf ein Erkennen ankommt.

16. So will ich denn annehmen, daß nicht der allgütige Gott, die Quelle der Wahrheit, sondern daß

 

6

Descartes, Meditationen.

 

irgend ein böser Gei[s]t, der zugleich höchst mächtig und verschlagen ist, allen seinen Fleiß daran gewandt habe, mich zu täuschen; ich will glauben, Himmel, Luft, Erde, Farben, Gestalten, Töne und alle Außendinge seien nichts als das täuschende Spiel von Träumen, durch die dieser meiner Leichtgläubigkeit Fallen stellt; mich selbst will ich so ansehen, als hätte ich keine Hände, keine Augen, kein Fleisch, kein Blut, überhaupt keine Sinne, sondern glaubte nur fälschlich, dies alles zu besitzen. Und ich werde hartnäckig an dieser Art der Betrachtung festhalten und werde so zwar nicht imstande sein, irgend eine Wahrheit zu erkennen, aber doch entschlossenen Sinnes mich in acht nehmen, soviel an mir liegt, nichts Falschem zuzustimmen, noch von jenem Betrüger mich hintergehen zu lassen, so mächtig und so verschlagen er auch sein mag.

17. Indessen ist dies ein mühevolles Unternehmen und eine gewisse Trägheit führt mich zur gewohnten Lebensweise zurück. Und wie ein Gefangener etwa im Traume einer eingebildeten Freiheit genoß und wenn er zu argwöhnen beginnt, daß er nur träume, sich fürchtet, aufzuwachen und sich den schmeichlerischen Vorspiegelungen solange als möglich hingibt, so sinke ich von selbst in die alten Meinungen zurück und fürchte mich vor dem Erwachen, um nicht das arbeitsvolle Wachen, das auf die behagliche Ruhe folgt, statt im Lichte, in der undurchdringlichen Finsternis der schon angedeuteten Schwierigkeiten zuzubringen.

―――――

 

 

Zweite Meditation.

―――――

Über die Natur des menschlichen Geistes; dass er leichter erkennbar als der Körper.

1. Die gestrige Betrachtung hat mich in Zweifel gestürzt, die so gewaltig sind, daß ich sie nicht mehr  vergessen kann, und von denen ich doch nicht sehe, in welcher Weise sie zu lösen seien; sondern, wie wenn ich unversehens in einen tiefen Strudel hinabgestürzt wäre, bin ich so verwirrt, daß ich weder auf dem Grunde festen Fuß fassen, noch zur Oberfläche emporschwimmen kann. Dennoch will ich mich herausarbeiten und von neuem eben den Weg versuchen, den ich gestern beschritten hatte, indem ich nämlich hierbei alles von mir fernhalte, was auch nur den geringsten Zweifel zuläßt, genau so, wie wenn ich in sichere Erfahrung gebracht hätte, daß es durchaus falsch sei. Und ich will solange weiter vordringen, bis ich irgend etwas Gewisses, oder, wenn nichts anders, so doch zum mindesten das für gewiß erkenne, daß es nichts Gewisses gibt. Nichts als einen festen und unbeweglichen Punkt verlangte Archimedes, um die ganze Erde von ihrer Stelle zu bewegen, so darf auch ich Großes hoffen, wenn ich auch nur das geringste finde, das von unerschütterlicher Gewißheit ist.

2. Ich setze also voraus, daß alles, was ich sehe, falsch ist, ich glaube, daß niemals etwas von dem allen existiert hat, was das trügerische Gedächtnis mir darstellt: ich habe überhaupt keine Sinne; Körper, Gestalt, Größe, Bewegung und Ort sind nichts als Chimären. Was also bleibt Wahres übrig? Vielleicht nur dies Eine, daß es nichts Gewisses gibt.

3. Aber woher weiß ich denn, daß es nicht etwas von allem bereits aufgezählten Verschiedenes gibt, an dem zu zweifeln auch nicht der geringste Anlaß vorliegt? Gibt es etwa einen Gott, oder wie ich sonst den nennen mag, der mir diese Vorstellungen (cogitationes) einflößt?  Weshalb aber sollte ich das annehmen, da

 

8

Descartes, Meditationen.

ich doch am Ende selbst ihr Urheber sein könnte! Also wäre doch zum mindesten ich irgend etwas? Indessen,  ich habe bereits geleugnet, daß ich irgend einen Sinn, irgend einen Körper hätte. Doch hier stutze ich: was soll daraus folgen? Bin ich etwa so an den Körper und die Sinne gefesselt, daß ich ohne sie nicht sein kann? Indessen, ich habe mich überredet, daß es durch aus nichts in der Welt gibt: keinen Himmel, keine Erde, keine Geister, keine Körper, also doch auch wohl mich selbst nicht? Keineswegs; ich war sicherlich, wenn ich mich dazu überredet habe.  Aber es gibt einen, ich weiß nicht welchen, höchst mächtigen und verschlagenen Betrüger, der mich geflissentlich stets täuscht. Nun, wenn er mich täuscht, so ist es also unzweifelhaft, daß ich bin. Er täusche mich, soviel er kann, niemals wird er es doch fertig bringen, daß ich nichts bin, solange ich denke, daß ich etwas sei. Und so komme ich, nachdem ich so alles mehr als zur Genüge hin und her erwogen habe, schließlich zu dem Beschluß, daß dieser Satz: Ich bin, ich existiere", so oft ich ihn aus-spreche oder in Gedanken fasse, notwendig wahr ist.

4. Noch erkenne ich aber nicht zur Genüge, wer ich denn bin, der ich jetzt notwendig bin, und ich muß mich demnächst hüten, daß ich nicht etwa unvorsichtigerweise etwas anderes für mich selbst ansehe und auf diese Weise sogar in der Erkenntnis abirre, von der ich behaupte, sie sei die gewisseste und einleuchtendste von allen. Ich will deshalb jetzt von neuem erwägen, was ich denn früher zu sein geglaubt habe, bevor ich noch auf diese Gedanken verfallen war. Und davon will ich denn alles abziehen, was durch die oben beigebrachten Gründe auch nur im geringsten hat erschüttert werden können, sodaß schließlich genau nur das übrig bleibt, was von unerschütterliche Gewißheit ist.

5. Was also habe ich vordem zu sein geglaubt? Doch wohl ein Mensch! Aber was ist das ein Mensch"? Soll ich sagen: ein vernünftiges lebendes Wesen? Keinewegs, denn dann müßte man hernach ja fragen, was ein lebendes Wesen" und was vernünftig" ist und so geriete ich aus einer Frage in mehrere und noch schwierigere. Auch habe ich nicht so viel Zeit, daß ich sie mit derartigen Spitzfindigkeiten vergeuden möchte. Lieber will

...

<<

Descartes, René , "Meditationen über die Grundlagen der Philosophie", in dritter Aulage, neu übersetzt und mit ausführlichen, auf Decartes' eigene Schriften gestützten, Kommentar herausgegeben von Dr. Artur Buchenau, Leipzig, Verlag der Dürr'schen Buchhandung, 1904, siehe Seiten 1,2,3,4,5,6, 7,8 

Nunja, ist "Überwindung von Täuschung" per "dem Unbegrenzten" aus der Sicht von René Descartes denkbar?

Dazu Folgendes:

 

>>

...

Descartes erklärt sodann, er verstehe unter der Idee Gottes nur das, "was alle Menchsen gewohnt sind, zu verstehen, wenn sie davon sprechen" (393)

...

<<

Descartes, René , "Meditationen über die Grundlagen der Philosophie", in dritter Aulage, neu übersetzt und mit ausführlichen, auf Decartes' eigene Schriften gestützten, Kommentar herausgegeben von Dr. Artur Buchenau, Leipzig, Verlag der Dürr'schen Buchhandung, 1904, siehe Seite 159

 

Descartes befaßte sich in der "Dritten Mediation" mit der Frage ob die Idee Gottes Menschenwerk ist oder die Idee nur wegen der Existenz Gottes überhaupt möglich sei und insofern Gott nicht nach den Menschen entstande sein könne. 

>>

...

Descartes entgegnet (lat. Ausg. Pag. 82)…so behauptet ihr damit nichts von meiner Ansicht verschiedenes, habe ich selbst doch, gegen Ende der ditten Meditation (s. o. S. 32, ‚Z. 1-3), ausdrücklich gesagt: daß die Idee mir eingeboren ist oder nicht anderswoher als aus mir selbst kommt" (s. Auch die oben S. 163 Z.33 zitierte Stelle ua aus dem Briefe, wo Descartes die Gottesidee unter die eingeborenen Ideen zählt). Ich gebe auch zu, »daß sie gebildet werden kann, wenn wir gleich nicht wüßten, daß das höchste Wesen existiert« , nicht aber, wenn es wirklich nicht existierte; denn ich habe im Gegenteil erinnert, daß die ganze Kraft des Arguments darin besteht, daß unmöglich die Fähigkeit, diese Idee zu bilden in mir sein kann, wenn ich nicht von Gott geschaffen bin.

<<

Descartes, René , "Meditationen über die Grundlagen der Philosophie", in dritter Aulage, neu übersetzt und mit ausführlichen, auf Decartes' eigene Schriften gestützten, Kommentar herausgegeben von Dr. Artur Buchenau, Leipzig, Verlag der Dürr'schen Buchhandung, 1904, siehe Seite 199

 

Wegen dem üblichen Attribut Gottes, wonach er unsterblich" sei, ewig war und ewig wird sein" und Descartes Ergebnis, wonach Gott nicht nach Ihm entstanden sein könne, akzeptierte Descartes, daß es ein Unbegrenztes, Unendliches gab, daß zumindest schon war, als Er anfing zu existieren und er daher auch nicht die Ursache von dessen Existenz sein könne.

Insofern entstand das Unbegrenzte zusammen mit Ihm - und insofern als Teil seinerselbst - oder aber auch es gab es bereits vor Ihm und kommt bei weiteren Betrachtungen abstrakterweise als Lösung infrage.

Es ist einzuräumen, daß diese letzteren Überlegungen von René Descartes als schwierig gelten und anscheinend auch nicht so ganz allgemein Anerkennung fanden und finden.

Aber man kann kaum behaupten, daß "Unbegrenztheit" für René Descartes unvorstellbar gewesen wäre und als Antwort auf gewisse Fragen daher auch gar nicht infrage kommen könnte.

 


Sehr interessante Ausführungen oder auch Erläuterungen betreffs René Descartes (dessen lateinischer Name Cartesius war) findet man auch in Professor Paul Deussen's Buch "Elemente der Metaphysik - Als Leitfaden zum Gebrauche bei Vorlesungen sowie zum Selbststudium", zusammengestellt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor an der Universität Kiel; zweite, durch einige Zusätze vermehrte Auflage; Leipzig: F.A. Brockhaus, 1890. (Das Buch ist im Übrigen via der Bayerischen Staatsbibliothek (https:/ /www.bsb-muenchen.de/) per Suchbegriff "Deussen, Paul "Elemente der Metaphysik" am 12.8.2023 auffindbar gewesen. Unter "Links" war ein Link zu einem, zum "Lesen" auch zu finden. )

Auf den Seiten 20 - 23, "III Die Welt ist meine Vorstellung" Auf Seite 23 findet man dann einen Hinweis auf die Lehre indischer Weiser, griechischer Philosophen (Parmenides, Platon)und auch auf Christentum, insbesondere 1 Kor. 2.

Der Unterschied zur "Indischen Allein-Eins-Lehre" (Siehe unter Upanishaden/Chândogya-Upanishade in https://www.klassische-indische-texte-91-19i.de/ Abschnitt über die Upanishaden: https://www.klassische-indische-texte-91-19i.de/ch_ndogya_upanishad___7_te_lektion.html...)und René Descartes' Überlegungen bis dahin zeigen sich dabei deutlich:

>>

...

,- so giebt es doch eine Wahrheit, an der ich nicht zweifeln kann; sie heißt: Die Welt ist meine Vorstellung.

Cartesius ging zu weit, wenn (dem Anscheine nach) durch sein berühmtes "Cogito ergo sum" das unzweifelhafte Gewisse auf abstrakte Vorstellungen einschränken wollte ...

...

<<

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Elemente der Metaphysik - Als Leitfaden zum Gebrauche bei Vorlesungen sowie zum Selbststudium", zusammengestellt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor an der Universität Kiel; zweite, durch einige Zusätze vermehrte Auflage; Leipzig: F.A. Brockhaus, 1890, Seite 21.

Die Welt sei seine Vorstellung, fand René Descartes - zumindest als Zwischenüberlegung -.

 

 

6 ) Betreffs "Täuschung und andere Sinnestäuschungen"

>>

...

 

— 63 —

...

Der Jünger sprach:

Sei es infolge von Unwissenheit, oder aus einer anderen Ursache; der Atma erscheint uns stets als Jiva. Da dieses Upadhi (Vehikel) keinen Anfang hat, so kann man sich auch kein Ende desselben vorstellen.

Deshalb scheint es, dass die Verbindung von Atma und Jiva (dem höheren Teile von Manas) nicht enden könnte, und sein be-

 

— 64 —

dingtes Leben scheint ewig zu' sein. Sage mir deshalb, o hochverehrter Meister! wie kann da eine Erlösung stattfinden?

 

Der hochverehrte Meister sprach:

O weiser Mann! Du hast eine gute Frage gestellt. Höre nun aufmerksam zu. Die täuschenden Vorstellungen, welche dem Irrtum entspringen, sind nicht endgültig.

Wahrlich, ohne Irrtum kann der Atma, der Unabhängige und Nichthandelnde, mit keinem Gegenstande verbunden werden; wie man ja auch glaubt, das Firmament sei blau (obgleich es nur blau zu sein scheint).

Der Seher des Selbsts (das Absolute) ist ohne Thätigkeit, ohne Eigenschaften, alles durchdringend ist er Erkenntnis und Seligkeit (selbst). Durch die Unwissenheit von Manas erscheint es bedingt (verbunden mit Jiva), dies ist aber nicht so. Wenn diese Unwissenheit verschwindet, so existiert sie nicht mehr; deshalb ist sie ihrer Natur nach unwirklich (wesenlos).

Solange dieser Irrtum vorhanden ist, solange ist auch diese (scheinbare Verbindung mit Jiva) vorhanden; gerade so wie der Wahn,

 

— 65 —

 

dass ein Strick eine Schlange sei, nur während der Dauer dieser Täuschung vorhanden ist, aber wenn der Irrtum aufhört, so ist keine Schlange mehr da. Gerade so ist es.

Die Unwissenheit hat keinen Anfang und dies ist auch der Fall mit den Wirkungen derselben*); aber wenn die Erkenntnis eintritt, so wird die Unwissenheit, obgleich sie keinen Anfang hat, völlig zerstört; so wie alles das, was dem Traumlben angehört, durch das Erwachen verschwindet. Obgleich ohne Anfang, ist sie nicht ewig,

sondern völlig analog mit Prâbhâva**),

...

———————

*) Die Unwissenheit ist ein Nichts und wesenlos und ebenso wesenlos ist der aus der Unwissenheit entspringende Irrtum. In einer falschen Idee ist keine Wahrheit und keine Wirklichkeit sie existiert nur in der Phantasie. Weil der Mensch sich nicht als dasjenige erkennt, was er in Wirklichkeit seinem innersten Wesen nach ist (nämlich ,,Gott"), so bildet er sich ein, ein von ,,Gott" (d. h. von sich selber) verschiedenes Wesen zu sein. Dadurch, dass er zur Gotteserkenntnis kommt, hört dieser Irrtum auf. Es ist dann keine Rede mehr von einer ,,Verbindung" mit Gott, weil ja in Wirklichkeit niemals eine Trennung im Alleinigen stattgefunden hat.

**) Prâbhâva, vorhergehende Nichtexistenz. Ein Topf z. B. existiert als Thon, aber nicht als Topf, solange er nicht gemacht ist.

Sankaracharya, Palladium.

...

<< 

Chatterji, Mohini, "Das Palladium der Weisheit (Viveka Chudamani)", von Sankarachraya, Aus dem Sanskrit übersetzt von Mohini Chatterji, Leipzig, Verlag von Wilhelm Friedrich, 1895

 

7) Betreffs "Täuschung und andere Sinnestäuschungen dieser Art":

Es macht Sinn auch "andere Sinnestäuschungen" zu erwähnen, da es wenig vorsichtig wäre, alle Sinnestäuschung so ganz simplerweise einfach nur als "Sinnestäuschungen" zu bezeichnen und Unterschiede für völlig unwichtig zu befinden.

Im Zusammenhang mit Höhenkrankheit, wird immer wieder auf das Phänomen von Halluzinationen hingewiesen. Siehe etwa das Büchlein von Prof Dr. Mees "Höhenbergsteigen und Höhentrekking", Bruckmann-Verlag. Prof Mees erwähnt u.a. daß sich Höhenkrankheit auch darin zeigen könne, daß jemand in entsprechender Höhe (es kann ab 2500m bereits auftreten!) ständig danebengreift, zB auch aus einer Tasse mit einem Getränk dauernd verschüttet, udgl.

Das seien aber bereits ernstzunehmende Formen von Höhenkrankheit bei denen ein Abtransprot in geeignet geringere Höghen dringend notwendig ist.

Bei extremeren Formen, wo akute Lebensgefahr besteht, kann es zu Hallunizationen kommen, wie ich selber mal erlebte, zB also, daß die Augen einem, betreffs der Richtung in die es nunmal bergab geht (zB weil die Ski in jene Richtung vonselber fuhren), plötzlich "zeigen", daß es in jene Richtung bergauf gehe und umgekehrt. In der Bergwelt zwischen oben und unten nicht mehr unterscheiden zu können, weil der Seh-Sinn verrückt spielt, ist bereits alleine schon für sich akut lebensgefährlich; hinzu kommt noch das verursachende lebensgefährliche Hirndödem, das sich infolge der "Höhe" (damals geschah es gerade mal so ziemlich in der Mitte zwischen 3200 und 2800 m, als es mir widerfuhr.).

Das zu unterscheiden von Täuschungen, wie Abschreibfehler gemacht haben, Vokabeln durcheinander gebracht haben, oder eine junge, einem unbekannte Lehrerin für eine Schülerin versehentlich gehalten zu haben usw, wie man es aus der Schule her kennt, macht offenbar einen Sinn.

Darüberhinaus gibt es noch Täuschungen die  aus diversen Motiven vorsätzlich herbeizuführen versucht werden oder auch wurden (vgl. u.a. Juri Bezmenow "Deception as my job".).

Auch wenn ein Augenarzt einem Patienten eine Brille verschreibt und - im Falle von zB "Zylinderschliff" - vergaß/vergißt dazu zu sagen, daß die Brille zu einer Formenveränderungen führe und somit anderer Wahrnehmung, können erhebliche Probleme resultieren und zwar per einer - anzunehemenderweise meistens - versehentlich irreführenden Brille: Das eine Auge (ohne Zylinderschliff) zeigt einem die Welt wie man sie zu sehen pflegte; quadratische Fußwegplatten sind quadratisch. mit dem anderen Auge (mit Zylinderschliff und ohne Erkärung dessen, was Zylinderschliff ist und bewirkt) ergibt als definitiv "Wahrgenommenes" etwas, das kein Quadrat mehr ist, weil eine Seite anders als bisher und als irgendwie"nicht in "Ordnung seiend" und insofern "krumm" verstanden wird. Geht man damitg rasch über einen Pflasterweg aus sicherlich doch, da mechanisch, fließbandartig produzierten, "quadratischen Platten", so tritt der "Daumenkino-Effekt" auf und der Boden scheint irgendwie zu wackeln, zu schwanken. Das spielt sich dann nicht direkt im Bereich der Wahrnehmung ab, sondern im "geistigen" Bereich aufgrund des Nichtwissens über die Auswirkungen bzw das beabsichtgtge Resulat einer "Zylinderschliff-Verordnung". Wird sojemand dann wegen seines gewissen Desorientiert-Wirkens und plötzlich, entgegen seines bis dato in Erscheinung tretens, Unsicher-Wirkens aufgegriffen, in die Psychiatrie eingeliefert und dann auch noch für "psychisch krank", dh "verrückt" erklärt, so war der Augenarztfehler relativ klein und es hätte sich irgednwann gegeben; aber der Psychiatriefehler und im Tatverein damit der Gerichte und alsdann auch Behörden war dann alles andere als "ein kleiner Fehler". Noch falscher als solche "Psychiatrie-Diagnosen" usw kann's kaum mehr gehen. Das Opfer einer Untat wird abermals zum Opfer einer weiteren viel schlimmeren Auswirkungen habenden Untat, weil sich Pseudosachverständige für "Irrtum", "Täuschung", "Illusion", "Halluzinationen" gewaltsam einmischen und, bei wenig hinsehen, einfach nicht gebildet genug waren. Wenn dann der erste sich einmischenden Psychiater nochdazu wußte - weil der abstrakt nach Arztbesuchen in der näheren Zeit gefragt hatte - daß es 1/2 Jahr zuvor zu einer seltsam stark, von der wenige Jahre früheren, abweichenden Verordnung kam und 1 bis 2 Stockwerke darunter eine Augenarztpraxis gewesen wäre, so kann man dafür einfach menschlicherweise kein Verständnis mehr aufbringen. Wenn so jemand seine "Meinung" sagt, daß er es für "psychisch bedingt" halte, nunja; wenn er dann aber noch sagt "Ich habe Mittel und Wegen Sie einweisen zu lassen und Sie werden die von mehr verordneten Medikamente nehmen!", so kann man das was so ein Arzt tat, vernünftigerweise, auch wenn er "sich nur getäuscht" hat und das nochdazu "nur" infolge eines Fehlers eines Arzt-Kollegen, nur noch als Straftat bezeichnen.

Zwischen meinen, man verstünde etwas von den Ursachen von Täuschung, Irrtum, dem Sinn&Zweck von Meditation, usw und es zu wissen, sind nunmal zweierlei.

Da, vonseiten des Staates, dann für die "Psychiatrie" rückhaltlos Partei zu ergreifen bzw ergriffen zu haben, ist ein - an und für sich -  abstrakt als das vorab wißbar gewesenes - mangelhaftes Verständnis.

So sieht man auch exemplarisch, wie diverse Phänomene der Täuschung, selbst Menschen, die es nicht wollen würden, zu Straftätern am Ende gemacht haben können.

 

 

 

8 ) Betreffs:  "Dieses Universum ist das Ewige, das nie Ende, das Unvergängliche."

>>

95. Das todlose Reich

Udāna VIII, 1-4

So hab‘ ich es gehört: Einst weilte der Erhabene bei Sāvatthī im Jeta-Haine, im Klostergarten des Anāthapiṇḍika. Damals aber belehrte, ermahnte, ermunterte und erfreute der Erhabene die Mönche durch eine Rede über das Nibbāna. Und die Mönche hörten die Lehre aufmerksamen Ohres, indem sie Acht gaben, es sich vergegenwärtigten und alle Gedanken zusammennahmen.

Da tat der Erhabene, nachdem er erkannt, was dies zu bedeuten hatte, bei jener Gelegenheit folgenden feierlichen Ausspruch:

" Es ist, ihr Mönche, jenes Reich, wo nicht Erde noch Wasser ist, nicht Feuer noch Luft, nicht unendliches Raumgebiet, noch unendliches Bewusstseinsgebiet, nicht das Gebiet der Nichtirgendetwasheit, noch das Gebiet der Wahrnehmung und auch nicht Nicht-Wahrnehmung, nicht diese Welt noch eine andere Welt, nicht beide, Sonne und Mond. Das, ihr Mönche, nenne ich weder Kommen noch Gehen noch Stehen noch Vergehen noch Entstehen. Ohne Stützpunkt, ohne Anfang, ohne Grundlage ist das; eben dies ist das Ende des Leidens."

„Schwer zu sehen, wahrlich eben ist das Nicht-Ich, nicht leicht zu begreifen ist ja die Wahrheit; überwunden ist der ‚Durst‘ für den Wissenden; für den Schauenden ist nicht irgend etwas."

" Es gibt ihr Mönche ein nicht Geborenes, nicht Gewordenes, nicht Geschaffenes, nicht Gestaltetes.

Wenn es, ihr Mönche, dieses nicht Geborene, nicht Gewordene, nicht Geschaffene, nicht Gestaltete nicht gäbe, dann wäre hier ein Entrinnen aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Gestalteten nicht zu erkennen. Weil es nun aber, ihr Mönche, ein nicht Geborenes, nicht Gewordenes, nicht Geschaffenes, nicht Gestaltetes gibt, darum läßt sich ein Entrinnen aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Gestalteten erkennen."

„Für das, was abhängig ist, gibt es auch Bewegung; für das, was nicht abhängig ist, gibt es keine Bewegung; wo keine Bewegung ist, ist Ruhe; wo Ruhe ist, ist kein Verlangen; wo kein Verlangen ist, ist kein Kommen und Gehen; wo kein Kommen und Gehen ist, ist kein Vergehen und Neuentstehen; wo kein Vergehen und Neuentstehen ist, ist weder ein Hinieden noch ein Jenseits noch (ein Etwas) zwischen beiden; eben dies ist das Ende des Leidens."

<<

Siehe Seite 126, in Pali-Buddhismus in Übersetzungen von Dr. Karl Seidenstücker, Oskar Schloss Verlag, München-Neubiberg, zweite und vermehrte Auflage, 4. bis 8. Tausend, 1923

 

>>

...

10. LÖSUNG VON MEINUNGSVERSCHIEDENHEITEN

Angenommen, ich disputierte mit dir; du besiegst mich, und ich besiege dich nicht.

Hast du nun wirklich recht?

Hab' ich nun wirklich unrecht?

Oder aber ich besiege dich, und du besiegst mich nicht.

Habe ich nun wirklich recht und du wirklich unrecht?

Hat einer von uns recht und einer unrecht, oder haben wir beide recht oder beide unrecht?

Ich und du, wir können das nicht wissen.

Wenn die Menschen aber in einer solchen Unklarheit sind, wen sollen sie rufen,

um zu entscheiden?

Sollen wir einen holen, der mit dir über einstimmt, um zu entscheiden?

Da er doch mit dir übereinstimmt, wie kann er entscheiden?

Oder sollen wir einen holen, der mit mir übereinstimmt?

Da er doch mit mir übereinstimmt, wie kann er entscheiden?

Sollen wir einen holen, der von uns beiden abweicht, um zu entscheiden?

Da er doch von uns beiden abweicht, wie kann er entscheiden?

Oder sollen wir einen holen, der mit uns beiden übereinstimmt, um zu entscheiden?

Da er doch mit uns beiden übereinstimmt, wie kann er entscheiden?

So können also ich und du und die andern einander nicht verstehen, und da sollten wir uns von etwas, das außer uns ist, abhängig machen?

Vergiß die Zeit!

Vergiß die Meinungen!

Erhebe dich ins Grenzenlose!

Und wohne im Grenzenlosen!

...

<<

Seite 50/51 in Dschunag Dsi, Das Wahre Buch vom südlichen Blütenland, Bücher der Weisheit, 1969 Diederichs verlag München, aus dem Chinesischen übertragen und erläutert von Richard Wilhelm.

Auch René Descartes befaßte sich kurz mit demn Fragen, welche der chinesische Philosoph Dschunag Dsi obig aufwarf:

>>

...

5. Was also habe ich vordem zu sein geglaubt? Doch wohl ein Mensch! Aber was ist das ein Mensch"? Soll ich sagen: ein vernünftiges lebendes Wesen? Keinewegs, denn dann müßte man hernach ja fragen, was ein lebendes Wesen" und was vernünftig" ist und so geriete ich aus einer Frage in mehrere und noch schwierigere. Auch habe ich nicht so viel Zeit, daß ich sie mit derartigen Spitzfindigkeiten vergeuden möchte. Lieber will

...

<<

Descartes, René , "Meditationen über die Grundlagen der Philosophie", in dritter Auflage, neu übersetzt und mit ausführlichen, auf Decartes' eigene Schriften gestützten, Kommentar herausgegeben von Dr. Artur Buchenau, Leipzig, Verlag der Dürr'schen Buchhandung, 1904, siehe Seiten 1,2,3,4,5,6, 7,8

 

>>

...

Vergiß die Zeit!

Vergiß die Meinungen!

Erhebe dich ins Grenzenlose!

Und wohne im Grenzenlosen!

...

<<

Seite 50/51 in Dschunag Dsi, Das Wahre Buch vom südlichen Blütenland, Bücher der Weisheit, 1969 Diederichs verlag München, aus dem Chinesischen übertragen und erläutert von Richard Wilhelm.

 

9 )

Betreffs: "Am Anfang war all dies Geist"

>>

...

126

 

Die Zeit der Hymnen des Ṛigveda.

...

Wir versuchen zum Schlusse eine metrische Ubertragung, bemerken aber, daß keine Übersetzung der Schönheit des Orginals je genugtun wird.

 

Ṛigveda 10,129.

 

1. Damals war nicht das Nichtsein, noch das Sein,

Kein Luftraum war, kein Himmel drüber her. —

Wer hielt in Hut die Welt; wer schloß sie ein?

Wo war der tiefe Abgrund, wo das Meer?

 

2. Nicht Tod war damals noch Unsterblichkeit,

Nicht war die Nacht, der Tag nicht offenbar. —

Es hauchte windlos in Ursprünglichkeit

Das Eine, außer dem kein andres war.

 

3. Von Dunkel war die ganze Welt bedeckt, ,

Ein Ozean ohne Licht, in Nacht verloren; —

Da ward, was in der Schale war versteckt,

Das Eine durch der Glutpein Kraft geboren.

 

4. Aus diesem ging hervor zuerst entstanden,

Als der Erkenntnis Samenkeim, die Liebe; —

Des Daseins Wurzelung im Nichtsein fanden

Die Weisen, forschend, in des Herzens Triebe.

 

5. Als quer hindurch sie ihre Meßschnur legten.

Was war da unterhalb? und was war oben? —

Keimträger waren, Kräfte, die sich regten,

Selbstsetzung drunten, Angespanntheit droben.

 

 

127

Der Schöpfungshymnus, Ṛigv. 10,129.

 

6. Doch, wem ist auszuforschen es gelungen,

Wer hat, woher die Schöpfung stammt, vernommen ?

Die Götter sind diesseits von ihr entsprungen!

Wer sagt es also, wo sie hergekommen? —

 

7. Er, der die Schöpfung hat hervorgebracht,

Der auf sie schaut im höchsten Himmelslicht,

Der sie gemacht hat oder nicht gemacht,

Der weiß es! — oder weiß auch er es nicht?

...

<<

Deussen, "Allgemeine Geschichte der Philosophie", Erster Band, erste Abteilung, "Allgemeine Einleitung und Philosophie des Veda bis auf die Upanishad's", 5.Auflage, Leipzig, Brockhaus, 1922, Seite 126/127

 

Auch interessant hierzu Chânodgya-Upanishade's Lektion 7.

 

 

 

10  Wenn eine Person gegen seinen Willen oder auch gegen seine Entscheidung oder auch Absicht in eine entsprechende Meditation initiiert wurde. Dies betriftt selbstverständlich eine zentrale Meditationsübung des Laya-Yoga. Man vergleiche dazu etwa "Achtes Kapitel, Der Laya-Yoga, Die Praxis des Yoga durch die feineren Kräfte der Natur"* und so wäre es nunmal nicht notwendigerweise und möglicherweise keinesfalls anzunehmenderweise so, daß sich die betreffende Person dafür "interessieren" müßte oder auch täte; es wäre aber sicherlich richtig zu sagen, daß es so jemanden was "angehe" oder, anders gesagt, "betrifft".

Selbstverständlich kann man abstrakterweise sich auch mit Dingen befassen, die einen gar nicht interessieren, aber etwas angehen. Beispielweise betrifft das Richter, die sich mit Dingen zu befassen haben, die sie als solche, isoliert bzw außerhalb des Gerichtsaals betrachtet, nunmal gar nicht interessieren.

Deshalb wurde hier so übersetzt, wie vom Autor dieser WEBSeite übersetzt wurde.

 

 

 

*)

>>

...

Achtes Kapitel

 

Der Laya-Yoga

 

Die Praxis des Yoga durch die feineren Kräfte der Natur

 

...

Wie Mantra- und Haṭha-yoga hat auch der Laya-yoga besondere Eigentümlichkeiten. Oberflächlich betrachtet beschäftigt sich der Laya-yoga mit den physischen Kräften und Funktionen des Körpers. Der Mantra-yoga hat verhältnismäßig engere Verbindung mit den Kräften , außerhalb des Körpers wirkend, ihn aber eng beeinflussend. Der Laya-yoga handelt von den übersinnlichen, intangibeln Pīṭhas und den Sūkṣma-Kräften und Funktionen, die in ihrer Feinheit über das Reich der physischen Beonachtung hinaus liegen, die in der inneren Welt des Körpers tätig sind. Im Haṭha-yoga ist die Betrachtung des Lichtes vorgeschrieben, im Mantra-yoga die des materiellen Bildes als Symbol göttlicher Kräfte, für die es im Laya-yoga keinen Platz gibt. Im Laya-yoga wird die Prakṛti-śakti in der Form der Kulakuṇḍalinī 9) im Körper des Yogin allmählch erweckt durch stetige Praxis, und zwar an dem Orte zwischen den Augenbrauen als jyotimatī (lichtvoll), frei von materieller Befleckung. Wenn diese (jyotiṣmatī) durch Praxis und Betrachtung stetig und fest wird, wird sie Bindu-dyāna¹º) genannnt (Betrachtungspunkt).

 

Die Praxis des Bindu-dyāna ist eine Hauptübung des Laya-yoga. Außerdem gibt es im Laya-yoga noch besondere Eigenheiten, bei deren Durchgehen man leicht sieht, daß das System der Laya-yoga-Praxis feiner ist und höher geht als das vorangehende.

...

Das achte Aṅga ist Laya-kriyā (Laya-Werk) mit der wundervollen Wissenschaft über die verborgenen Kräfte von Leben und Natur. Die Übungen von Laya-kriyā sind so hehrer transzendentaler Art, daß es unmöglich ist, auch nur eine oberflächliche Idee davon in Worten zu geben. Sie können einzig und allein von den Meistern erlernt werden, wie denn überhaupt keiner den praktischen Yoga üben kann, der nur die Abhandlungen darüber kennt und liest.

...

>>

Abs, Pater Josef, "Indiens Religion, der Santana-Dharma, Eine Darstellung des Hinduismus", übersetzt und erläutert vom Kapuziner-Pater Josef Abs, erschienen bei Kurt Schroeder in Bonn/Lepizig, 1923, Seite 46 bis 50

Es sei hervorgehoben:

>>

...

...Die Übungen von Laya-kriyā sind so hehrer transzendentaler Art, daß ...

...

<<

Abs, Pater Josef, "Indiens Religion, der Santana-Dharma, Eine Darstellung des Hinduismus", übersetzt und erläutert vom Kapuziner-Pater Josef Abs, erschienen bei Kurt Schroeder in Bonn/Lepizig, 1923, Seite 50, letzter Abschnitt

Wegen obigem "...Die Übungen von Laya-kriyā sind so hehrer transzendentaler Art, daß ..." ist es rein formalsprachlich zutreffend, daß eine zentrale Meditationsübung des Laya-yoga, gemäß "Indiens Religion, der Santana-Dharma, Eine Darstellung des Hinduismus, übersetzt und erläutert vom Kapuziner-Pater Josef", als eine "Transzendentale Meditation" bezeichnet werden kann und dies eine sehr passende Bezeichnung sein würde.

Dies wurde oben (wo per der Fußnote * verwiesen wird) ausgesagt, nicht mehr und nicht weniger.

 

11) Betreffs “Arisch-denkende Menschen” sei angemerkt:

a) Gemäß Leopold von Schroeder, aber auch Anderen, waren die Arier ein Volk, aus dessen Mitte dann mal Zarathustra hervortrat.

In der Folge spaltete sich das Volk in die AnhängerInnen des Zarathustra und jene, die bei ihrer alten Lehre, dem Rig-Veda bleiben  wollten.

Letztere zogen in den Punjab und hießen fortan "die Inder".

Erstere blieben in der angestammten Heimat (waren insofern anscheinend die Mehreren oder auch Mächtigeren) und hießen dann "die Perser". Die Perser nahmen später dann den Islam an und heute heißt deren Staat "der Iran".

Shankara spielt hier anscheinend auf etwas an, was er für einen wichtigen oder auch den entscheidenden Unterschied zu den Lehren des Zarathustras, jenem - zur Zeit der Spaltung des Zendvolkes - neuen Interesse der Perser, erachtet.

"Früher", als sie noch das Zendvolk, das Volk der Arier - und sich einig - waren, habe man das eben so verstanden und so gehalten, daß Streben nach Erlösung etc wichtiger sei, als wie eine Suche nach dem Ursprung der Schöpfung.

Gemäß Shankara wäre es so, daß jemand im Sinne des Zendvolks dachte oder auch gar als wie einer der Ihrigen angesehen wurde, wenn er sich nicht für den Ursprung der Schöpfung interessierte, sondern sich um Befreiung von Leiden, Sorgen, Krankheit und Tod kümmerte und es das war, was für primär von Wichtigkeit im Leben war.

Letzteres könne man erreichen, weil er es, der Überlieferung nach erreichte so wie einst auch Buddha, gemäß der überlieferten Aussagen des Buddha betreffs seines Versuches, einen Ausweg aus Krankheit, Leiden und Tod zu finden.

Ersteres hingegen, wäre, angesichts des von Ihm gewußterweise Erreichbaren, dann doch auch gar nicht mehr so wichtig. Die westliche Wissenschaft versucht sich insbesondere seit Galilei daran und auch nach all diesen Jahrhunderten, hat man noch keine umfassende Anwort finden können; insofern kann es, betreffs der einzelnen Menschen, nicht als Ausweg aus Krankheit, Leiden und Tod angesehen werden.(Hinzu kommt noch all das Unheil, das dieses Art von "westlicher Wissenschaft" über die Natur, Pflanzen- und Tierwelt, aber auch die Menschen gebracht hat. Umweltvergiftung, kaputtes Klima, Existenz schrecklicher und immer noch schrecklicherer Waffensysteme, usw.)

In diesem Sinne ist zu verstehen, was mit "arisch-denkende" Menschen gemeint ist und war. (Auch in diesem Sinne des Shankara, waren die FanatikerInnen des 3.Reichs in Deutschland weitest entfernt von Ariertum und was sie verehrten war alles Andere nur nicht Arisches denken.).

Das Zendvolk war nichts anders als das Volk der "Arier" (insofern so ziemlich anders als "blond und blauäugig").

 

b) Herr Vedveer Arya aus Indien befaßt sich derzeit mit dem Thema des Ursprungs der "indogermanischen Sprachen": "Original Homeland of Indo-Europeans".
Auch er erwähnt darin die "Zendsprache", dh die Sprache des "Zendvolkes".

 

Weitere Literaturhinweise zu dieser Thematik:

c) Die Arier waren das Zendvolk, welches sich infolge von Zarathustra in Perser und Inder spaltete, erwähnt Leopold von Schröder.

Man findet dies auch bei Edward James Rapson:

>>

...

ANCIENT INDIA

4

The evidence of language proves conclusively,for instance, that a particularly intimate connexion must have existed between the Persian and Indian branches of the Indo-European family. The similarity in language and thought between their most ancient scriptures the Persian Avesta and the Indian Rig-veda, can only be explained on the supposition that these two peoples, after leaving the rest of the family

 

 

SOURCES OF HISTORY

5

had lived in association for some considerable

period, and that the separation between them had

taken place at no very distant period before the

date of the earlier of the two records, the Rigveda. In the following pages we shall be chiefly concerned with this particular group of the Indo-European family, which is usually designated by the term ‘Aryan,’ the name which both peoples apply to themselves (Avestan Airya=Sanskrit Ārya). ...

...

<<

Rapson, Edward James, "FROM THE EARLIEST TIMES TO THE FIRST CENTURY A.D.", by E. J. RAPSON, M.A., PROFESSOR OF SANSKRIT IN THE UNIVERSITY OF CAMBRIDGE AND FELLOW OF ST JOHN’S COLLEGE, Cambridge; at the University Press, 1914. First edition 1914, Reprinted 1914.

siehe zB.: Library of Congress

https:/ /www.loc.gov/item/14030913/

www. Archive.org

Es ist auch "online lesbar" via der Bayerischen Staatsbibliothek

https:/ /www.bsb-muenchen.de

Usw.

Zur Person von Edward James Rapson siehe beispielsweise:

https:/ /www.deutsche-biographie.de/117690511.html

https:/ /www.britishmuseum.org/collection/term/BIOG97363

https:/ /en.wikipedia.org/wiki/E._J._Rapson

 

d) Eine Andere Quelle betreffs dieser Thematik ist das Buch:

"The History of Aryan Rule In India: From The Earliest Times To The Death of Akbar ", von E. B. Havell.

Siehe z.B.:

>>

it was Aryan culture which gave India its high place among the civilisations of the world and inspired its greatest intellectual achievements. But many modern writers of Oriental history proclaim as the latest discovery of science that the early Aryan invaders of India, who won the undying veneration of the people as mighty seers and leaders of men, were only successful soldiers, versed in the arts of chivalrous warfare, and that they borrowed their finer culture from the Dravidians, and other civilised races

 

vii

 

ARYAN RULE IN INDIA

they conquered. Almost they would persuade us that the intellectual, high-souled Aryan is a m3rth, or reduce the historical sum of Aryan achievements to the common factor that might is right and military despotism the best of all possible governments.

viii

 

ARYAN RULE IN INDIA

Modern archaeological research has thrown much Ught upon the history of the Aryans in Western Asia. In the second millennium B.C., or when the Aryans were pushing their way into Northern India, the Mitannians, an Aryan people worshipping the nature-spirits of the Vedas, Surya, Varuna, and Indra, had founded a powerful kingdom between the Tigris and Euphrates, and the old Vedic tradition of the conflicts between the Devas and the Asuras can perhaps be referred to the struggles between the Aryan worshippers of Surya and the Semites of Assyria, who became subject to the kings of Mitanni. About 1746 B.C. the Kassites, another branch of the Aryans, made themselves masters of Babylon, and thus an Aryan dynasty ruled over Babylonia for the following six hundred years. During these centuries it is more than probable that the Aryans of Mesopotamia assisted in the colonisation of the

 

4

 

ARYANS AND NON-ARYANS

The theory that the Aryans, when first known to history, were semi-barbaric tribes who borrowed their civilisation from the more cultured races they conquered, both in India and in Europe, seems to be formed upon a wrong judgment of the archaeological evidence. The Vedas ^the bedrock of Indo- Aryan civilisation are not the literature of an uncultured people, and they certainly are, on the whole, Aryan and not borrowed from Dravidian or other sources. They represent the culture of a race of warrior-poets and philosophers who despised the arts of commerce and lived mostly by agriciilture, with one hand on the sword and the other on the plough. They built no temples, but worshipped nature-spirits with simple sacrificial rites which would leave little traces behind them for archaeological explorers to analyse.

5

...

<<

Havel, Ernest Binfield, "The History of Aryan Rule in India - from the earliest times to the death of Akbar", by E.B. Havell, London, Gerige G. Harrap & Company Ltd. 2 & 3 Portsmouth Street Kingsway W.C., MCMXVIII

siehe z.B.:

https:/ /www.loc.gov/item/19002934/

https:/ /archive.org/details/cu31924023969805

 

Zur Person des Ernest Binfield Havell siehe beispielsweise:

https:/ /en.wikipedia.org/wiki/Ernest_Binfield_Havell

https:/ /discovery.nationalarchives.gov.uk/details/c/F51762

https:/ /www.nli.org.il/en/a-topic/987007271648905171

 

 

 

 

Sri Aurobindo's Übersetzung der Mândûkya-Upanishade, des Kommentars von Gaudpada sowie Shankara's Kommentar dazu (vom Autor dieser WEBSeite ins Deutsche übersetzt.)

 

 

¹² vgl. Kena-Upanishade; z.B.:

>>

...

Vers I.7

Weiß und erlange die Gewißheit, daß nur das das Brahman ist, was mit den Ohren nicht gehört werden kann, aber wodurch die Ohren fähig sind zu hören und nicht dieses, welches (Leute) verehren, anbeten oder dem sie auch Ehre bzw Achtung erweisen oder dem sie eventuell auch mit gottesdienstlichen oder auch götzendienstlichen Handlungen huldigen bzw zu huldigen versuchen.

...

<<

https://klassische-indische-texte-91-19i.de/kena_upanishade_mit_shankara_s_kommentar.html

 

¹³ vgl. Kena-Upanishade.

Das eine Turiya erscheint, so drückt es die Mandukya-Upanishade aus, als Wachen, Träumen und Schlafen. Aber das Vierte, das Turiya kann durch richtige Meditation erkannt werden und insofern ist eben auch der Zustand des Vierten als Samadh, als Turiya ein natürlicher Zustand der Lebewesen, der nicht minder natürlich ist als wie Wachen, Täumen und Schlafen. So wie Schlafmangel oder auch Schlafentzug, Traumphasen-Entzug und Entzug des Wachens einen Mangel an Leben mit sich bringen bzw darstellen, so ist es, anzunehmenderweise, auch bei Turiya-Zustand-Vernachlässigen oder auch Turiya-Entzug und sei es per absurder Argumente oder auch Maßnahmen gegen die Realität des Turiya.

In der Kena-Upanishade wird dieselbe Realität etwas anders ausgedrückt. Aber es gibt eben auch klare Gemeinsamkeiten wie es eben hier die Ausdrucksweise "der Seher, der Sehende, das Sehen im Auge" ist. Daher ergänzen sich diese Upanishaden samt Shankars's Kommentar zu den beiden Upanishaden und darüberhinaus auch noch Gaudapada's Karika; insgesamt wird es dadurch leichter das Thema der Upanishaden zu verstehen bzw sich ein angemessenes Verständnis zu erarbeiten.

 

¹⁴ Vergleich mit den Patañjali Yogasutren:

In Shankara's Kommentar zur Mandukya.Upanishade heißt es:

"...Und dies geschieht, weil die Vorgänge im Geist sowie die Aktivitäten des Geistes zur Ruhe gekommen sind und insofern nicht da sind;..."

Vergleich dazu: "Patañjali-Yogasutren", Kapitel I, Vers 1.2 und 1.3.

siehe z.B.: Bäumer, Bettina, Patañjali "Die Wurzeln des Yoga - Die klassischen Lehrsprüche des Patañjali mit einem Kommentar von P.Y. Despende, Mit einer neuen Übertragung der Sutren aus dem Sanskrit", herausgegeben von Bettina Bäumer, Otto Wilhelm Barth Verlag, 1999 , Seite 21

Swami Vivekananda und Prof. Dr.Paul Deussen übersetzten mit "concentration" bzw

 

>>

... 

"1,2. Der Yoga ist die Unterdrückung der Funktionen des Bewußtseins."

 

Anmerkung zu Vers 1.2 von mir, dem Verfasser dieser Webseite: "Unterdrückung" meint hier das Erreichen des Vierten, des Turiya, wie es zB in der Mandukya-Upanishade ausgiebig beschrieben wird. Insofern geht es um ein Heraustreten aus den Bereichen von Wachen,Träumen und Schlafen. Aus der Sicht von jemand, der nicht weiß, nicht erfahren hat, daß das natürlich und einfach zu erreichen ist, erscheint es als ein "Überwinden" von Wachen, Träumen und Schlafen bis zu einem eventuell ja denkbar-möglichem Erreichen des Vierten, des Turiya. Es ist der Sinn und Zweck von Meditation in den Zustand jenes Vierten zu gelangen; die Lehre der TM-Meditation, jener "Transzendentalen Meditation" ist dabei, daß dies auf natürliche, mühelose Art und Weise möglich ist. Und bei der "Unterdrückung" irgendwelcher Stör- oder auch Rausch-Geräusche in einem Video durch eine Videobearbeitungssoftware, des Flimmern der Atmosphäre bei Aufnahmen durch große Sternwarten geht es auch nicht um "Gewaltsames". Durch geeignete Technik ist das eben unproblematisch zu erreichen. "Zur-Ruhekommen" wäre eine passende Bezeichnung, wobei das aber uU dann nicht auf jeden Weg zum Samadhi passen könnte. Wenn jemand einen "religiösen Weg" beschreitet (siehe dann zB. Vers 1,23) und dazu aufwendige Opfertätigkeiten vollbringt (zB caritative Aufgaben, ehrenamtliches Nachbarschaftshilfe-Engagement, usw) so wird er da bisweilen andere "Interessen" hinten an stellen und bisweilen evtl auch - in dem Sinne, daß er an irgendeinem Tag, zu diesem ehrenamtlichen Engagement, mal absolut gar keine Lust hat, aber halt muß, weil jemand anders da von Ihm abhängig ist und er jene soziale Verpflichtung nunmal eingegangen war, - zu "unterdrücken". - Ende meiner Anmerkung.

"1,3. Dann wird erreicht das Bestehen des Sehers (des Purusha) in seiner eigenen Natur."

<<

Deussen, Dr. Paul, Allgemeine Geschichte der Philosophie", Bd I.3, Die Nachvedische Philosophie der Inder, nebst einem Anhang über die Philosophie der Chinesen und Japaner", vierte Auflage,Leipzig/F.A. Brockhaus 1922, Seiten 511, 512; allgemein Seiten 507 - 578

"...dies ohne einer Möglichkeit einer Trennung sowie Absonderung oder auch einer Unterscheidung sowie einem Unterschiedensein [als ein Einsseiendes]...." heißt es in Shankara's Kommentar zur Mandukya-Upanishade.

"Das Eine ohne ein Zweites" ist nunmal das Thema im Vedanta und auch dieser Upanishade.

Siehe auch "Nirvanashatakam" mit der Gegenüberstellung zu frühen Texten betreffs der Lehren des Buddha und beachte Fußnote ¹⁵ 's Teil II der Anmerkung:

 

 

 

 

¹⁵ Vergleich mit den Patañjali Yogasutren und Laya-yoga:

Teil I der Anmerkung: 

Insofern zB auch

* „ruhevolle Wachheit“(vgl.Mr. Mahesh, Lehre zur "Transzendentalen Meditation"

* "entspannte Konzentriertheit" oä (vgl. Klein Prof. Dr. med. Gernot, und Hoffbauer, Dr. med.Gabi, u.a., "Grosses Buch der Heilmethoden", ISBN 3-426-66431-301)

* vgl. auch:  Bäumer, Bettina, Patañjali "Die Wurzeln des Yoga - Die klassischen Lehrsprüche des Patañjali mit einem Kommentar von P.Y. Despende, Mit einer neuen Übertragung der Sutren aus dem Sanskrit", herausgegeben von Bettina Bäumer, Otto Wilhelm Barth Verlag, 1999 , Seite 21, Verse 1 bis 4, insbesondere Vers 2 und 3.

* Patañjali-Yogasutren, Prof. Deussen's Übersetzung und Ausführungen dazu

aus: Deussen, Dr. Paul, „Allgemeine Geschichte der Philosophie", Bd I.3, „Die Nachvedische Philosophie der Inder, nebst einem Anhang über die Philosophie der Chinesen und Japaner",  vierte Auflage,Leipzig/F.A. Brockhaus 1922

>>

...

"1,1. Nunmehr die Belehrung über den Yoga."

 

"1,2. Der Yoga ist die Unterdrückung der Funktionen des Bewußtseins."

"1,3. Dann wird erreicht das Bestehen des Sehers (des Purusha) in seiner eigenen Natur."

"1,4. Im andern Fall teilt er die Natur der Funktionen."

"1,5. Die Funktionen sind fünffach, bedrückt und nicht-bedrückt (mit den kleça's behaftet oder nichtbehaftet)."

"1,6. Sie sind: [richtiges erkennen durch die] Erkenntnisnormen, Verkehrtheit, Annahme, Schlaf, Erinnerung."

"1,7. Die Erkenntnisnormen sind: Wahrnehmung, Folgerung, Überlieferung."

<<

Deussen, Dr. Paul, Allgemeine Geschichte der Philosophie", Bd I.3, Die Nachvedische Philosophie der Inder, nebst einem Anhang über die Philosophie der Chinesen und Japaner", vierte Auflage,Leipzig/F.A. Brockhaus 1922, Seiten 511, 512; allgemein Seiten 507 - 578

 

* Seiten 117 bis 125, Vivekananda, Swami, "Rāja-Yoga - mit den Aphorismen des Patañjali", Herausgegeben von Emma von Pelet, Verlag Hermann Bauer KG, Freiburg, Br., ISBN 3-7626-0410-X; Lt. Deutscher Nationalbibliothek lebte Frau Emma von Pelet von 1892 bis 1967; (vgl.: https:/ /portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&cqlMode=true&query=idn%3D1045592358 ; Link vom 14.3.2026)

Prof. Dr. Paul Deussen befragte Svāmi Vivekananda betreffs der Lehren des Patañjali, als er Svāmi Vivekananda zu sich nach Kiel eingeladen hatte und Svāmi Vivekananda die Einladung angenommen hatte, notabene.

In den gesammelten Werken des Vivekananda findet man, ergänzt durch ausführliche Erläuterungen, folgende Übersetzung.

>>

...

1. Now concentration is explained.

2. Yoga is restraining the mind-stuff (Chitta) from taking various forms (Vrittis).

3. At that time (the time of concentration) the seer (Purusha) rests in his own (unmodified) state.

4. At other times (other than that of concentration) the seer is identified with the modifications.

5. There are five classes of modifications, (some) painful and (others) not painful.

6. (These are) right knowledge, indiscrimination, verbal delusion, sleep, and memory.

...

<<

vgl.: https:/ /ramakrishnavivekananda.info/vivekananda/complete_works.htm
im Volume I und da im Kapitel "Raja-Yoga"

(Eine Ähnlichkeit zu Prof. Deussen's Übersetzung fällt durchaus auf.)

 

Für den englischen Begriff "concentration" findet man in Englisch-Deutsch Wörterbüchern, die der Lebenszeit des Svāmi Vivekananda entsprechen das Folgende:

 

Concentra’tion s. Concentration

64

Dr. Friedrich Köhler

 

Concentrate, ..., v.a. 1. konzentriren, zusammendrängen, verreinigen (Truppen,Sonnenstrahlen ϰ.). 2. [Ehem. konzentrieren, verstärken (Säuren ϰ.).

181

Grieb (1842)

 

Concentration, ,(konsentrēišǝn) [s.d.v.u. -ation] s.1. die Konzentrierung, Zusammendrängung, Vereinigung. 2. [Ehem.] die Konzentrierung, Verdichtung, Verdampfung.

214

Grieb/Schröer

 

concentre (kon-ßen'tr) konzentrieren; zusammentreffen.

20

Dr. Francis Ising

concentre, -ter, (...) [s. con. u. center] v.n. -+ u. ±sich nach einem gemeinschaftlichen Punkte zusammenrichten, in einem gemeinschaftlichen Mittelpunkt zusammentreffen (von Linien ϰ.). ~ v.a. in einem gemeinschaftlichen Punkte vereinigen, konzentriren.

214

Grieb/ Schröer

 

Teil II der Anmerkung: 

Die Ausführungen von Grieb, überarbeitet von Schroer, zum Ursprungswort von "concentration", nämlich "concentre" bieten dabei eine Chance die verschiedenen Auffassungen oder auch lediglich verbal etwas verschiedenen Übersetzungen zusammen zu bringen:

Atman/Brahman ist das "Eine in allem und jedem" und insofern außer, daß es eben im Zustand des Turiya eines x-beliebigen Lebewesens Realität ist, ist es auch durchaus "das Gemeinsame".

Sich in den Zustand des Turiya zu begeben ist insofern natürlicherweise ein Sich-Ausrichten auf dieses Eine, ein Vorgang des Sich-Sammelns; weil es das Eine in Allem und Jedem ist und es insofern ein "sich nach einem gemeinschaftlichen Punkte Zusammenrichten, in einem gemeinschaftlichen Mittelpunkt Zusammentreffen" und in gewisser Weise durchaus auch sowas wie ein "in einem gemeinschaftlichen Punkte Vereinigen, konzentriren."

Allerdings ist es so, daß wenn die Erkenntnis wahrheitsgemäß und real erlangt wird, daß dieses Selbst, dieses tiefe Ruhen in sich selber, das man von eigener Meditationsausübung her kennenlernte dasselbe (ohne ein Zweites, ohne Getrenntheit sowie Verschiedenheit - wahrgenommen per der Erfahrung reinen Bewußtseins/Turiya) ist, das tief im Gegenüber ist, das eine andere Person bei richtiger Meditationsausübung erfährt (...man sieht - nach Erlanghaben dieser Erkenntnis, daß das seltsame klare sehen, hören usw  daran liegt, daß man dasselbe im Gegenüberseienden wahrnimmt, was man in sich wahrnahm, nachdem man, meditierend, in sich vollkommen zur Ruhe gekommen war und sich jenes transzendentale Bewußtsein jeweils eingestellt hatte -  in "Begriffen des Selbst im Lichte reinen Bewußsteins"), erkennt man simultan mit dieser Erkenntnis auch, daß man selber dieses Eine nicht ist, daß es einem auch nicht gehört, es kein Eigentum von einem selber ist und sein können kann.

Es ist ein transzendentales Bewußtseins jenseits Wachen, Träumen und Schlafen, welches das eine Selbst aller Lebewesen einem sozusagen sichtbar werden läßt.

Man ist evidenterweise weder das Wachen, Träumen noch Schlafen; man sagt. man ist im Wachzustand, Traumzustand, Schlafzustand; analog heißt es betreffs des Zustands des Turiya, des Samadhi, daß man im Zustand des Turiya, des Samadhi sei.

Mag auch einE GöttIn dieses Alldurchdringende Selbst bei eigener Meditation und daher per Zustand des Turiya, des Samadhi erfahren und schließlich erkannt haben: Es ist ein Selbst, ein Brahman, das aus sich selbst heraus in Wahrheit existent ist,  
so erkennt eine GöttIn beim Erlangen der Erkenntnis, des Selbsts im Anderen analog, daß dieses Brahman ein aus sich selbst heraus existentes Brahman ist und keinesfalls ihr/sein Werk odgl (vgl.
Kena- Upanishade mit Shnkara's Kommentar; Nicht die Götter errangen einen gewissen Sieg.; es war Brahman, das sie nicht sind bzw waren.)

Ganz analog kann ein einfacheres Lebewesen (Tier, Mensch, Pflanze, Insekt) in den Zustand des Turiya (ruhevolle Wachheit,...) gelangen, des Selbsts gewahr werden und beides insofern erfahren und darüberhinaus - per einer, dann stattfindenden, Verfeinerung der Sinne - erkennen, daß dieses Selbst samt der Möglichkeit des Turiya-Zustandes, des reinen Bewußtsein auch tief im Inneren des Gegenüberseienden oder auch einem Gegenüberseinden Wesen ist und - vermöge des reinen Bewußtseins - erkennend verstehen, daß es allerdings ein aus sich selbst heraus existentes Selbst (Ātman)  ist und insofern Ātman, das Selbst erkennen.

Ist dieser Ātman als Eines (und in diesem Sinne "aus sich selbst heraus existent") erkannt, so ist es evident, daß dieser Ātman und das Brahman dasselbe sind.  (vgl. dazu Kena-Upanishade mit Shankara's Kommentar).

(Wenn doch das "Brahman" "den Sieg errang" und nicht die Götter, die den Sieg fälschlicherweise sich selber zugeschrieben hatten, so ist das Brahman insofern ein eigenständiges Etwas. Als "ohne Anfang und ohne Ende" ist es ein aus sich selbst heraus existentes Etwas oder auch Sein.)

Mag die Suche eines Menschen, Tieres, einer Pflanze oder auch eines Insekts zu gesicherten Wissen, der Erkenntnis der Existenz des Atman geführt haben und sich daraus etwas Wissen über die Natur des Ātman entwickelt haben. Mag die Suche einer Göttin/eines Gottes zur Erkenntnis des Brahman per der Suche nach grundlegenden Natur des Brahman geführt haben (von deren eventuell ja sehr anderer normaler Vorstellungswelt samt Lebenswirklichkeit ausgehend).

Die Erkenntnis ergibt die Wahrheit des Einsseins von Ātman und Brahman.

Mr. Mahesh drückte das wie folgt aus:

Wenn dieser Bewußtseins-Zustand erreicht wurde, in welchem/wodurch man alles - in aller Sachlichkeit, Unpersönlichkeit, ohne sich zu Verbiegen odgl - in Begriffen des Selbst im Lichte transzendentalem reinen Bewußtseins wahrnimmt, so ist dies erst nur betreffs des gegenübers, worauf die Aufmerksamkeit mit primärer Intensität fällt; allmählich würde es auch betreffs dessen so sein, worauf die Aufmerksamkeit nur sekundär, nebenher fällt; schließlich würde diese Entwicklung und Entwicklungsmöglichkeit für das Bewußtsein dann damit enden, daß wirklich alles in "Begriffen des Selbsts , im Lichte reinen Bewußtseins" wahrgenommen wird und zwar spontan sowie natürlicherweise. Diesen Zustand des Bewußtseins nannte er "Brahman-Bewußtsein"; eine weitere Entwickklung des Bewußtseins über dieses Eine ohne ein zweites ist nicht weiter möglich. Es kann allenfalls noch eine körperliche Entwicklung stattfinden, dh ausgehend von jenem "körperlosen Wesen", das man mit erkannte zu sein, als man erstmals die Erkenntnis erlangte "Achja, ich sehe in Begriffen des Selbsts im Lichte des transzendentalen Bewußtseins, im Lichte des reinen Bewußtseins, das durcdh die Transzendentale Meditation  mir bekannt wurde".

Anders als es Mr. Mahesh darzustellen pflegte, zeigt es sich die "Transzendentale Meditation" gemäß Laya-yoga. Irgendwann erwachte eben Kundalini. Es war ein erster Zustand  der Entspanntheit. Diesen bevorzugend, ließ sich das Eine oder auch Andere am Lebenssil ändern; zB war eben seriös-gute vegetarische Ernährung schon mal förderlicher für jene Art Einssein mit unpersönlich-perfekten lebensdienlicher Entspannheit; seriös-gute, korrekte vegane Ernährung erwies sich etwa als noch besser, Zerstreung per sinnlosem TV-Genuß, Pflegen überflüssiger sozialer Kontakte usw erwies sich als nützlicherweise weglaßbar, usw. Irgendwann kam es dann zum wahrhaft zeitlosen Moment jener Erkenntniserlangung. Das war untrennbar damit verbunden, daß Kundalini in jene Wachheit (in oder auch trotz Unwissenheit nunmal örtlicherweise lokalisiert im Sahasarara, dem obersten Chankra), die sich infolge des angemessenen sich Gönnes des Zustandes transzendentalen Bewußtseins, des reinen Bewußtsein (morgends und abends ca 30 Minuten wobei 5 Minutzen pranajama davor und danach und ca 10 Minuten Asanas danach sich etwa auch als hilfreich erwiesen) mehr und mehr über den ganzen Tag bleibend(,coexistieren könnend mit dem Wachen aufgrund dessen transzendentaler Natur,) - angenehmerweise sowie unpersönliche sachliche, reine unvoreingenommene, intellktuelle Tätigkeit fördernd und nunmal keinesfalls behindernd -eingestellt hatte, mündete (so ähnlich einem vorkommend wie das Münden eines Flusses in den Ozean.). Ab da waren Kundalini und das transzendentale Bewußtsein untrennbar miteinander verbunden

 - was sie eh schon immer gewesen waren und wären, aber man aufgrund der eigenen Unwissenheit nunmal nicht wahrnahm oder auch wahrnehmen wollte odgl und jedenfalls nunmal nicht wußte, weil man's nicht wirklich so völlig abstrakt unpersönlich, unvoreingenomments und dies gemäß der eigenen Natur sowie Geneigtheiten erkannt hatte.

Nunja, die weitere Entwicklung mit Kundalini und dessen untrennbarer Verbundenheit und Geneigtheit gegebenüber dem transzendentalen Bewußtsein führte dann eben zu dem Einen ohne ein Zweites - alles worauf die Aufmerksamkeit fällt und sei es noch so nebenher wird in Begriffen des Selbst im Lichte des Transzendentalen Bewußtseins wahrgenommen, ist zweifelsohne eine Möglichkeit das zu verstehen und zu beschreiben -.

Betreffs Laya-Yoga und des dortigen Gebrauchs des Begriffes "transzendental" un daß die zentralen Methode des Laya-yoga transzendental seien, insofern eine zentrale Meditationsübung des Laya-yoga passenderweise eine "Transzendentale Meditation"  genannt werden kann, siehe "Halle aller Religionen - der Santana dharma", dankenswerterweise übersetzt ins Deutsche vom Kapuzinerpater Josef Abs, erschienen 1923 bei Kurt Schröder.

So gehören da eben die Bereitschaft zu einer ojektiv-unpersönlichen-sachlichen Ausübung jener "Transzendentalen Meditation" ebenso dazu wie eben auch die Fähigkeit  zu einer ojektiv-unpersönlichen-sachlichen Ausübung jener "Transzendentalen Meditation"; auch wäre da die Bereitschaft zu gewissen gut-möglichen Anpassungen des Lebensstils dazu nunmal zu nennen.

Aber es ist zweifelsohne unbedingt festzuhalten, daß das Übersetzen und Kommentieren diese Upanishade des Vedanta das eine ist; richtige Meditationsausübung ist/wäre ein Anderes; angemessenes Einfügen der Meditation in den Alltag wäre noch als Drittes zu nennen. (was da vielfach wenig sinnvoll wäre, findet man zB bei 

 Benedictory discourse of Jagadguru, Shankaracharya Sri Sri Sri Vidhushekhara Bharati Sannidhanam, Daksihnamnaya Sri Sharada Peetham, Sringeri , Vortrag vom 25.7.2020,  28th Vardhanti - Anugraha Bhashanam of Jagadguru Sri Sannidhanam; https:/ /www.youtube.com/watch?v=3UV0VAdFbpg&feature=emb_logo

(vgl. benedictory discourse (übersetzte ich mal - letztlich für mich selber vorerst - ins Deutsche)


Dazu siehe etwa auch Prof. Hiriyanna's Aufsatz "Der Vedantin" (den gelegentlich ins Deutsche zu übersetzen und in dieser WEBSeite zu publizieren ich seit längerem schon die  Absicht habe; auch weitere hilfreiche Reden, Texte udgl gibt es zu jenem Thema, etwa Reden des "zukünftigen" Shankaracharyas  Sringeri, die man bisweilen mit englischen Untertiteln im Internet findet.

Es scheint vorstellbar, daß man wertvolle Hinweise dazu auch vonseiten des Shankaracharyas Swami Shantanand Saraswati bei Ouspensky (gesammelte Reden, Gspräche usw des Shankarcharya Shantanand's in Englischer Sprache, welche, lt. Swami Shantanand Saraswati einen kompletten Satz des nötigen Wissens darstellen würden.) finden kann.

 

 

Als Mensch erkannte man per des reinen Bewußtseins", das Selbst in sich und im Gegenüberseienden und, weil man doch nicht das Gegenüberseinde ist, tief in dem man nunmal in aller kritischen Distanziertheit per Meditation eines Tages dasselbe Selbstsein fand und es dann evident war, daß man es nicht ist, es letztlich insofern aus sich selbst heraus existiert und ein wesentlicher Aspekt allen Lebens nunmal ist.

Göttin/Gott habe - fiktiv- festgestellt, "Ja, ich suchte nach meinem Selbst, so tief als möglich zur Ruhe kommend wollend samt bleiben wollend was ich bin&war und irgendwie stellte sich beim meditieren mehr und mehr wie selbstverständlich sowas ein, daß das gewesen sen könnte. Aber dann erkannte oder auch habe Göttin/Gott erkannt, daß es auch tief im Gegenüberseinden war und merkte oder auch habe gemerkt, daß Sie/Er dieses Brahman nicht wirklich sein könne können und nie werde sein, (weil das schön fade wäre dann ewig so alleine dahin lebend müssend zu existieren?)" und so würden beide erkannt haben, jeder bleibend was er nunmal an mehr oder weniger Einzigartigkeit, Besonderheit und auch Großartigkeit war, daß es da jene Transzendente Wirklichkeit gibt, die aufgrund ihrer Transzendentheit mit allem und jedem coexistieren kann und zwar als Bewußtsein und daß es ein-und dasselbe ist, egal ob es ein zB Mensch fand und Ātman nannte oder eine Göttin/ein Gott erkannte und es "Brahman" nannte.

Daß die Unterschiede zwischen Gott/Göttin und so einem, Erkenntnis erlangt habenden Menschen, bestehen bleiben, ist so.

Erlangt jemand aus jenem transzendentalen Bewußtsein heraus, daß das Selbst, das er aus der eigenen Meditationsausübung her kennt, auch tief im Gegenüberseinden ist und es unterschiedslos und - nunmal ohne (der) Dualiät des Selbst in einem selber und des Selbst im Gegenüberseienden ist und nunmal ein- und dasselbe Selbst, Eines ohne ein Zweites ist - dasselbe reine Bewußsein es erkennen ließ und erkennbar machte -, so erkennt man sich damit auch als "körperloses Wesen" und auch insofern ist es klar - und sollte Jeder und Jedem verständlich sein -, daß sich sojemand nicht wahnhafterweise, nur weil er/sie jene Erkenntnis erlangt hätte, für einen Gott oder auch eine Göttin hält; das liegt ja auch alleine schon darin begründet, daß eben jene grundlegende Ilusion, Wahnheit der Dualität überwunden wurde.

So ein Mensch, der diese Erkenntnis erlangte, wird sich glücklich schätzen so ein körperloses Wesen zu sein, zu erkennen, daß er/sie nie was anders war und lediglich als das sich, aus Unwissenheit heraus, immer wieder mit irgendeinem Körper identifizierte (dh "Geburt und Wiedergeburt" durchlief; vgl. u.a. Buddha's frühe Schriften) für welchen er/sie/es sich dann unwissenderweise irgendwie hielt und mit dem er&/sie/es litt oder auch nicht.

So jemand wird sich auch insofern viel weniger für Gott, Göttin oä halten als wie Jemand, der jene Erkenntnis (u.a. jener Nicht-Dualität) nicht erlangte. So jemand ist viel mehr sie/er selber und umso mehr bleibt Gott/Göttin eben Gott/Göttin, dh die Verschiedenheit wird klarer und besser gelebt. 

Es ist so in etwa wie, wenn man - betreffs dieser Realität, die man allzulange nicht beachtete oder auch nicht ernst nahm, man sich dafür nicht interessierte oder auch interessieren wollte  - nunmehr klar genug sieht, genau genug versteht. (vgl. Chândoyga Upanishad siebente Lektion als der Schüler Narada endlich zufrieden war und nicht mehr weiter nachfragte, "ob es nicht noch etwas gäbe, das größer wäre als.... ")

 

Teil III der Anmerkung:

¹⁵ Betreffs dieser Darstellung des gefestigten, befestigten Geistes vergleiche man zB in der Bhagavad Gita die folgenden Verse anhand von existenten Übersetzungen ins Deutsche von Prof. Dr. Paul. Deussen, Dr. Franz Lorinser (mit dessen Kommentar) und Leopold von Schroeder. Insbesondere sei auch auf die Übersetzung ins Deutsche mit Shankara's Kommentar verwiesen. (Riemand, Gerhard und Dünnebier, Jürgen, "Bhagavad Gita: der vollständige Text mit dem Kommentar Shankaras", Dromer Knaur, 1989, ISBN-10: 3426264471)

>>

...

17

Bhagavad Gita

...

Arjuna sprach:

54. (932.) Welches ist die Beschreibung des in der Erkennnis Feststehenden und in der

Meditation Beharrenden, o Vollhaariger, was wird der reden, der in seinem Geiste fest ist, wie wird er sitzen und wie wird er wandeln?

 

Der Heilige sprach:

55. (933.) Wenn einer, o Sohn der Prithä, alle Begierden fahren läßt, die in sein 'Herz

 

 

18

Bhagavad Gita

 

kommen, und nur an dem Selbste (Ätman) und durch das Selbst seine Freude hat (Chänd.Up. 7,25,2), der wird ein in der Erkenntnis Feststehender genannt.

56. (934.) Wenn einer im Leiden unerschütterlich und in Freuden frei von Begierde bleibt, befreit von Leidenschaft, von Furcht und Zorn, er wird ein im Geiste Fester, wird ein Muni genannt.

57. (935.) Wer allerwärts frei von Anhaftung ist, mag ihm dieses oder jenes Erfreuliche oder Unerfreuliche begegnen, wer dann weder Freude noch Hals empfindet, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

58. (936.) Und wenn ein solcher von überallher, wie die Schildkröte ihre Glieder, so seine Organe von ihren Objekten gelöst in sich hereinzieht, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

59. (937.) Die Sinnendinge kehren sich ab von der Seele, die sich nicht mehr an ihnen nährt, und hat sie ihren Geschmack nicht mehr, so wird auch der Geschmack an ihnen zunichte, nachdem sie das Höchste geschaut hat.

60. (938.) Denn auch bei einem sich beherrschenden weisen Manne, o Sohn der Kunti, reißen die ungestümen Sinne den Geist gewaltsam mit sich fort.

61. (939.) Sie alle überwältigend soll man dasitzen, hingegeben und mich [den Allgeist] als Höchstes habend, denn wer seine Sinne in

 

 

19

 

der Gewalt hat, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

62. (940.) Wenn hingegen ein Mensch an die Sinnengenüsse denkt, so bildet sich bei ihm eine Anhänglichkeit an sie; aus der Anhänglichkeit entsteht Begierde, aus der Begierde entsteht Zorn,

63. (941.) aus dem Zorn entsteht Verblendung, aus der Verblendung entsteht Trübung der Erinnerung; ist erst die Erinnerung getrübt, so folgt Verlust der Erkenntnis, ist die Erkenntnis verloren, so ist er auch selbst verloren.

64. (942.) Wer aber an den Sinnendingen vorübergeht mit Sinnen, die von Liebe. und Hass sich losgemacht haben und seinem Atman untertan sind, dessen Seele beruhigt sich und geht ein zum Frieden.

65. (943.) Hat er aber Ruhe von allen Schmerzen, so entsteht in ihm die Resignation, und ist erst sein Geist beruhigt, dann kommt auch alsbald seine Erkenntnis zu vollkommenem Feststehen.

66. (944.) Wer nicht Hingebung übt, hat nicht die Erkenntnis, wer nicht Hingebung übt, hat nicht Verinnerlichung; wer nicht Verinnerlichung hat, hat keinen Frieden, wer keinen Frieden hat, woher käme dem Freude!

67. (945.) Denn wenn die Sinne umherschwärmen und der Verstand mit ihnen fortgezogen wird, dann reißt er die Erkenntnis mit sich

 

 

20

Bhagavadgitâ

 

dahin, wie der Wind ein Schiff auf dem Wasser.

6$. (946.) Darum, o Großarmiger, wenn einer seine Sinne allerwärts von den Sinnendingen zurückhält, dessen Erkenntnis ist eine feststehende.

69. (947.) Was Nacht ist für alle Wesen, darin ist wach der Selbstbezwinger, und worin alle Wesen wach sind, das ist Nacht für den schauenden Weisen.

70. (948.) Gleichwie die Wasser zur Ruhe kommen in dem vollen, unerschütterlichen Ozean, so kommen alle Begierden in ihm zur Ruhe, und er erlangt den Frieden, nicht aber der, welcher von Begierde getrieben wird.

71. (949.) Der Mann, welcher alle Begierden fahren läßt und ohne Verlangen dahinwandelt, ohne Ichbewufstsein und ohne Selbstsucht, der erlangt den Frieden.

72. (950.) Dieses ist das Feststehen im Brahman, o Sohn der Prithâ; wer es erlangt, wird frei vom Wahn, und in ihm beharrend, erreicht er zur Zeit des Endes das "Erlöschen (niruânani) in Brahman.

 

So lautet in der Bhagavadgitâ Überlegung und Hingebung

 

...

<<

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Der Gesang de Heiligen - Eine Philosophische Episode des Mahâbhâratam", aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor der Philosophie an der Universität Kiel, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1911

>>

...

68

...

X (Adhyâya 34).

Vers 1205—1246 (B. 1—42).

Der Heilige sprach:

...

 

69

X (Adhyâya 34).

69

...

10. (1214.) Solchen Menschen, wenn sie, auf Grund ihrer Liebe zu mir, mir immerfort hingegeben und anhänglich sind, verleihe ich jene Vertiefung der Erkenntnis, durch welche sie zu mir gelangen

...

<<

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Der Gesang de Heiligen - Eine Philosophische Episode des Mahâbhâratam", aus dem Sanskrit übersetzt von Dr. Paul Deussen, ordentlicher Professor der Philosophie an der Universität Kiel, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1911

 

 

Teil IV der Anmerkung:

 

Was aber die NAZIS in Zusammenhang mit den klassischen indischen Lehren machten, hatte damit absolut rein gar nichts zu tun; das war lediglich Huldigung an Wahnsinn, Illusion, Dummheit, Irrheit udgl.

vgl. dazu die Sendung zu diesem leidigen Thema beim Deutschlandfunk:

* "Vereinnahmung im Dritten Reich
Wie NS-Ideologen Yoga missbrauchten"

https:/ /www.deutschlandfunk.de/vereinnahmung-im-dritten-reich-wie-ns-ideologen-yoga-100.html

"Indiens Kampf um Unabhängigkeit und die deutsche Nazi-Ideologie"
https:/ /www.deutschlandfunkkultur.de/indiens-kampf-um-unabhaengigkeit-und-die-deutsche-nazi-ideologie-100.html


Sri Aurobindo's Hinweis auf "Deussen’s „System des Vedanta", usw:

 

Betreffs Sri Aurobindo's Hinweis auf "Deussen’s „System des Vedanta", sei hier erwähnt:

Deussen, Prof. Dr. Paul, "Das System des Vedânta nach den Brahma-Sûtras des Bâdarâyana und dem Commentare des Çañkara über dieselben als ein Kompendium der Dogmatik des Brahmanismus vom Standpunkte des Çañkara", dargestellt von Dr. Paul Deussen, Professor an der Universität Kiel, zweite Auflage, Leipzig, F.A. Brockhaus, 1906; (gibt es auch in "Classical Reprint Series", Forgotten Books, 2018, ISBN 978-1-332-35463-4).

 

 In Ergänzung zu dem Buch von Prof. Deussen. worauf Sri Aurobindo auf Seite 426 hinweist, sei auch noch das - weiterführende Buch dazu von Professor Deussen erwähnt, das es ebenfalls in diversen Reprint-Ausgaben gibt; zB.:

Deussen, Professor Dr. Paul, "Die Sutras des Vedanta, oder die Carika-Mimansa des Badarayana nebst dem vollständigen Commentare des Cankara", aus dem Sanskrit übersetzt von Paul Deussen, Forgotten Books, ISBN 978-1-390-98573-3, Reprint der zweiten Auflage, 1920, F.A. Brockhaus, Leipzig.

 

(auch in www. archive.org sind diese Bücher Online lesbar; www. forgottenbooks.com bietet diese Bücher auch als PDF-Dateien an; im Gastzugang sind einige der Seiten dann nicht lesbar.)

 

Orginale diese Bücher sind beispielsweise auch in der Bayerischen Staatsbibliothek (www. bsb-muenchen.de) verfügbar.

 

Einführungen in diverse Systeme der Indischer Philosophie findet man ebenfalls bei Professor Deussen und zwar im Band I.3 seiner Geschichte der Philosphie. (Vaisheshika, Nyaya, Yoga, Vedanta, eine Übersetzung des Vedantasara, welches Sri Aurobindo nunmal auch zur Einarbeitung in Vedanta erwähnte, ins Deutsche, Samkya usw.)

Ausfühlicheres dazu, dh die genauen klassischen Texte in deutscher Übersetzung füge ich, soweit mir dazu verfügbar im Laufe der Zeit noch in www.klassische-indische-.texte-91-.19i.de ein.

Einiges habe ich bereits angefangen und ist auch schon zu finden:

Vedanta-Sutren des Badarayana

Patañjali-Yogasutren

 


   

Sprungmöglichkeiten zu den einzelnen Fußnoten

zur Übersetzung von Sri Aurobindos's Übersetzung der Mandukya-Upanishade mit Shankara's Kommentar:

 

1) Betreffs Sri Aurobindo's Hinweis auf Deussen’s „System des Vedanta".

2) Systeme indischer Philosophie.

3) Das Purushalied, Rigveda X,90.

4) Das Lied vom Spieler, Rigveda X,34.

5) Betreffs "Täuschung"

6) Betreffs "Täuschung und andere Sinnestäuschungen"

7) Betreffs "Täuschung und andere Sinnestäuschungen dieser Art".

8) Betreffs: "Dieses Universum ist das Ewige, das nie Endende, das Unvergängliche."

9) Betreffs: "Am Anfang war all dies Geist"

10) Regeln für Initiation sind notwendig.

11) Betreffs "Aryan-minded" (arisch denkende Menschen)

12) vgl. Kena-Upanishade:

13) vgl. Kena-Upanishade:

14) Vergleich mit den Patañjali Yogasutren:

15) Vergleich mit den Patañjali Yogasutren und Laya-Yoga:

16) vgl. Buddha:

 


zurück zu Shankara:

zum Inhalt:

das Nächste im Anhang:

zurück